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Originaltitel: Rising Moon
Nightcreature-Serie, Teil 6

Inhalt:
Seit ihre Schwester Katie spurlos verschwunden ist, befindet sich die Privatdetektivin Anne Lockheart auf der Suche nach ihr. Da stößt sie endlich auf einen entscheidenden Hinweis, der sie zu einem Jazzclub im French Quarter von New Orleans führt. Dessen Besitzer ist der attraktive John Rodolfo ein begnadeter Musiker, der etwas tief in Annes Seele anrührt. Doch sein regelmäßiges nächtliches Verschwinden weckt schon bald ihr Misstrauen. Allerdings ist es nicht so einfach, Johns Geheimnis zu lüften. Weitaus einfacher dagegen, seinem verführerischen Charme zu erliegen …
Kommentar:
Mit »Wolfspfade« hat Lori Handeland nach einem etwas schwächeren fünften Teil wieder zurück in die Spur gefunden. Erneut spielt das Buch im sehr stimmungsvoll beschriebenen New Orleans, wohin es Privatdetektivin Anne auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester Katie verschlägt. Von ihrer Schwester entdeckt sie keine Spur; dafür erfährt sie von Polizist Sullivan, dass in der Mondsichelstadt seit längerer Zeit seltsame Dinge vor sich gehen: Zahlreiche Menschen werden auf bestialische Weise getötet und ihre Leichen verschwinden aus dem Leichenschauhaus. Auch wenn Anne es nicht recht wahrhaben will, muss sie erkennen, dass sie es hier mit übernatürlichen Kräften zu tun hat, von denen sie lieber nichts gewusst hätte. Außerdem verliebt sie sich Hals über Kopf in den blinden Nachtclubbesitzer John Rodolfo, und obwohl ihr klar ist, dass er ein Geheimnis verbirgt und mit den vielen Toten und Vermissten zu tun haben könnte, lässt sie sich auf ihn ein …
Wie schon in »Wolfsbann« hat man es mit Voodoo sowie den verschiedenen Formen von Werwölfen bzw. loup garous zu tun, was eine Reihe teils ein wenig ermüdende Erklärungen nach sich zieht. Im Vergleich zum Vorgänger passt diesmal aber das Verhältnis zwischen der Krimihandlung und der Liebesgeschichte wieder besser: Die Liebesbeziehung nimmt einen großen Stellenwert innerhalb der Geschichte ein; ihre besondere Dramatik bezieht sie aus der Frage, welches Geheimnis John verbirgt und ob er der gesuchte Mörder ist. Der Bogen, den Handeland am Ende hin zu vorherigen Bänden schlägt, war für mich ebenso überraschend wie genial, der Grund für Johns Veränderung allerdings nur bedingt nachvollziehbar. Etwas mehr Transparenz wäre an dieser Stelle wünschenswert gewesen – ebenso wie ein weniger überstürztes Ende.
Da sie ebenfalls in New Orleans leben, bleibt ein Wiedersehen mit der Voodoo-Priesterin Cassandra und Devon Murphy aus »Wolfsbann« sowie Diane und Adam Ruelle aus »Wolfsfieber« nicht aus. Ein Auftritt von Mandenauer (mit Dr. Elise Hanover im Schlepptau) darf selbstverständlich auch nicht fehlen; Mandenauer verhält sich diesmal allerdings ziemlich merkwürdig, er fuchtelt nämlich ausnahmsweise nicht mit seiner Waffe herum und bedroht pro forma alle, die ihm vors Gewehr kommen.
Es ist wirklich bemerkenswert, wie abwechslungsreich Handeland diese Serie gestaltet. Während andere Autoren die (fast) immer gleiche Geschichte mit anderen, aber ähnlichen Protagonisten erzählen, enthält jeder »Nightcreatures«-Band neue Facetten und teils etwas sperrige, aber immerhin individuelle Charaktere. Der Seriencharakter bleibt dank der bandübergreifenden Rahmenhandlung und der wiederkehrenden Figuren dennoch erhalten, die Bücher funktionieren aber trotzdem auch als Einzeltitel.
Fazit:
12/15 – Ein richtig guter Mix aus (Mystery-)Krimi und Liebesgeschichte mit sympathischen Protagonisten und toller Atmosphäre.
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Serieninfo:
01 Blue Moon | Wolfskuss
02 Hunter’s Moon | Wolfsgesang
03 Dark Moon | Wolfsglut (Rezension)
04 Crescent Moon | Wolfsfieber (Rezension)
05 Midnight Moon | Wolfsbann (Rezension)
06 Rising Moon | Wolfspfade (Rezension)
07 Hidden Moon
08 Thunder Moon
09 Marked by the Moon (11/2010)
10 Moon Cursed (03/2011)
11 N.N. (11/2011)
OT: Midnight Moon
Nightcreature-Serie, Teil 5

Inhalt:
Cassandra ist die Inhaberin eines Voodoogeschäfts in New Orleans. Im Auftrag einer Geheimgesellschaft reist sie nach Haiti, um die Wahrheit über einen alten Fluch herauszufinden. Der Glücksjäger Devon Murphy erklärt sich bereit, Cassandra auf ihrer Reise zu begleiten, doch sein sinnlicher Charme beschwört ganz unerwartete Gefahren herauf …
Kommentar:
Teil 5 der Nightcreature-Serie fällt im Vergleich zu den anderen Büchern ziemlich aus dem Rahmen, diesmal geht es nämlich nicht um Werwölfe, sondern um Voodoo, Zombies und andere Gestaltwandler; im Vergleich zu den Vorgängern spielt außerdem die Liebesgeschichte nur eine untergeordnete Rolle. Mangelnde Flexibilität und Abwechslungsfreude kann man Lori Handeland nicht vorwerfen; Leser, die auf Altbewährtes hoffen, könnten hingegen eine Enttäuschung erleben. Zur Verteidigung der Autorin soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Reihentitel im Original nichts mit Werwölfen zu tun hat, sondern Nightcreature-Serie heißt, und dass statt dem Wolf (Wolfbann, Wolfsblut etc.) der Mond (Blue Moon, Dark Moon usw.) titelgebend für die einzelnen Bände ist.
