Kategorien

Archive

2017 Reading Challenge

Irina has read 1 book toward her goal of 40 books.
hide

[Rezension] Kerrigan Byrne: The Highwayman

Serie: Victorian Rebels #1

Inhalt

Dorian Blackwell, the Blackheart of Ben More, is a ruthless villain. Scarred and hard-hearted, Dorian is one of Victorian London’s wealthiest, most influential men who will stop at nothing to wreak vengeance on those who’ve wronged him…and will fight to the death to seize what he wants. The lovely, still innocent widow Farah Leigh Mackenzie is no exception-and soon Dorian whisks the beautiful lass away to his sanctuary in the wild Highlands…

But Farah is no one’s puppet. She possesses a powerful secret-one that threatens her very life. When being held captive by Dorian proves to be the only way to keep Farah safe from those who would see her dead, Dorian makes Farah a scandalous proposition: marry him for protection in exchange for using her secret to help him exact revenge on his enemies. But what the Blackheart of Ben More never could have imagined is that Farah has terms of her own, igniting a tempestuous desire that consumes them both. Could it be that the woman he captured is the only one who can touch the black heart he’d long thought dead?

 

Kommentar

Dieses ziemlich düstere Buch ist der erste Teil der Victorian-Rebels-Serie und verdient – um es vorwegzunehmen – sämtliche Lobpreisungen, die es erhalten hat. Ich reihe mich in den Pulk begeisterter Fans ein, halte meinen Kommentar aber kurz, weil ich der Meinung bin, dass man »The Highwayman« kaum rezensieren kann, ohne zu viel zu verraten und dem künftigen Leser allen Spaß an den Überraschungen zu nehmen.

[weiterlesen]

[Rezension] Catherine Gayle: Ice Breaker & Taking a Shot

Wie gestern angekündigt, folgen weitere Portland-Storm-Artikel. Bei den beiden Novellas handelt es sich um zwei Short Stories über Jamie „Babs“ Babcock und Katie Weber.

 

Catherine Gayle: Ice Breaker (Portland Storm #0.5)

Klappentext: Jamie „Babs“ Babcock couldn’t wrap his head around the fact that he’d landed a spot on the Portland Storm at age eighteen. Shouldn’t he be on his way back to his junior team, not being dragged out to strip clubs to celebrate and trying to figure out where he was going to live? There was no time to come to terms with his new reality, either, before he was swarmed by a gaggle of giggling girls at the team’s preseason Ice Breaker.

But then he bumped into her. Literally bumped into her, no less, and all he could do was blush and stammer and hope she didn’t think he was a freaking idiot, because he sure felt like one. She blushed and stammered, too. And then she walked away before he could even ask for her name.

Love at first blush? A crazy thought, for sure, but so was the idea of playing in the NHL at only eighteen. Crazy or not, it looked like they were both about to happen.

 

 

Kommentar: Diese Kurzgeschichte ist offiziell nur erhältlich, wenn man Catherine Gayles Newsletter abonniert. Der Klappentext sagt eigentlich schon alles, was es zu sagen gibt: Es geht um Babs’ Aufnahme ins Profiteam von Portland Storm und sein erstes Aufeinandertreffen mit Katie, der Tochter seines Teamkollegen Webs. Es ist eine süße Geschichte, die eine Ahnung von Babs’ Charakter vermittelt, aber mehr nicht. (Und mehr will sie auch nicht sein.) Unverzichtbar für ein komplettes Babs-Bild und für alle Babs-Fans, aber schon aufgrund der geringen Seitenzahl inhaltlich nicht übermäßig ergiebig.

 


10/15

 

 

Catherine Gayle: Taking a Shot (Portland Storm #2,5)

Klappentext: Katie Weber has lost her health due to leukemia, and now her chemotherapy treatments have taken her hair. She’s not about to show up to her senior prom bald and let her classmates steal her dignity, too. Prom is no place for a girl who looks more like an alien than a high school student, especially when her so-called friends all dropped her like she had the plague at the first mention of the word cancer. Katie could never get up the courage to ask Jamie—her crush for almost two years, ever since he joined her dad’s pro hockey team—to take her. Not with the way she looks now. Besides, her dad would absolutely murder him.

Jamie Babcock knows its bad news to fall for his Portland Storm teammate’s daughter, but he’s had a thing for Katie since the first time he met her when he was just a wide-eyed, eighteen-year-old rookie. Now cancer might take her away before he ever grows the balls to do anything about it, though. Her father won’t be happy about it, but Jamie has to take a shot and ask to take her to her prom. It seems like Katie has just about given up, and he can’t let her go without giving her some good memories…something to hold on to. She’s still got her whole life ahead of her—she just has to keep living it. If he can convince her of that, nothing her father might do to him will matter.

 

Kommentar: Bereits in Band 2 der Serie hat Katie ihre Krebsdiagnose erhalten; inzwischen ist ihre Chemotherapie gestartet. Sie verliert ihre Haare und zunehmend auch ihren Kampfgeist und Lebensmut. Jamie „Babs“ Babcock, der seit Jahren heimlich in sie verliebt ist, leidet stumm mit ihr, traut sich aber nicht an sie heran, weil Katies Vater sein Teamkollege ist und jegliche Verbindung zwischen den beiden ablehnt. Ein kluger Rat seines Teamkollegen Kally (Protagonist von Band 3) und die Unterstützung einiger anderer Mitspieler reichen aber letztendlich, um Babs die Augen zu öffnen und zum Handeln zu bewegen: Er fragt Katie, ob sie mit ihm auf ihren Prom geht, und gibt ihr neue Kraft, den Kampf gegen die Leukämie aufzunehmen.

Was soll ich sagen, es ist eine berührende, herzzerreißende und gleichzeitig hoffnungsvolle Novella. Katie ist ein großartiges Mädchen, das versucht, tapfer zu sein und die Krankheit zu besiegen, aber unter den physischen und psychischen Auswirkungen der Krankheit sowie den Nebenwirkungen der Behandlung leidet. Und Jamie … ach Jamie! ♥ Jamie ist bei aller Schüchternheit und Zurückhaltung wirklich der allerbeste, liebenswerteste, verständnisvollste, warmherzigste Kerl, der einem Mädchen passieren kann. Was soll also bei einer Novella über diese beiden rauskommen als eine wundervolle Geschichte?

 


13/15

[Rezension] Sarina Bowen/Elle Kennedy: Him

Deutscher Titel: Him – Mit ihm allein
Serie: Him, #1

Klappentext:

Jamie und Ryan waren beste Freunde. Die Sommer, die sie gemeinsam im Eishockey-Trainingscamp verbracht haben, waren die besten ihres Lebens. Nun stehen sie sich nach vier Jahren Funkstille plötzlich wieder gegenüber. Schon damals war Ryan klar, dass er schwul ist. Er war Hals über Kopf verliebt in Jamie. Die alten Gefühle sind sofort wieder da, viel stärker, intensiver … schmerzhafter. Denn Jamie steht nach wie vor auf Frauen. Und was noch viel schlimmer ist: Er hat Ryan nie verziehen, dass er nach ihrer gemeinsamen Nacht den Kontakt zu ihm abgebrochen hat …

 

Kommentar:

Ich glaube, ich sollte mir immer ein Buch von Elle Kennedy und/oder Sarina Bowen bereitlegen, nur für den Fall, dass ich wegen zu vieler durchschnittlicher und schlechter Bücher keine Lust auf Lesen habe. Die beiden kurieren mich garantiert von jeder Lesekrise, was dieser Liebesroman über zwei homosexuelle Jungs ziemlich angetan war, einmal mehr belegt (nachdem ich ja schon von der Off-Campus-Serie begeistert war).

»Him« ist von Beginn an fesselnd. Es startet damit, dass die beiden Eishockeyspieler und ehemaligen besten Freunde Ryan und Jamie erfahren, dass sie sich nach drei Jahren Funkstille bei einem Endspiel wiedersehen werden. Warum ihre Freundschaft in die Brüche gegangen ist, bleibt zunächst im Dunklen; man erfährt nur, dass Ryan nach irgendeinem Vorfall den Kontakt zu Jamie komplett abgebrochen hat, obwohl sich die beiden sehr nahestanden. Was damals genau passiert ist, wird nach und nach aufgedeckt; parallel dazu zeigt das Wiedersehen der beiden, dass sich nicht so viel zwischen ihnen geändert hat. Bis auf eines: Jamie ist ganz offensichtlich nicht ganz so straight, wie beide Jungs immer dachten.

Es prickelt von der ersten Seite an zwischen den beiden und nach und nach lassen sie sich darauf ein. Wie sie sich annähern und wie sich ihre Beziehung entwickelt, ist wahnsinnig gefühlvoll beschrieben. Sowohl Jamie als auch Ryan durchleiden die eine oder andere Krise wegen der veränderten Situation, sind unsicher und wissen nicht so richtig, was das alles zu bedeuten hat und wo es hinführen soll. Ist es eine Sache für einen Sommer? Oder mehr? Kann es sich ein NHL-Profi erlauben, (offen) schwul zu sein – und wenn nicht, muss Ryan seine große Liebe Jamie deshalb wirklich aufgeben?

Das Autorenduo schafft bei diesem Buch den Spaghat, nicht nur einen wundervollen Liebesromane mit zwei wunderbaren, hervorragend ausgearbeiteten Protagonisten zu schreiben, sondern gleichzeitig die Probleme von Schwulen (bzw. schwulen Sportlern) auf den Punkt zu bringen, ohne die ganze Zeit den moralischen Zeigefinger zu erheben. So gibt es einen diskriminierenden Vorfall mit dem Vater eines Eishockey-Kids, aber andererseits auch jede Menge Toleranz für Homosexualität aus Jamies und Ryans Umfeld. Vollkommen konträr verhalten sich die Eltern der beiden Protagonisten: Während Ryans lieblose High-Society-Eltern die Homosexualität ihres Sohnes schlicht ignorieren und als »Phase« abtun, ist für Jamies mega liberale Hippie-Eltern (und den Rest der Familie) nur wichtig, dass Jamie glücklich ist, egal mit wem. Dementsprechend hat Jamie augenscheinlich deutlich weniger Probleme mit seinem Schwulsein als Ryan, der seine sexuelle Orientierung, darauf angesprochen, zwar wohl nicht leugnen würde, sie aber nie thematisieren oder offen zugeben würde. Zumindest nicht im Moment, denn als NHL-Rookie könnte er damit seine Karriere aufs Spiel setzen. Die Vereinsbosse wissen Bescheid, nicht aber die Mitspieler, und hier zeigt sich ein Problem, das bis heute viel zu real (und in Deutschland auch aus dem Fußball bekannt) ist: Schwule Profis in einem Männersport haben einen schweren Stand und outen sich deshalb lieber nicht oder bestenfalls nach ihrer Karriere. Wie Bowen/Kennedy die Situation darstellen, ohne wortreich und explizit zu werten, erscheint mir ingesamt wirklich gelungen. (Auch wenn ich glaube, dass die Realität deutlich extremer ist, d.h. die Akzeptanz für Schwule in großen Teilen der USA deutlich geringer ist. Es ist sicher kein Zufall, dass Ryan zu einem kanadischen Verein ins liberale Toronto wechselt und nicht gerade nach Texas oder einen der anderen Südstaaten wechselt.)