Protagonistin Cassandra, eine Voodoo-Priesterin mit geheimnisumwitterter Vergangenheit, ist bereits aus »Wolfsfieber« (Band 4) bekannt. Sie erhält vom Monsterjäger Edward Mandenauer den Auftrag, nach Haiti zu reisen und dort herauszufinden, wie man eine vor Jahrhunderten verstorbene Voodoo-Priesterin zum Leben erwecken kann, damit diese einen einst ausgesprochenen Fluch aufhebt. In Haiti angekommen, lernt Cassandra den ebenso gutaussehenden wie undurchsichtigen Devon Murphy kennen, der sich bereit erklärt, sie in die Berge zu bringen, wo ein Mann leben soll, der Antworten auf ihre Fragen hat. Gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise, die jede Menge ungeahnte Gefahren birgt. Magische Bewährungsproben müssen überstanden und Angriffe von Zombies und anderen seltsamen Kreaturen abgewehrt werden, bevor Cassandra nach New Orleans zurückkehren kann. Doch dort bessert sich ihre Situation nicht: Sie wird von verstörenden Träumen (die für den einen oder anderen Leser vielleicht grenzwertig sein dürften) und einem Menschen heimgesucht, der noch eine Rechnung mit ihr offen hat und sie für seine eigenen Zwecke einspannen will.
Cassandra und Murphy haben also allerhand zu überstehen und müssen nebenbei auch noch gegen die gegenseitige sexuelle Anziehungskraft kämpfen – erfolglos, versteht sich, auch wenn man das Prickeln zwischen den beiden als Leser nicht recht nachvollziehen kann. Wie es genau dazu kommt, dass die beiden schließlich übereinander herfallen, obwohl Murphy so dehydriert ist, dass er kaum noch laufen kann, ist auch nicht so ganz ersichtlich. Das passt aber zur ganzen Liebesgeschichte zwischen den beiden, die völlig im Voodoo-Plot untergeht, am Ende überstürzt wirkt und deshalb für meine Begriffe nicht wirklich gelungen ist.
Das hängt sicher zu einem nicht unwesentlichen Teil mit den Figuren zusammen. Devon Murphy wird als gutaussehend und sexy beschrieben (was sonst!), ist darüber hinaus aber eine farblose, undurchsichtige und nicht wirklich gut ausgearbeitete Figur; sein Hintergrund bleibt ebenso im Dunklen wie seine tiefere Handlungsmotivation. Cassandra auf der anderen Seite fällt zunächst in erster Linie durch ihren Fanatismus auf, die Voodoo-Priesterin hat nämlich ihre ganz eigenen Motive, sich für die Erweckung von Toten zu interessieren: Sie möchte ihre verstorbene Tochter ins Leben zurückholen. Vor allem zu Beginn des Buches ist sie geradezu besessen von diesem Gedanken, und für ihr Ziel nimmt sie jedes Risiko in Kauf. Im Verlauf des Buches erfährt man einiges über ihre Vergangenheit und Voodoo-Fähigkeiten, dennoch bleibt auch sie blass und ist wenig sympathisch.
Alles in allem ist das Buch weniger ein Liebes- als ein Abenteuerroman, in dem man Einblicke in den Voodoo-Kult erhält. Obwohl die Religion der Geschichte einen interessanten Aspekt verleiht, und Cassandra und Murphy ständig um Leib und Leben fürchten müssen, zieht sich die Handlung zunächst ein wenig; zurück in New Orleans wird dann das Tempo allerdings mächtig angezogen, und das Buch endet fast ein wenig zu schnell. Für Freunde der anderen Jägersucher sei erwähnt, dass die Geheimorganisation diesmal ziemlich im Hintergrund bleibt. Ganz ohne einen Auftritt des tyrannischen Oberdespoten Edward Mandenauer kann es aber natürlich nicht abgehen, weshalb er auch diesmal ohne Rücksicht auf Verluste in der Gegend rumballern darf.
Fazit:
9/15 – Kein Highlight der Serie, aber dennoch – vor allem im Vergleich zu vielen anderen Büchern dieses Genres – ganz gute Unterhaltung.
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Serieninfo:
01 Blue Moon | Wolfskuss
02 Hunter’s Moon | Wolfsgesang
03 Dark Moon | Wolfsglut (Rezension)
04 Crescent Moon | Wolfsfieber (Rezension)
05 Midnight Moon | Wolfsbann (Rezension)
06 Rising Moon | Wolfspfade
07 Hidden Moon
08 Thunder Moon
Originaltitel: When Angels Burn
1. Band der Darkyn-Serie

Inhalt:
Dr. Alexandra Keller ist eine erfolgreiche Schönheitschirurgin, die ihre Praxis auch des Öfteren für Bedürftige kostenlos zur Verfügung stellt. Eines Tages erhält sie einen Anruf von dem Millionär Michael Cyprien, der dringend ihre Hilfe braucht. Als sich Alexandra weigert, seinen Fall zu übernehmen, lässt dieser sie kurzerhand entführen. Was Alexandra nicht weiß: Michael ist ein vierhundert Jahre alter Vampir. Er wurde von seinen Feinden furchtbar entstellt, doch seine raschen Heilungskräfte machen eine Operation nahezu unmöglich. Alexandra muss all ihre Fähigkeiten als Chirurgin aufwenden, um ihm zu helfen.
Kommentar:
»Versuchung des Zwielichts« ist der Auftakt der Darkyn-Serie von Lynn Viehl, die in den USA schon seit Jahren große Erfolge feiert. Das Buch wird üblicherweise den paranormalen Liebesromanen zugeordnet, gehört jedoch meines Erachtens nicht wirklich in dieses Genre. Man hat es eher mit einem Urban-Fantasy-Buch mit Kirchenthriller-Elementen zu tun; die implizierte Lovestory spielt nämlich nur eine untergeordnete Rolle, und ich konne mich zudem des Eindrucks nicht erwehren, dass die Beziehung zwischen Alex und Michael eher sexuell als emotional motiviert ist.
Der Roman fesselt von der ersten bis zur letzten Seite mit einer stellenweise übertriebenen, aber spannenden Handlung und interessanten Figuren. Die Haupthandlung wird aus verschiedensten Perspektiven erzählt und dreht sich um den Überlebenskampf der Darkyn, einer vampirähnlichen Rasse, deren genaue Entstehung im Mittelalter (noch) im Dunklen liegt, und die inzwischen – weitgehend unerkannt – unter den Menschen in einer modernen Welt lebt. Bereits seit Jahrhunderten werden die Darkyn vom kirchlichen Geheimorden der guten Brüder verfolgt; der Kampf zwischen diesen Gruppen wird mit großer Brutalität geführt. Es gibt zahlreiche Folter- und andere Gewaltszenen, über die zwar meist nur rückblickend oder andeutungsweise berichtet wird, die aber deshalb nicht weniger erschreckend sind – für Zartbesaitete dürfte das Buch insofern eher nichts sein. Eingebettet in die Haupthandlung sind nicht nur die Beziehung zwischen Alexandra und Michael, sondern darüber hinaus viele Schicksale und kleine Geschichten der auf beiden Seiten in den Kampf verwickelten Personen.
Der Fokus liegt auf Alexandra Keller. Die renommierte plastische Chirurgin, die von Michael Cyprien entführt wird, damit sie sein vollkommen zerstörtes Gesicht wiederherstellt, ist eine wirklich tolle Heldin. Sie ist selbstbewusst, entschlossen und loyal und punktet mit ihrem Sarkasmus; im Umgang mit Michael Assistentin und zum Teil auch mit ihrem Bruder ist sie für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu ordinär, wodurch sie ihre sonstige Souveränität schmälert. Die Existenz der Darkyn und ihre eigene Rolle akzeptiert sie ein wenig zu schnell und selbstverständlich, davon abgesehen gibt es aber nichts an der Figur auszusetzen.
Im Gegensatz zu Alexandra ist Michael Cyprien etwas blass geraten. Er ist zwar fraglos attraktiv, für einen so mächtigen Mann, der vor nicht allzu langer Zeit fürchterliche Qualen erlitten hat, erscheint er aber dennoch eine Spur zu weichgespült, zu geduldig und nett und schlicht nicht dominant genug. Dafür gibt es aber jede Menge interessanter Nebencharaktere in den Reihen der Darkyn, etwa Lucan, Thierry oder Philippe, auf deren Geschichten man sich freuen kann.
Fazit:
13/15 – Ein toller Serienauftakt, der richtig Lust auf mehr macht – vorausgesetzt, man kann sich damit anfreunden, dass die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund der Handlung steht.
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Serieninfo:
01 If Angels Burn | Versuchung des Zwielichts
02 Private Demon | Im Bann der Träume (August 2010)
03 Dark Need | Dunkle Erinnerung (Februar 2011)
04 Night Lost
05 Evermore
06 Twilight Fall
07 Stay the Night
Inhalt:
Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.
Kommentar:
Was soll ich sagen … Ich hab mich mal wieder von der allgemeinen überbordenden Begeisterung anstecken lassen und konnte sie am Ende nicht teilen. Allerdings hatte ich nach Winterkatzes Rezension schon das allerschlimmste befürchtet – und so schlimm kams dann doch wieder nicht.
Die oftmals kritisierte Ellie ist zwar keine übermäßig sympathische Protagonistin, ich empfand sie aber als lange nicht so schlimm wie andere Leser. Obwohl ich selbst in einer Kleinstadt aufgewachsen bin, kann ich mir lebhaft vorstellen, dass man als Teenager die Krise kriegt, wenn man kurz vor dem Abitur von den Eltern von der Großstadt in ein 400-Seelen-Dorf verpflanzt wird. Dass Ellie nach Jahren in der Stadt mit dem Landleben, den ländlichen Gepflogenheiten und der Schönheit der Natur nichts anzufangen weiß, halte ich für absolut glaubhaft, und dass sie wegen des Umzugs zornig, bockig, selbstmitleidig und destruktiv ist, ist für mich absolut nachvollziehbar – und irgendwie auch berechtigt. Dass ihre Eltern gute Gründe für den Umzug haben, weiß sie nicht, schließlich reden sie nicht mit ihr; für Ellie stellt sich der Umzug folgerichtig als egoistische Aktion ihrer Eltern dar, die rücksichtsvollerweise ruhig bis zu ihrem Schulabschluss hätten warten können, bevor sie Köln verlassen. Doch bei allem Verständnis: Ellie ist alles andere als eine Heldin, die man ins Herz schließt und sie ist teilweise ziemlich anstrengend. Andererseits ist ihr ganzes Verhalten, auch gegenüber ihrer neuen Schulkameraden, ihren Eltern und Colin, für mein Empfinden aber stimmig und zeigt ein Mädchen, das sich aus seiner Unsicherheit heraus teilweise ziemlich seltsam und ungeschickt verhält. Das ist vielleicht nicht sympathisch, aber wenigstens authentisch – was für mich vieles entschuldigt und weshalb ich vieles verzeihe.
Problematischer als die Figur Ellie ist für mich die Tatsache, dass in diesem Buch eigentlich sehr, sehr wenig passiert. Es kommt wahnsinnig schwer in die Gänge und beschäftigt sich knapp 200 Seiten lang fast ausschließlich mit Ellies Leid. Es folgen zahlreiche hypermysteriöse Andeutungen, Träume und Ereignisse, die zum Teil in Zusammenhang mit dem nicht weniger geheimnisvollen Colin stehen, der immer wieder unvermittelt Ellies Weg kreuzt, um sie dann von sich zu stoßen. Eine Weile bezieht der Roman Spannung aus der Frage, was es mit Colin auf sich hat, doch als das aufgeklärt und mit Informationen unterfüttert ist, flacht die Handlung wieder deutlich ab. Es fehlt im Mittelteil über weite Strecken der rote Faden; man weiß nicht, was das Ziel ist, wo alles hinführen soll und kann daher die Ereignisse nicht einordnen. Die Geschichte ist nett, doch die Erzählung plätschert relativ ereignisarm vor sich hin, die Erlebnisse wirken teils aneinanderngereiht und es fehlt der Spannungsbogen. Erst gegen Ende nimmt die Erzählung wieder an Fahrt auf, bietet einen etwas undurchsichtigen Showdown und einen halbwegs offener Schluss, der einen nach Band 2 der Trilogie rufen lässt.
Die Grundidee hinter der Geschichte ist nicht sensationell neu, aber noch nicht sehr ausgiebig beackert und wirkt insofern frisch. Bettina Belitz hat die zugrundeliegende Mythologie überzeugend adaptiert und mit ihren eigenen Ideen versehen – die Handlung der folgenden Bände könnte wirklich sehr interessant werden. Vom Mythos hinter Colin abgesehen, unterscheidet das Buch in der Anlage gar nicht so sehr von anderen paranormalen (Teenie-)Romanzen, in denen sich eine Außenseiterin in einen geheimnisvollen Jungs verliebt und trotz aller vermeintlicher Ausweglosigkeit um eine unmöglich scheinende Beziehung kämpft. Die weit verbreitete Begeisterung darüber, dass dieses Buch mal was ganz anderes sei, kann ich insofern nicht nachvollziehen.