Kurz gesagt: Das Buch war für mich ein echter Pageturner und ist durch und durch gelungen. Figuren, Aufbau der Handlung, Story, Tiefe, Spannung, Erzählstil, Humor, Sexszenen (teilweise richtig heiß, vielleicht ein paar zu viele davon!) – hier passt für mich einfach alles. Ich muss Band 2 lesen. JETZT.

 


15/15

Elle Kennedy: Off-Campus-Serie

Anfang des Jahres bin ich über das hervorragend bewertete Buch »The Deal« gestolpert und hab eher skeptisch angefangen, es zu lesen. Es ist nämlich ein New-Adult-Buch, und dass Höchstbewertungen überhaupt nichts bedeuten, schon gar nicht, was NA-Bücher angeht, ist ja hinlänglich bekannt. Aber was soll ich sagen – ich mochte den Roman, sehr sogar. So sehr, dass ich innerhalb kürzester Zeit auch die drei weiteren Bände der College-Serie gelesen habe.

Um es vorwegzunehmen: Der Abschlussband ist in meinen Augen nicht besonders gut gelungen und wäre als Einzelband bei mir wohl eher durchgefallen. Trotzdem ist die Serie ingesamt empfehlenswert und Elle Elle Kennedy eine Autorin, von der ich unbedingt mehr lesen will, gern eines ihrer »Erwachsenenbücher« (also nicht New Adult), weil mir ihr amüsanter Schreibstil und ihre Figuren wirklich gut gefallen.

 

[weiterlesen]

[Rezension] Catherine Gayle: Training in Sachen Liebe

Originaltitel: Breakaway
Portland Storm #1

 

Inhalt:

Der Mannschaftskapitän von Portland Storm, Eric »Zee« Zellinger, weiß für gewöhnlich, was zu tun ist. Aber sein einstiges Elite-Team zum Sieg zu führen, wird schnell ein aussichtslos erscheinender Kampf. Er darf seine Konzentration jetzt nicht verlieren – nicht wenn seine Karriere auf dem Spiel steht. Doch als die kleine Schwester seines besten Freundes eine Bitte an ihn heranträgt, die er ihr nicht abschlagen kann, besteht die Gefahr, dass Eric den Antrieb verliert, den sein Team von ihm als Captain braucht.

Seit einem einschneidenden Erlebnis in ihrer College-Zeit befindet sich Dana Campbells Leben in einer Abwärtsspirale. Sie versucht verzweifelt, dem Horror dieser schicksalsträchtigen Nacht zu entkommen, und ist bereit, alles dafür zu tun. Selbst wenn das bedeutet, den einzigen Mann, dem sie vertraut, um Hilfe zu bitten.

Egal, wie unwiderstehlich sie ist oder wie sehr ihn ihre Bitte in Versuchung führt, kann Eric diese Grenze möglicherweise nicht überschreiten – vor allem nicht, solange sein Team darum kämpft, die Play-offs zu erreichen. Nun muss Eric eine letzte Entscheidung treffen. Doch wird er Dana die Chance geben, aus ihrer Abwärtsspirale auszubrechen und ein glückliches Leben zu führen, oder wird er sich bemühen, seine Karriere weiter voranzutreiben?

 

Kommentar *mit (leichten) Spoilern*:

Seit der Off-Campus-Serie bin ich auf dem Eishockey-Trip, und auf der Suche nach mehr Büchern in diesem Umfeld bin ich rein zufällig über die Portland-Storm-Serie gestolpert. Was soll ich sagen, dieses Buch war ein echter Überraschungshit für mich, und ich frage mich, wieso es nicht viel bekannter ist. Die deutsche Ausgabe hat bei Amazon nicht eine einzige Bewertung, und auch die englischen Bücher haben erschreckend wenig Publicity erhalten.

Der Ausgangspunkt der Geschichte ist unerfreulich: Dana Campbell wurde als Jugendliche von mehreren Typen vergewaltigt und kämpft nach sieben Jahren und unzählichen Therapien immer noch gegen ihre Panikattacken. Sie kann körperliche Nähe seitdem nicht mehr zulassen, auch nicht von Verwandten und Freunden, und eine Liebesbeziehung steht vollkommen außer Frage. Ihre Therapeutin rät ihr, sich einen Surrogat-Partner zu suchen, mit dem sie den Körperkontakt üben soll. Sie wählt dazu den Eishockeyspieler Eric aus, der seit vielen Jahren der beste Freund ihres Bruders und auch ihr (brüderlicher) Freund ist und sich auf die Aufgabe einlässt, weil er schon lange in Dana verliebt ist und alles tun würde, um ihr zu helfen.

Ich bin weder ein Profisportexperte noch ein Psychotherapeut, aber nach meiner Laienmeinung gibt es eine Reihe von Unwahrscheinlichkeiten in diesem Roman. Es kommt mir zum Beispiel nicht besonders glaubwürdig vor, dass sämtliche Teamkollegen von Eric so rücksichtsvoll sind oder dass Dana mit dem Team reisen darf, und letztendlich überwindet sie ihre Ängste meines Erachtens doch relativ schnell. Ein bisschen nervig war auch die Blindheit, die verhindert, die Liebe des anderen nicht zu sehen bzw. falsch einzuordnen.