Wirklich bemerkenswert ist der Stil des Buches. Ich habe selten so viele sorgsam gewählte Verben sowie zahlreiche, aber nie übertrieben eingesetzte Adjektive und Adverben erlebt wie hier – Belitz muss entweder extensiv an ihrem Ausdruck gefeilt haben oder ein unglaubliches Sprachgefühl besitzen. So oder so, das Ergebnis ist mehr als überzeugend: Selten habe ich so gut beschriebene Szenen gelesen und so deutlich vor meinem inneren Auge gesehen wie hier. Sprachlich-stilistisch macht das Buch riesigen Spaß und kompensiert so zum Teil die etwas schleppende Handlung.
Fazit:
10/15 – Ein gutes Buch, dem ein interessanter Mythos zugrunde liegt, das aber viele Längen hat.
Originaltitel: Angel’s Blood
Gilde der Jäger, Teil 1

Inhalt:
Die Vampirjägerin Elena Deveraux wird von dem ebenso charismatischen wie gefährlichen Erzengel Raphael angeheuert. Diesmal ist es jedoch kein entflohener Vampir, den sie aufspüren soll, sondern ein abtrünniger Erzengel. Um den Auftrag erfüllen zu können, muss Elena bis an die Grenzen ihrer Fähigkeiten gehen und darüber hinaus! Zugleich weckt der übermenschliche Raphael eine ungeahnte Leidenschaft in ihr. Doch seine Berührung könnte für Elena den Tod bedeuten, denn im Spiel der Erzengel zahlen die Sterblichen den Preis!
Kommentar:
Mit ihrer neuen Serie schickt Nalini Singh ihre Leser in ganz neue Gefilde: in eine von Erzengeln beherrschte Welt. Gott spielt dabei keine Rolle, und Singhs Engel haben auch herzlich wenig mit den liebenswerten, pausbäckigen und auf Wolken musizierenden himmlischen Wesen zu tun, sondern sind intrigante, teils brutale Herrscher, denen es einerseits um ihre persönliche Macht geht, die andererseits aber auch die Welt im Gleichgewicht halten. Den Menschen ist ihre Existenz bekannt, nicht wenige streben danach, sich von den Engeln in Vampire verwandeln zu lassen, um unsterblich zu sein; als Gegenleistung dienen sie ihren Erschaffern einhundert Jahre lang. Es gibt jedoch immer wieder Vampire, die abtrünnig werden und versuchen zu fliehen – dann kommt die Gilde der Jäger ins Spiel, um die Ausreißer zu ihren Herren zurückzubringen. Bezüglich des Settings beschreitet Nalini Singh wie schon mit ihrer Psy-Changeling-Serie neue Wege und überzeugt mit einer innovativen, stimmigen Fantasiewelt, die nicht allzu komplex ist, auf deren Beschreibung bzw. Ausarbeitung die Autorin allerdings dennoch ein bisschen mehr Augenmerk hätte legen können.
Die Geschichte handelt von der Jagd nach Uram, einen wahnsinnig gewordenen Erzengel, den die Gildenjägerin Elena aufspüren soll. Er ist das personifizierte Böse und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung in New York. Die ekligen, detaillierten Beschreibungen seiner Opfer sind nichts für Zartbesaitete und zeigen sehr deutlich das Ausmaß seiner Brutalität und seines Irrsinns. Richtig spannend ist die Jagd nach dem Erzengel nicht, das fällt aber kaum ins Gewicht, denn sie bildet ohnehin nur den Handlungsrahmen für die Liebesgeschichte zwischen Elena und ihrem Auftraggeber, dem Erzengel Raphael. Zwischen den beiden herrscht vom ersten Aufeinandertreffen an eine große sexuelle Anziehungkraft, und es gibt eine Vielzahl prickelnder Szenen, die später zwangsläufig zum Sex führen. Die Entwicklung ihrer Gefühle füreinander bleibt dabei etwas auf der Strecke, und generell herrscht in dem Buch trotz der sexgeschwängerten Stimmung eine eher kühle Atmosphäre.
Elena ist eine überzeugende Heldin, die manchmal zwar eine Spur zu tough und aufmüpfig, aber trotzdem sympathisch ist. Sie erweist sich als geradlinig, loyal und unprätentiös, hat jedoch ein traumatisches Erlebnis hinter sich, das im Dunklen bleibt. Obwohl sie eine durchweg positive Figur ist, wirkt sie relativ kühl und weckt daher auch keine großen Emotionen beim Leser. Gleiches gilt für Raphael, dessen überirdische Schönheit immer wieder betont wird – insbesondere im Zusammenhang mit seinen wundervollen, mehrfach detailliert beschriebenen Flügeln. Er ist deutlich ambivalenter angelegt als Elena: einerseits besonnen, fürsorglich und rücksichtsvoll, andererseits gewalttätig, herrisch und arrogant; seine negativen Züge werden allerdings plausibel erklärt, sodass sie kein allzu schlechtes Licht auf ihn werfen. Zudem verändert sich Raphael, der – passenderweise – ziemlich unnahbar wirkt, im Laufe des Buches durch Elena zum Positiven und wird menschlicher, was überzeugend beschrieben ist, wenngleich der Konflikt in ihm besser hätte herausgearbeitet werden können. Trotzdem fehlt auch ihm der letzte Kick, um den Leser richtig mitzureißen.
Die Übersetzung scheint solide und liest sich ganz flüssig, wenn man davon absieht, dass einer der Vampire in der ersten Hälfte des Buches »Schlangengift« genannt wird und in der zweiten Hälfte »Venom« (=Schlangengift). Zudem ist die Sprache bei Dialogen, in denen es sich um Sex dreht, zum Teil relativ ordinär und passt nicht recht zum Rest des Buches sowie nur bedingt zu den Figuren; ob das auf die Kappe der Übersetzerin geht oder schon im Original schon so ist, wage ich nicht zu beurteilen.
Ich bin gespannt, wie sich die Serie weiter entwickeln wird: Da im zweiten Teil Raphael und Elena wieder die Protagonisten sind, gehe ich im Moment fast davon aus, dass die Bücher weg von der Romantasy- und hin in die Urban-Fantasy-Richtung entwickeln. Ich bin in jedem Fall mit von der Partie!
Fazit:
12/15 – Ein guter Serienauftakt, der Lust auf mehr macht, dem allerdings die Spannung ein wenig abgeht und der bezüglich der Figuren und der Atmosphäre etwas zu kühl wirkt.
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Serieninfo:
01 Angel’s Blood | Engelskuss
02 Archangel’s Kiss
Außerdem zwei Novellas: »Angels’ Pawn« und »Angel’s Judgment« (in der Anthologie »Must Love Hellhounds«).
1. Teil der Ghostwalker-Serie
Inhalt:
Die Journalistin Marisa Pérèz lebt nach einem Skandal zurückgezogen in den Bergen Kaliforniens. Eines Nachts findet sie einen verletzten nackten Mann auf ihrer Veranda. Sie nimmt sich seiner an und versorgt seine Wunden. Am nächsten Morgen steht die Polizei vor der Tür – in der Nachbarschaft wurde ein Mord verübt. Marisa ahnt nicht, dass der faszinierende Fremde ein Geheimnis hütet, das ihre Welt erschüttern wird …
Kommentar:
Die zufällige Rettung eines attraktiven Fremden verändert Marisas Leben, denn dadurch gerät sie in tödliche Gefahr und muss gemeinsam mit ihm flüchten. Als sie nach einigen Schwierigkeiten schließlich das Lager von Coyles Leuten erreichen, gerät ihre Weltvorstellung ins Wanken: Sie erfährt, dass Coyle und seine Leute Gestaltwandler sind – halb Mensch, halb Berglöwe (Puma) –, die von einem Unbekannten gejagt werden. Ein Junge namens Bowen wurde bereits entführt, und die Gestaltwandler setzen alles daran, ihn zu befreien. Dabei geraten Coyle und Marisa aber auch selbst ins Visier der skrupellosen Verbrecher.
Mit einigem Interesse habe ich dem ersten Teil der Ghostwalker-Serie entgegengeblickt, denn mit Michelle Raven wendet sich eine relativ bekannte deutsche Romantic-Suspense-Autorin dem Genre der paranormalen Liebesromane zu. Im Zentrum stehen Gestaltwandler, bei denen es sich allerdings ausnahmsweise mal nicht um Werwölfe handelt, sondern – vorwiegend – um Raubkatzen. Davon abgesehen bleibt sie aber ihrer Linie treu: Das Buch trägt sehr deutliche Romantic-Suspense-Züge – und bestätigt meinen früheren Eindruck, dass ich mit diesem Liebesroman-Sub-Genre herzlich wenig anfangen kann.
Ich erwarte von einem Liebesroman keine realisische Handlung, aber was hier geboten wird, ist mir einfach zu arg. Da schleppt die verschreckte Marisa, die ja keinem Menschen auf der ganzen Welt mehr trauen kann, einen verletzten Fremden in ihre Hütte, versorgt ihn und lässt ihn im Haus übernachten, statt Polizei und/oder Ambulanz zu rufen. Nicht viel später begibt sie sich mit ihm auf die Flucht, nur weil er ihr verkündet, sie befinde sich in Lebensgefahr. Dann müssen sie sich während der Flucht trennen, doch dank eines obskuren Adlers, der Marisa durch sein Verhalten zum Autodiebstahl anstiftet, kann sie Coyle nicht viel später doch wieder aufsammeln. Ein leerer Benzintank ist ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zum Lager von Coyles Leuten, ebenso wie die jeden Überlebensinstinkt überlagernde ständige und überwältigende Lust aufeinander. Zwar lauern überall Feinde, doch das hindert die beiden, die schon die ganze Zeit nervtötend heiß aufeinander sind, nicht daran, mitten in der Pampa übereinander herzufallen. Zwar schlafen die beiden nicht miteinander, aber immerhin Marisa kommt voll und ganz auf ihre Kosten.
Noch unglaublicher wird es, als die beiden schließlich das Lager erreicht haben, und sie schließlich erfährt, dass Coyle ein Gestaltwandler ist. Er hält sich nicht mit großartigen Erklärungen auf, sondern führt es ihr mit dem Hinweis, sie brauche keine Angst zu haben, einfach vor, indem er sich mal eben in einen Berglöwen verwandelt. Marisa ist für ein paar Sekunden schon ein wenig erschrocken, dann allerdings geht sie dazu über, seine vollkommene Schönheit zu bewundern, ihn zu kraulen und sich an sich zu schmiegen. Was soll ich sagen, daran, dass die beiden ununterbrochen heiß aufeinander sind, ändert auch die derzeitige Gestalt von Berglöwe Coyle nichts. Er baut sich also über ihr auf und leckt mit seiner raffinierten Raubtierzunge ihre Brüste, bis sie im Strudel ihres Höhepunkts versinkt. Marisas trockener Kommentar dazu: »Das war … ungewöhnlich. Wir sollten reden.« (S. 161). Ungewöhnlich ist wirklich ein gutes Stichwort! Als es nicht viel später endlich erstmals zum »echten« Vollzug kommt, hat Coyle zwar prinzipiell gerade seine menschliche Gestalt, Zunge und Zähne sind aber doch tierisch, außerdem hat er teilweise ein Fell. Ich staune ehrlich gesagt immer noch über diese m.E. sodomistisch angehauchten Szenen und finde es wirklich mutig, so etwas in diesem Buchsegment zu veröffentlichen – und noch mehr staune ich darüber, dass in kaum einem anderem Kommentar zum Buch darauf eingegangen wird. Dass Menschenfrauen, die sich mit Berglöwengestaltwandlern vereinigen, Berglöwenbabys zur Welt bringen, macht da auch schon nicht mehr viel aus.
Zur Kritik an der Handlung kommt, dass mich die Protagonisten gar nicht überzeugen konnten. Coyle bleibt relativ blass und gerät ständig in Lebensgefahr, aus der ihn Marisa retten muss, während Coyle nie zur Stelle ist, wenn sie ihn braucht (außer vielleicht sexuell). Marisa hadert mit ihrer Vergangenheit und handelt überhaupt nicht konsequent. Obwohl sie in einigen Situationen durchaus Mut und Stärke an den Tag legt, wirkt sie andererseits oft wie ein naives, oberflächliches kleines Mädchen. Ihre selbstzweiflerischen Anwandlungen – sie sorgt sich beispielsweise selbst nach dem heißesten Sex noch um ihre Augenringe, die möglicherweise ihre Attraktivität schmälern – sind aufgrund ihrer Unangemessenheit ziemlich anstrengend, und wie bereits mehrfach erwähnt ist die Sexfixierung der beiden Protagonisten selbst in schlimmsten Gefahren einfach nur unglaubwürdig und nervig.