Das stört aber den Gesamteindruck letztendlich nicht, weil das Buch trotzden herzerwärmend schön ist. Bis Dana und Eric sich körperlich und mental näherkommen, ist es ein steiniger Weg, aber er ist so gefühlvoll beschrieben, dass einem das Herz aufgeht. Dana ist eine tolle Heldin, die alles versucht, um ihrem unverschuldeten Leid endlich zu entfliehen, aber gegen Eric verblasst sie trotzdem. Eric ist ein Held zum Verlieben. Er versucht einen schwierigen Spagat zwischen seinen sportlichen Verflichtungen und dem Wunsch, Dana zu helfen. Dass Dana eigentlich zu viel von ihm verlangt, wissen (und äußern) beide; Eric leidet sehr unter der Situation: unter ihren Panikattacken ebenso wie unter der Nähe zu ihr, weil er mehr will und nicht glaubt, dass er je mehr kriegen kann und wird. Auch sportlich strauchelt Eric: Sosehr er sich bemüht, gut zu spielen und ein starker Teamkapitän zu sein, der seine Jungs in die Playoffs führt, so durchwachsen sind seine Leistungen, weil er wegen Dana den Kopf nicht frei hat. Sein ständiger Konflikt ist sehr gut dargestellt, und ich wüsste nicht, wer es mehr verdient hätte als Eric, dass am Ende alles (einigermaßen) gut wird.

Die Übersetzung ist meiner Meinung nach gut gelungen und liest sich flüssig, mir sind keine größeren Holprigkeiten oder Unsinnigkeiten aufgefallen. Wer also lieber auf Deutsch liest, kann meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen. Die deutsche Kindle-Ausgabe ist sogar (minimal) günstiger als die englische. Umsonst kriegt man Band 1 auf Englisch (ebenso wie ein paar andere Bücher) aber auch, indem man Catherine Gayles Newsletter abonniert. Für die Historical-Freunde: Die Autorin schreibt außer Eishockey-Contemporarys auch Regency-Liebesromane, ich kenn aber keinen.

 

Fazit:

Tolles, gefühlvolles Buch mit einem grandiosen Helden. Ich werde die Serie definitiv weiterverfolgen und, wenn sie so gut weitergeht, am Ende wahrscheinlich zum NHL-Fan werden und Eishockeyspiele anschauen! ;)


13/15

 

[Rezension] Lauren Runow: Gravity

Klappentext:

Gravity is not your normal, sweet romance of childhood friends to lovers. Spanning over twenty years—it’s raw, it’s real, asking the question if soul mates really exist.

Lily
At eight years old, the boy next door changed my life. He was the force pulling me toward him despite our differences. It was like magic. We understood each other, supported each other and in the process became everything to each other. But in chasing Trevin’s dream, I lost myself along the way.

Trevin
Through tremendous heartache, she was there. Through fame and fortune, she was there. Loving Lily was the one thing I got right. Eclipsing her in my shadow, I took from her until she was empty. Now I must do anything to prove I can be the man she wants, no, the man she deserves.

 

Kommentar:
Bei Goodreads bin ich (via Chrissi) über „Gravity“ von der mir bis dato unbekannten Selfpublishing-Autorin Lauren Runow gestolpert und der Klappentext hat mich sofort angefixt. Das Stichwort „Rockstar“ lässt mich bekanntermaßen grundsätzlich aufhorchen; dass die Geschichte einen Zeitraum von über zwanzig Jahren umfasst, hat mich endgültig neugierig gemacht.

„Gravity“ erzählt von Trevin und Lily, die sich kennenlernen, als Lily mit acht Jahren in Trevs Nachbarschaft zieht. Die beiden werden enge Freunde und bleiben das auch, bis Trevin mit achtzehn die Stadt verlässt, um Rockstar zu werden. Danach wird die Beziehung zwischen ihnen schwieriger und der Kontakt seltener, doch die beiden sind sich immer tief verbunden und bewegen sich hart an der Grenze von Freundschaft zur Liebe. Das mit der Liebe ist aber eine schwierige Angelegenheit, denn die beiden führen sehr unterschiedliche Leben, die nur dann miteinander kompatibel zu sein scheinen, wenn einer einen Teil von sich selbst bzw. seine Träume für den anderen aufgibt. Es scheint nie den richtigen Zeitpunkt für sie zu geben.

Aufgrund der langen Zeitspanne der Handlung werden nur bedeutsame Episoden aus Lilys und Trevs Leben erzählt: Solche, die die Protagonisten für sich, ihr Miteinander und ihr Leben prägen. Es wird so gut wie nie nach rechts und links geschaut, Erlebnisse mit Freunden, Bandkollegen oder auf der Bühne werden weitgehend ausgespart, sofern sie nichts mit der Beziehung von Lily und Trev zu tun haben. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, weil eine Art umfassendes Gesamtbild fehlt; mir reichte es aber, ausschließlich von den beiden zu erfahren. Die Geschichte hat trotzdem so viel Tiefe, dass man eintauchen und mit den Hauptfiguren hoffen, bangen, leiden und lieben kann.

Das liegt natürlich auch daran, dass Trevin und Lily tolle Protagonisten sind. Trev ist – wenn man von seinen Sex-and-Drugs-and-Rock’n’Roll-Eskapaden absieht – trotz seiner schwierigen Kindheit und seines Erfolges die meiste Zeit relativ geerdet. Dazu trägt nicht zuletzt Lily bei, die in jeder Lebenslage sein Fels in der Brandung – oder, um den Buchtitel aufzugreifen: seine »Schwerkraft« – ist. Sie ist für ihn da, oft ohne viele Worte, aber mit liebevollen Gesten und Berührungen.
Dabei macht sie phasenweise ganz schön was mit und sie verzeiht ihm wirklich vieles, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass da eben doch immer ein bisschen mehr als Freundschaft zwischen ihnen ist. Bis auf eine kurze Phase bleibt sie dabei immer sie selbst, ein ganz normales Mädchen, und rettet damit letztendlich das, das Besondere, das zwischen ihnen ist.