Einen ansprechenden Nebenstrang bilden die Geschehnisse im Haus des besessenen Wissenschaftlers Stammheimer, der Jungberglöwengestaltwandler Bowen gefangen hält, um an ihm zu forschen. Interessant wird es, als Stammheimers eigentlich bei der Mutter lebende Tochter Isabel bei ihm aufschlägt, Bowen zufällig entdeckt und versucht, ihm zur Flucht zu verhelfen. Isabel und Bowen sind immerhin wesentlich sympathischer als Coyle und vor allem Marisa, wenngleich sie einige frappierende Gemeinsamkeiten mit den beiden aufweisen. Isabel reagiert zum Beispiel ebenso unfassbar gelassen auf die Verwandlung von Bowen in einen Berglöwen wie zuvor Marisa – sie schaut sich die Wandlung mit staunender Faszination an, krault die Raubkatze ein bisschen unterm Kinn und alles ist gut. Und als wäre es nicht schlimm genug, dass Marisa und Coyle nichts anderes im Kopf haben als immer nur Sex, kriegt auch Bowen, der an eine Liege gefesselt ist und tagelang gefoltert wurde, beim Anblick von Isabel unmittelbar eine Erektion – als hätte er sonst keine Probleme!
Stilistisch ist das Buch ebenfalls eigen. Michelle Ravens Erzählweise ist mir einfach viel zu ausufernd; sie breitet alles endlos aus und beschreibt jede Detail in einer Ausführlichkeit, die mich einfach nur gelangweilt hat. Man hätte »Die Spur der Katze« locker um 150–200 Seiten kürzen können, ohne dass man auf irgendwelche relevanten Inhalte hätte verzichten müssen – und es hätte dem Buch eher gut getan denn geschadet. Zugegebenermaßen ist das aber schlicht eine stilistische Eigenheit der Autorin, die der eine mag und der andere nicht.
Fazit:
5/15 – Sexbesessene Helden stolpern durch eine mit Gestaltwandlern angereicherte Geschichte, die jeder Logik entbehrt und auch noch so detailliert erzählt ist, dass sie trotz aller Action und Abenteuer langweilt. Freunde des Romantic-Suspense-Genres werden an dem Buch aber möglicherweise trotzdem ihre Freude haben.
Originaltitel: Be Mine Tonight
1. Teil der Schattenritter-Serie

Inhalt:
Seit sechs Templer während der Kreuzzüge in Vampire verwandelt wurden, dienen sie dem Vatikan als Schattenritter und suchen nach dem Heiligen Gral, der ihnen Erlösung verspricht. Einer von ihnen, der ruppige Einzelgänger Chapel, folgt einer Spur an die wilde Küste Cornwalls – und findet dort die willensstarke Prue, die sein Herz nach 600 Jahren wieder zum Glühen bringt …
Kommentar:
Die krebskranke Prudence Ryland ist zusammen mit dem Forscher Marcus Grey auf der Suche nach dem Heiligen Gral – in der Hoffnung, dass ein Schluck aus dem mystischen Gegenstand sie von ihrem Leiden heilen wird. Als die Kirche von ihrem Vorhaben erfährt, werden zur Wahrung der vatikanischen Interessen zwei Vertreter geschickt, die die Suche beaufsichtigen sollen: Pater Molyneux und der angebliche Historiker Chapel, der in Wahrheit einer der vampirischen Schattenritter ist und sich durch den Gral die Erlösung von seinem Vampirdasein erhofft. Zwischen Chapel und Pru knistert es von der ersten Begegnung an gewaltig, obwohl ihre Einstellung zu ihrem Dasein und die Gründe für die Gralssuche nicht unterschiedlicher sein könnte: Während Pru ihr Leben verlängern möchte, hofft Chapel, seine Existenz mithilfe des Grals beenden zu können. Vor allem in der zweiten Hälfte der Handlung tritt diese sehr gegensätzliche Lebenseinstellung deutlich hervor, denn Pru erfährt, wer bzw. was Chapel wirklich ist – und dass er sie retten kann. Chapel allerdings hadert mit seiner Moral und schaut tatenlos zu, wie seine Geliebte mit riesigen Schritten auf den sicheren Tod zusteuert …
Kathryn Smith hat eigentlich gute Voraussetzungen für einen guten paranormalen Liebesroman geschaffen, und das Buch startet auch vielversprechend, kann aber die geweckten Erwartungen nicht erfüllen. Die Gralsidee ist wirklich gut, doch die Handlung pläschert letztendlich ohne echte Höhepunkte vor sich hin und ist relativ spannungsarm. Nur bedingt nachvollziehbar war für mich die auf den ersten Blick und natürlich für die Ewigkeit entflammte Liebe zwischen den Protagonisten.
Apropos Protagonisten, die sind das Hauptproblem an der Geschichte – um genau zu sein: Chapel ist das Problem. Er ist eigentlich ein ziemlich klassischer Vampir: Er braucht Blut zum Überleben, verträgt kein Tageslicht, ist extrem schnell und stark und hat einen außergewöhnlich guten Geruchs-, Hör- und Sehsinn; zwar hat er im Gegensatz zum altbekannten Vampir ein Spiegelbild, dafür kann er in Menschengestalt – pardon, Vampirgestalt – fliegen. Letzteres ist recht praktisch, zumal er sogar Passagiere mitnehmen kann: Prudence zum Beispiel, um mit ihr im Hof von Buckingham Palace eine schnelle Nummer zu schieben. Eigentlich ist Chapel also ein recht beeindruckender Kerl – wenn da nicht seine permanente Weinerlichkeit, sein grenzenloses Selbstmitleid und sein enervierender Selbsthass wäre. Er hat sich nämlich von der Kirche jahrhundertelang einreden lassen, er sei ein »Monstrum« – als durchschlagenden Beweis dafür sieht er unter anderem den Tod seiner früheren Verlobten vor 600 Jahren an, den er immer noch nicht verkraftet hat. Da er Pru nicht ebenfalls zu einer »Abscheulichkeit« machen will, lehnt er ihren Wunsch, er möge sie verwandeln, rigoros ab und steht ihr stattdessen lieber bei ihrem schmerzlichen Dahinsiechen bei. Alles aus Liebe, wie sich beide einreden, nicht aus Mangel an Liebe. Immerhin kann Pru ihn nach einigem Hin und Her dazu überreden, mit ihr zu schlafen, sodass sie wenigstens nicht als Jungfrau sterben muss – was aber auch einiges an Überzeugungskraft erfordert, denn Chapel unterbricht mit seinen Bedenken und Einwänden noch den eigentlichen Akt (»Ich bin kein Mensch, Pru. Was die Kirche und die Welt betrifft, bin ich eine Abscheulichkeit. Willst du die als deinen Liebhaber?«, S. 297). Aus unerfindlichen Gründen räumt er trotz aller Selbstverachtung Pru gegenüber ein, dass er selbst mit dem heutigen Wissen wieder aus dem Kelch trinken und ein Vampir werden würde; angesichts seiner Selbstverachtung ist das schwer nachvollziehbar, ebenso wie sein plötzliches Umdenken gegen Ende des Buches, als ihn die Einsicht ereilt, dass er vielleicht doch kein dämonisches Monster ist.