Hinzu kommen Sexszenen, die ich als ziemlich außergewöhnlich empfand. Nicht etwa, weil sie so heiß waren, sondern weil währenddessen so viele Gefühle und so viel Liebe zwischen den beiden prickeln, dass es fast atemberaubend ist. Gleiches gilt auch für ein paar kleine Gesten des Trostes und der Freundschaft, die die Verbundenheit und Nähe der beiden zeigen und für hingerissene Haaaaaaach-Momente sorgen.

Um ganz ehrlich zu sein, gibt es am Ende ein paar Komplikationen zu viel, die nicht hätten sein müssen und mir vorkamen, als wollte die Autorin die Geschichte einfach noch ein wenig strecken. Für mich wäre es mindestens ebenso okay gewesen, wenn das Buch fünfzig Seiten kürzer gewesen wäre. Hinzu kommt das eine oder andere weniger glaubwürdige Detail, etwa die Tatsache, dass Trev niemals eine andere Frau als Lily küsst. Das ist zwar irgendwie nett, wenn er schon durch die Betten von unzähligen Groupies tourt, aber schwer vorstellbar, zumal er das trotz diverser Rauschzustände viele Jahre lang konsequent durchzieht. Und wenn man schon bei Realismus ist: Natürlich kann man sich die Frage stellen, wie wahrscheinlich es ist, dass so eine Freundschaft im echten Leben hält und gar zu einer funktionierenden Liebe wird, noch dazu unter solchen Umständen …

… aber wisst ihr was? Manchmal ist einem das einfach egal. Es ist nur ein Buch, eine fiktive Geschichte, und zwar eine, die stellenweise sehr intensiv war und mich wirklich berührt hat, sodass mangelnder Realismus und andere kleinere Merkwürdigkeiten meinen Gesamteindruck nicht trüben konnten. „Gravity“ lässt mich einfach mit einem guten Gefühl zurück – und dem Wunsch, mehr Bücher dieser Autorin zu lesen. (Weshalb ich direkt die Unwritten-Series über einen männlichen Escort gekauft habe.)

 


14/15

[Rezension] Mary Balogh: Simply Love

Verlagstext:
New York Times bestselling author Mary Balogh returns to the elegance and sensuality of Regency England as she continues the enthralling story of four remarkable women–friends and teachers at Miss Martin’s School for Girls. At the center of this spellbinding novel is Anne Jewell, a teacher haunted by a scandalous past…until she meets a man who teaches her the most important lesson of all: nothing is simple when it comes to love.…

She spies him in the deepening dusk of a Wales evening–a lone figure of breathtaking strength and masculinity, his handsome face branded by a secret pain. For single mother and teacher Anne Jewell, newly arrived with her son at a sprawling estate in Wales on the invitation of an influential friend, Sydnam Butler is a man whose sorrows–and passions–run deeper than she could have ever imagined.

As steward of a remote seaside manor, Sydnam lives a reclusive existence far from the pity and disdain of others. Yet almost from the moment Anne first appears on the cliffs, he senses in this lovely stranger a kindred soul, and between these two wary hearts, desire stirs. Unable to resist the passion that has rescued them both from loneliness, Anne and Sydnam share an afternoon of exquisite lovemaking. Now the unwed single mother and war-scarred veteran must make a decision that could forever alter their lives. For Sydnam, it is a chance to heal the pain of the past. For Anne, it is the glorious promise of a future with the man who will dare her to reveal her deepest secrets…before she can give him all her heart.

 

Kommentar:

Nachdem ich Baloghs Roman »A Summer to Remember« beendet hatte, konnte ich gar nicht anders, als nach »Simply Love« zu greifen, denn hier findet Sydnam, der Bruder des Helden aus »A Summer to Remember«, sein Glück.

Die Lehrerin Anne Jewell wird von ihrem adeligen Bekannten eingeladen, zusammen mit ihrem neunjährigen unehelichen Sohn David einen Monat der Sommerferien mit ihm und der Familie seiner Frau, den Bedwyns, in Wales zu verbringen. Damit David, der sonst fast nur Frauen und Mädchen um sich hat, auch mal unter Männer kommt und adäquate Spielgefährten hat, willigt sie zähneknirschend ein, obwohl ihr gar nicht wohl dabei ist, unter all den Adligen zu sein. Vor Ort entzieht sie sich den Bedwyns und ihrem Anhang, so gut sie kann, und freundet sich stattdessen mit dem Verwalter Sydnam an. Aus ihrer Freundschaft wird langsam mehr, doch als der Sommer vorbei ist, scheint auch ihre Beziehung beendet. Dann allerdings führt eine eine schicksalhafte Fügung sie erneut zusammen, und sie sind gezwungen, die Geister der Vergangenheit gemeinsam zu vertreiben …

Wie unschwer festzustellen ist, erzählt Balogh einmal mehr ihren Lieblingsplot: Ein Paar tut sich aus Vernunftgründen zusammen und verwandelt das Zweckbündnis in eine echte Liebesehe. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern der Autorin sind die Protagonisten zum Zeitpunkt der Hochzeit hier aber sehr wohl ineinander verliebt, nur haben sie ihren Gefühlen nicht getraut und sich deshalb zuvor gegen eine Beziehung entschieden. Dass sie am Ende des Sommers überhaupt auseinandergegangen sind, fand ich als Leser allerdings nicht wirklich nachvollziehbar und auch ein wenig ärgerlich. Schließlich hat Balogh vorher ein halbes Buch lang sehr eindringlich und gefühlvoll geschildert, wie die beiden sich näherkommen, ihre Beziehung Schritt für Schritt intensivieren und sich schließlich ineinander verlieben. Dass es hier um echte Gefühle geht und nicht um einen harmlosen Sommerflirt, der abgehakt ist, sobald man sich nicht mehr sieht, ist schon aufgrund der Charaktere der beiden klar; insofern passte für mich die Trennung bei allen Selbstzweifeln der Helden einfach nicht ganz. Zudem gibt es eine Reihe von Missverständnissen und falsch gedeuteten Gesten, die in ihrer Häufung ein wenig nervten, sowie ein paar Längen in der zweiten Hälfte, weil man sich doch sehr im Kreis dreht. Bei aller Kritik erzählt Balogh aber trotzdem eine wunderbar romantische Geschichte voller Lebensweisheit, in der sich zwei einsame Seelen finden und lieben lernen.

Vor allem Sydnam ist ein unwiderstehlicher Protagonist: Er ist ein »tortured hero«, wie er perfekter nicht sein könnte. Um zu beweisen, dass er ein echter Mann ist, der seinen älteren Brüdern das Wasser reichen kann, ist der begnadete Maler auf den Kontinent gegangen, um gegen Napoleon zu kämpfen. Dort allerdings ist er in Gefangenschaft geraten, wurde gefoltert und ist – mehr tot als lebendig nach Hause zurückgekehrt – mit Verbrennungen der gesamten rechten Körperhälte, ohne Arm und Auge und als seelisches Wrack. Im Laufe der Zeit hat er gelernt, mit seinen Kriegsverletzungen zu leben und das Beste daraus zu machen, allerdings trauert er immer noch der Malerei nach und meidet wegen seiner offensichtlichen Entstellungen den Kontakt zu Fremden. Bemerkenswert an ihm ist, dass er sich – bis auf wenige Momente – nicht in Selbstmitleid und Verbitterung suhlt, sondern versucht, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben, sich Herausforderungen zu stellen und optimistisch an die Dinge heranzugehen, auch wenn sie ohne Auge und Arm unmöglich erscheinen. Er ist eine Figur mit außergewöhnlicher Tiefe.

Gleiches gilt im Prinzip auch für Anne, allerdings ist sie zum Teil etwas anstrengend. Sie hat ein uneheliches Kind von einem Adligen geboren und wurde daraufhin von ihren Eltern mehr oder weniger verstoßen. Ihr Selbstwertgefühl hat schwer gelitten, was durchaus verständlich, in der extremen Ausprügung aber phasenweise höchst nervig ist, etwa wenn sie sich einredet, die Bedwyns würden sie trotz der Einladung und aller gegenteiligen Versicherungen verachten, weil sie im Rang unter ihnen steht und ein uneheliches Kind hat. Um Umgang mit Syndam ist sie hingegen wundervoll, auch wenn die beiden einen denkbar schlechten Start haben, weil sie sich nämlich vor dem »Monster« zu Tode erschreckt und panikartig wegläuft. Sie versteht aufgrund ihrer eigenen Geschichte vieles, was andere nicht verstehen, und man kann ihr sogar verzeihen, dass sie – absolut unbelehrbar! – immer wieder mit höchst indiskreten Fragen herausplatzt, für die sie sich dann peinlich betreten entschuldigen muss; aber man verzeiht sie ihr, weil Sydnam hart im Nehmen ist und seine Antworten zu tiefschürfenden, aufschlussreichen Gesprächen führen, durch die die beiden sich erst näherkommen.

Wieder einmal bindet Balogh auch Figuren ein, die man aus älteren Büchern bereits kennt – und zwar ganz besonders viele. Man trifft nicht nur die Protagonisten aus der dazugehörigen Simply-Reihe, sondern auch Kit und Lauren aus »A Summer to Remember« sowie sämtliche Bedwyns nebst ihren Partnern aus der Slightly-Reihe. Sowas gibt einem Roman immer einen besonderen Kick, denn es ist immer wie ein Wiedersehen mit alten Freunden und macht einfach Spaß.

 

Fazit:

14/15 – Toller historischer Liebesroman! Für Fans des Genres ein Muss.

 

Reiheninfo:
01 Simply Unforgettable – 9/15
02 Simply Love
03 Simply Magic
04 Simply Perfect

 

(Gelesen und rezensiert im Dezember 2012.)

[Keine Rezension] John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter


Originaltitel: The Fault in Our Stars

 

 

Verlagsbeschreibung:

»Krebsbücher sind doof«, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch.

 

Kommentar:

Ich wollte dieses Buch eigentlich gar nicht lesen. Denn ich bin ganz bei Hazel, der Protagonistin des Romans: »Krebsbücher sind doof.« Und sie machen mir Angst. Aber als ich »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« vor zwei Wochen auf dem Flohmarkt gesehen habe, konnte ich nicht widerstehen, denn natürlich hatte ich schon viel Gutes davon gehört. Nicht, dass ich solchen Lobeshymnen noch trauen würden, aber in diesem Fall bin ich wirklich froh, dass ich meine Vorbehalte gegen gehypte Bücher über Bord geworfen habe.