Pru ist ein vollkommen gegensätzlicher Charakter: Sie ist trotz ihrer Krankheit optimistisch, willensstark, entschlossen und betrachtet das Leben mit einer gehörigen Portion Humor. Sie, die bald viel zu jung sterben muss und doch so lebenshungrig ist, hat natürlich keinerlei Verständnis für das Gejammer eines Unsterblichen und macht der vampirischen Heulsuse wegen seiner Einstellung zum Leben und seiner Selbstverachtung ordentlich Feuer unterm Hintern. Allerdings ist ihre Beurteilung von Chapels Situation – wenngleich im Ansatz sicher richtig – für meine Begriffe zu schwarz-weiß und zu moralisch-vernünftig, um uneingeschränkte Sympathien für sie zu wecken. Schlimmer noch ist ihr gnadenloses Urteil über Chapels frühere Verlobte, das vollkommen anmaßend ausfällt und dem jeder Bezug zur Realität fehlt. Hier ist die Autorin beim Versuch, Prus bedingungslose Loyalität herauszuarbeiten, zum Teil ein wenig übers Ziel hinausgeschossen; dennoch ist die weibliche Protagonistei im Großen und Ganzen gut gelungen.
Das Buch spielt im Gegensatz zu den meisten anderen paranormalen Romanzen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Obwohl die Autorin sich mit historischen Liebesromanen einen Namen gemacht hat und auch heute noch bzw. wieder solche schreibt, ist das Zeitkolorit nicht besonders gut eingefangen. Abgesehen davon, dass es keinerlei Heilungschancen für Pru gibt (was ja leider auch heutzutage ab einem Gewissen Stadium der Krebserkrankung der Fall ist), hatte ich nie wirklich das Gefühl, mich in der viktorianischen Zeit zu befinden. Das ist zwar nicht wirklich schlimm, aber ein wenig schade, weil sich das Buch dadurch von anderen Romanen hätte abheben können.
Möglicherweise ist die Sprache ein Indiz für die Zeit, in der das Buch spielt – ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die teils etwas antiquiert wirkende Ausdrucksweise nicht auf die Übersetzung zurückzuführen ist. Diese ist nämlich auch sonst stellenweise etwas sperrig und lässt einen wegen diverser kleinerer Ungenauigkeiten immer mal wieder stolpern, etwa über »kühlende Kohlen« (S. 148).
Fazit:
8/15 – Seichte, aber solide Unterhaltungsliteratur mit Potenzial, deren größtest Manko der weinerliche und völlig unvampirische Vampir in der männlichen Hauptrolle ist. Da die Schattenritter in den Hauptrollen der folgenden Bände der Serie deutlich besser sein sollen, werde ich der Serie wohl noch eine zweite Chance geben.
Originaltitel: Evermore
The Immortals, Book 1

Inhalt:
Ever ist sechzehn Jahre alt, als sie ihre gesamte Familie bei einem Autounfall verliert – sie überlebt als Einzige. Seither ist sie in sich gekehrt und kapselt ihre verletzte Seele von der Außenwelt ab. Alles ändert sich jedoch, als sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Denn Damen sieht nicht nur verdammt gut aus, er hat etwas, was Ever zutiefst berührt. Aber irgendetwas an ihm irritiert sie. Seitdem sie dem Tod so nahe war, besitzt sie nämlich die einzigartige Fähigkeit, die Gedanken der Menschen um sie herum hören und ihre Aura sehen zu können. Doch nicht so bei Damen: Er scheint diese Gabe auf mysteriöse Weise außer Kraft zu setzen. Sie sieht und hört nichts – für sie ein untrügliches Zeichen, dass Damen eigentlich tot sein müsste. Er wirkt aber alles andere alles leblos, und am liebsten würde Ever sich nie mehr von seinem warmen Blick lösen. Wenn sie sich nur nicht ständig fragen müsste, wer er eigentlich ist und was er ausgerechnet von ihr will …
Kommentar:
Eigentlich fängt das Buch sehr vielversprechend an, denn Ever erscheint zunächst als ziemlich außergewöhnliche Heldin. Sie kann seit einem Unfall, an dem sie sich die Schuld gibt und bei dem sie ihre Familie verloren hat, nicht nur Geister, sondern auch die Aura anderer Menschen sehen und deren Gedanken hören. Dass ihre hellseherischen Fähigkeiten eher Nachteile mit sich bringen, wird direkt zu Beginn des Buches klar, als Ever mit ihrer Freundin Haven zusammen ist und unter Havens Berührung leidet. Das hübsche Mädchen verschanzt sich also hinter Kapuzenpullovern und lauter Musik, um die Umwelt möglichst auszuschalten. Alles ändert sich, als der attraktive Damen an der Schule auftaucht, denn wenn er sie berührt oder mit ihr redet, herrscht auf einmal wunderbare Stille um sie herum. Gegen ihren Willen verliebt sie sich in ihn und ist glücklich, als er ihre Gefühle zu erwidern scheint – obwohl sie weiß, dass irgendetwas nicht mit ihm stimmt.
Aus dieser prinzipiell guten Grundidee macht die Autorin leider ein wenig erbauliches Buch. Die Figuren sind viel zu platt und klischeehaft, allen voran der geheimnisvolle, (be-)zaubernde, charmante, überwältigend gutaussehende und scharfe, allwissende und künstlerisch begabte, allseits beliebte, von allen begehrte Damen – kann man nicht vielleicht mal ein bisschen weniger dick auftragen?!
Nicht viel besser sind Evers beste bzw. einzige Freunde: Miles ist schwul und für die Bühne geboren, Haven ein rebellierender Goth und zudem extrem zickig und albern. Beide sind in Damen verliebt, wobei Haven sogar so weit geht, ihn sich zu »reservieren«. Was man zunächst für einen Scherz halten könnte, ist toternst gemeint, wie Ever feststellen muss, als Damen sein Interesse an ihr deutlich macht, denn Haven wendet sich von ihr ab und sucht sich eine andere Freundin, zunächst Evangeline, dann Drina. Drina allerdings ist das personifizierte Böse – und das ist auch allen klar außer Haven.