»Das Schicksal ist ein mieser Verräter« ist ein uneingeschränkt lesenswertes, wunderschönes und hochemotionales Buch. Irgendwie ist das ja auch kein Wunder bei diesem Thema und der krebskranken Protagonistin Hazel Grace, die weiß, dass es für sie keine Heilung gibt und dass es ein Wunder ist, dass sie überhaupt noch lebt. Aber Hazel hat gelernt, mit der Krankheit und ihren Auswirkungen zu leben und begegnet dem Leben – meist – mit Tapferkeit, Kampfgeist und einer großen Portion Zynismus. Ihr eintöniges Leben erlebt eine Wendung, als Hazel in der Selbsthilfegruppe für krebskranke Kinder Augustus kennenlernt, mit dem sie sich blind versteht und in den sie sich sofort verliebt. Natürlich wissen sie beide, dass ihre gemeinsame Zeit beschränkt ist – und sie tun alles, um das Beste daraus zu machen. Die beiden dabei zu begleiten, macht einen als Leser gleichermaßen traurig und glücklich, bringt einen zum Lachen und zum Weinen (manchmal auch gleichzeitig). Es ist bewegend und herzzerreißend tragisch.

Das Buch ist ein Stern unter den oft so austauschbaren unbedeutenden Jugendbüchern. Es ist noch besser als »Eine wie Alaska« (s. Keine Rezension), das mich auch schon so sehr berührt hat, dass mir die Worte für eine Rezension gefehlt haben, weil ich nicht den Eindruck hatte, dem Roman gerecht werden zu können. Deshalb mach ich jetzt hier auch mit der Anmerkung Schluss, dass ich den deutschen Titel noch besser als den englischen finde – er passt einfach perfekt zu diesem Buch.

 


15/15

[Rezension] Maggie Stiefvater: Rot wie das Meer

Originaltitel: The Scorpio Races

Klappentext:
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot.

Kommentar:
Ich war extrem skeptisch bezüglich dieses Buches, nicht zuletzt wegen einiger durchwachsener Kritiken, z.B. von Holly, die für mich in Sachen Stiefvater-Bücher eine verlässliche Quelle ist. Zum Glück habe ich »Rot wie das Meer« trotzdem gelesen – es ist für mich bis dato eines der Highlights 2013.

Das Buch basiert im Groben auf einer keltischen Sage über die Capaill Uisce (gesprochen: KAPpl ISCHke), ziemlich blutrünstige Pferde, die die meiste Zeit im Wasser leben und eher an Raubtiere als an normale Pferde erinnern. Gelingt es, sie im November aus dem Meer zu locken und einigermaßen zu zähmen, hat man ein wahnsinnig schnelles Rennpferd, das jedoch seine Gefährlichkeit und seine Liebe zum Salzwasser nie einbüßt. In »Rot wie das Meer« gehört es zu einem festen Bestandteil des Lebens, dass einige mutige Bewohner der Insel Thisby im Herbst die Capaill Uisce fangen, die an Land kommen, um mit diesen das alljährliche berühmte Skorpio-Rennen zu bestreiten.

Seit langer Zeit ist der junge Sean Kendrick beim Rennen dabei; er hat mit seinem roten Hengst Corr bereits viermal gesiegt und gilt als eine Art (Wasser-)Pferdeflüsterer. Erstmals meldet jedoch auch ein Mädchen fürs Rennen, Kate »Puck« Connolly, und als wäre das nicht schon schlimm genug, will sie auch noch mit einem normalen Pferd gegen die Capaill Uisce antreten. Sie stößt auf einigen Widerstand, doch ausgerechnet Sean setzt sich für sie ein – und hilft ihr auch bei der Vorbereitung aufs Rennen. Die beiden kommen sich im Laufe der Handlung auf eine sehr leise Art und Weise näher; nicht durch Worte, sondern durch Blicke und kleine Gesten mit großer Wirkung. Die Darstellung ihrer Beziehung erfolgt sehr zurückhaltend, aber extrem intensiv, und erinnert an »Shiver«, auch wenn zwischen Sean und Puck weit weniger – für viele Leser, die auf eine Liebesgeschichte hoffen, vielleicht auch zu wenig – passiert.

Man muss definitiv die leisen Töne und eine eher gemächliche Erzählweise mögen, damit einem das Buch uneingeschränkt gefällt – vor allem die erste Hälfte könnte für den einen oder anderen ein wenig spannungsarm sein. Mich hat das Buch aber von Beginn an fasziniert: mit diesen seltsamen Wasserpferden, die aufgrund ihrer Ambivalenz gar nicht so einfach zu fassen sind, mit der grauen und stürmischen Atmosphäre, mit den leicht verschrobenen Inselbewohnern, den interessanten und eigenwilligen Protagonisten und der Magie, die vor allem Sean über die Capaill Uisce ausübt. Ich glaube, dass vieles in diesem Buch auf »Pferdemenschen« anders und vor allem intensiver wirkt als auf Leser, die mit Pferden nichts am Hut haben; allein schon, das Verhalten eines Pferdes zu kennen und die Kraft eines Pferdes unter dem Sattel gefühlt zu haben, dürfte da für die eine oder andere Szene Einiges ausmachen. Ich bin mir insofern nicht ganz sicher, ob Leute, die keinen Draht zu Pferden haben, mit diesem Buch richtig glücklich werden können. Einen Versuch ist es aber allemal wert, denn Stiefvater erzählt einmal mehr eine wunderbare Geschichte!

 

14/15

 

Trivia:
Maggie Stiefvater hat vor Kurzem ein Cover Round-up zum Buch gepostet. Dabei ist mir aufgefallen, dass der deutsche Verlag sich als Einziger gegen ein Pferd auf dem Cover entschieden hat. Wie mir Herr Lindner vom Loewe-Verlag auf Nachfrage mitteilte, war das eine bewusste Entscheidung. Man wollte vermeiden, dass das Buch vom Endkunden als Pferdebuch wahrgenommen wird.

Und wer die November-Cakes nachbacken will, deren Beschreibung einem schon beim Lesen des Buches das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, findet das Rezept inkl. Selbstversuch bei Holly.

[Rezension] Samantha Young: Dublin Street – Gefährliche Sehnsucht

Originaltitel: On Dublin Street
Dublin Street, #1

 

Verlagstext:
Jocelyn Butler ist jung, sexy und allein. Seit sie ihre gesamte Familie bei einem Unfall verloren hat, vertraut sie niemandem mehr. Braden Carmichael weiß, was er will und wie er es bekommt. Doch diesmal hat der attraktive Schotte ein Problem: Die kratzbürstige Jocelyn treibt ihn mit ihren Geheimnissen in den Wahnsinn. Zusammen sind sie wie Streichholz und Benzinkanister. Hochexplosiv. Bis zu dem Tag, als Braden mehr will als eine Affäre und Jocelyn sich entscheiden muss, ob sie jemals wieder ihr Herz verschenken kann.

 

Kommentar:
Dieses Buch war irgendwie komplett an mir vorübergegangen, obwohl es in aller Munde und als E-Book inzwischen sogar schon auf Deutsch erschienen ist (die Printausgabe wird am 15.2.2013 veröffentlicht). Ich bin erst darauf aufmerksam geworden, als es auf einem englischen Blog – den ich dummerweise nicht wiederfinde – zum besten Buch des Jahres 2012 gekürt wurde.

 

Als die angehende Schriftstellerin Joss Butler sich bei Ellie Carmichael in einem Luxusappartement einmietet, ahnt sie nicht, dass sich dadurch ihr ganzes Leben ändern wird: Ihre Mitbewohnerin wird zu ihrer Freundin und deren Bruder zu Joss’ »Fickkumpan« – ganz ohne Verpflichtungen und zeitlich begrenzt auf einige Monate. Es ist schnell klar, dass zwischen Joss und Braden mehr ist als eine unverbindliche Affäre, doch ein tragisches Ereignis setzt in Joss tief sitzende Ängste frei, die alles zu zerstören drohen …

Zentrales Thema der Geschichte sind im Grunde Joss’ psychische Probleme, insbesondere ihre massiven Bindungsängste. Seit sie als Jugendliche ihre Familie und nicht viel später ihre beste Freundin verloren hat, vermeidet sie ernsthafte Bindungen und öffnet sich niemandem. Selbst ihre beste Freundin weiß nicht, was mit ihren Eltern geschehen ist, denn Joss verdrängt den Verlust mit großer Konsequenz und schweigt die Vergangenheit tot. Ihre neue Mitbewohnerin Ellie allerdings schafft es mit ihrer positiven, offenen und netten Art innerhalb kürzester Zeit, Joss einige persönliche Dinge zu entlocken. Obwohl die beiden unterschiedlicher kaum sein könnten, entsteht zwischen ihnen eine echte Freundschaft, und Joss muss verwundert feststellen, dass sie die Romantikerin richtig ins Herz geschlossen hat.

Weniger einfach ist das Verhältnis zu Ellies Bruder Braden. Von der ersten Begegnung an herrscht zwischen den beiden eine fast unheimliche Anziehungskraft, der sie sich irgendwann nicht mehr verschließen können. Sie beginnen eine Affäre, die zeitlich begrenzt und rein sexuell sein soll, doch vor allem Letzteres ist von Anfang ganz offensichtlich nicht der Fall. Im Gegensatz zu Joss, die ihre wahren Gefühle bis zuletzt vor sich selbst und Braden konsequent verleugnet, verhält Braden sich zu jeder Zeit wie ein echter Partner – und zwar wie einer, den man sich nur wünschen kann. Er findet im Umgang mit der verkorksten Joss genau das richtige Maß: Mal zwingt er sie zu ihrem Glück, mal gibt er ihr den Freiraum, den sie braucht. Er ist geduldig, verständnisvoll, unterstützt, bestärkt und beschützt sie, rückt ihr auch mal den Kopf zurecht, wenn sie es braucht, begegnet ihren Eskapaden mit viel Humor – er ist einfach perfekt. Kein Wunder, dass Joss ihr Glück nicht so richtig fassen kann!

Samantha Young schafft es wirklich richtig gut zu zeigen, wie Joss mit Hilfe der Geschwister und einer Therapeutin nach acht Jahren endlich beginnt, sich den tragischen Ereignissen aus der Vergangenheit zu stellen und wie sie sich dadurch mehr und mehr öffnet, teilweise ohne es selbst zu merken. Dass ein neuerlicher Schicksalsschlag sie gegen Ende des Buches kurzfristig völlig aus der Bahn wirft, ist nachvollziehbar. Was in der Folge aber hinsichtlich ihrer Beziehung zu Braden passiert, ist ganz schön anstrengend und auch ziemlich überflüssig; dieses Hin und Her hätte absolut nicht sein müssen, ebenso wenig wie diese schreckliche »Du bist zu gut für mich«-Nummer. Mit der Erzählweise war ich ebenfalls nicht immer hundertprozentig glücklich, weil der Stil zum Teil sehr berichtend ist und längere Zeiträume in wenigen lapidaren Sätzen zusammengefasst werden.

Insgesamt ist »Dublin Street« aber ein tolles Buch mit absolut überzeugenden Figuren, denen auch die Ecken und Kanten nicht fehlen, sodass sie sicher im Gedächtnis bleiben. Ich freu mich schon sehr auf die Fortsetzung, die im Mai erscheinen wird.

 


13 Punkte

 

Serieinfo:
01 On Dublin Street | Dublin Street – Gefährliche Sehnsucht
02 Down London Road (Mai 2013)