Ever selbst erscheint zunächst interessant und relativ vernünftig, doch das ändert sich mit zunehmendem Fortschreiten der Handlung. Schon ihre erste Reaktion auf Damen – ihre vehemente Weigerung, ihn anzusehen –, ist seltsam, doch mit zunehmender Verliebtheit werden ihre Verhaltensweisen und Beweggründe immer weniger nachvollziehbar. Und zwar nicht nur hinsichtlich Damen, sondern auch was ihr eigenes Leben angeht.
Angesichts dieser Figuren ist natürlich auch in Sachen Story nicht mehr viel zu retten. Um genau zu sein, nach einem recht starken Beginn macht sich ziemlich schnell Langeweile breit, obwohl durchaus viel passiert – wenn auch nichts von Bedeutung. Damen verführt Ever z.B. permanent zum Schule schwänzen, um spannende Dinge wie einen Besuch in Disneyland, beim Pferderennen oder am Strand zu unternehmen. Das Ende solcher Ausflüge kommt immer ziemlich abrupt, indem sich Damen nämlich stets aus unerfindlichen Gründen in Luft auflöst; Ever wundert sich zwar darüber, übt sich aber weitgehend in Ignoranz und begnügt sich mit Damens halbherzigen Erklärungen. Das Grundproblem des Buches dürfte sein, dass alles, was passiert, relativ belanglos ist und einfach aneinandergereiht und runtergeschrieben wirkt, ohne dass irgendein Gefühl rüberkommt.
Wirklich richtig ärgerlich ist das letzte Drittel des Buches – ab dem Moment, wo Ever erfährt, wieso sie den Unfall damals überlebt hat und beginnt, sich mit Wodka (der übrigens als »süße Flüssigkeit« bezeichnet wird) abzuschießen, weil sie zufällig gemerkt hat, dass sie so ihre hellseherischen Fähigkeiten ausschalten kann. Die Handlung zieht sich ab diesem Punkt trotz all der (teils hanebüchenen) Aufklärungen und der Action am Ende wirklich wie Kaugummi; ein Übermaß an Infos, Kniffen und Wendungen wirkt ab einem gewissen Punkt eben eher ermüdend als spannend! Zudem muss man sich angesichts der gelieferten Informationen und Erklärungen doch fragen, wie die ganze vorherigen Ereignisse überhaupt passieren konnten und wieso Damen nicht eher gehandelt hat; vieles erscheint nicht ganz logisch und konsequent zu Ende gedacht worden zu sein. Und gerade, als man glaubt, dass es schlimmer nicht mehr werden kann, zaubert die Autorin auch noch die ultimativ lachhafte Idee aus dem Hut: Es kommt zu einem Mord im 4. Chakra und zu Heilung durch Selbstvergebung. Also bitte!
Fazit:
05/15 – Jede Menge Plattitüden, viel Langeweile, eine ziemlich haarsträubende Auflösung und ein signifikanter Mangel an Gefühl – einmal mehr wurde aus einer guten Grundidee viel zu wenig herausgeholt. Schade drum.
Originaltitel: Crescent Moon
Night Creatures, Book 4

Inhalt:
Als Kryptozoologin versucht Diana Malone Tiere aufzuspüren, die eigentlich dem Reich der Mythen und Legenden angehören. Gerüchten zufolge sollen in der Umgebung von New Orleans Werwölfe gesichtet worden sein. Diana beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie engagiert den Ex-Agenten Adam Ruelle, damit dieser sie durch die Sümpfe von Louisiana führt. Doch schon bald wird ihr klar, dass der attraktive Mann Geheimnisse vor ihr hat. Will er sie beschützen oder von ihrem Ziel ablenken?
Kommentar:
Obwohl die Kryptozoologin Diana Malone sich engagieren lässt, um sich in New Orleans auf die Spuren eines Werwolfes zu begeben, der dort angeblich sein Unwesen treibt, ist sie skeptisch, denn sie ist trotz ihres Berufs nicht von der Existenz dieser Wesen überzeugt. Doch es wird schnell klar, dass in den Sümpfen der Stadt nicht nur Alligatoren lauern; die normalerweise recht nüchtern denkende Diana muss realisieren, dass New Orleans nicht umsonst die Stadt des Übersinnlichen ist. Sie macht Bekanntschaft mit einer Voodoo-Priesterin, begegnet Menschen, die eigentlich tot sein sollten und leidet unter seltsamen Albträumen, die verblüffend echt erscheinen. Immer wieder tauchen Personen aus dem Nichts auf und verschwinden ebenso schnell wieder, mehrfach erhascht sie einen Blick auf einen Wolfsschwanz, obwohl es in dieser Gegend weder Wölfe noch Werwölfe geben sollte. Zudem fühlt sie sich verfolgt und beobachtet, nicht zuletzt, weil jemand eine rote Blume aus dem Sumpf, die Unglück bringen soll, in ihrem Zimmer deponiert, während sie schläft. Nicht nur die mystische Stimmung in der Stadt der Geister, sondern auch Dianas Gefühlslage ist gut dargestellt: Sie zweifelt an ihrem Verstand, statt das Offensichtliche zu akzeptieren, und sperrt sich zunächst komplett gegen alles Übersinnliche. Genau das macht die Handlung richtig fesselnd, denn der Leser, der das Geschehen aus Dianas Sicht erlebt, ist ebenso wie sie im Unklaren darüber, was sie sich einbildet, was wirklich passiert und was die seltsamen Vorkommnisse zu bedeuten haben.
Eng verknüpft mit dem Aufspüren des vermeintlichen Werwolfs ist Dianas Beziehung zu Adam Ruelle, dem geheimnisvollen, als verrückt geltenden Mann, der in den Sümpfen lebt und sich als ihr Führer anbietet. Sie fühlt sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen, und obwohl ihr klar ist, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt, dauert es nicht lange, bis die beiden in eine Affäre verstrickt sind, die Basis für einige ziemlich heiße Liebesszenen ist. Dann allerdings erfährt Diana, dass Ruelles Familie verflucht sein soll und kann sich nicht länger dagegen sträuben in Erwägung zu ziehen, dass ausgerechnet ihr Geliebter das Monster ist, das sie jagen soll. Ein wenig halbherzig versucht die Kryptozoologin, die Wahrheit herauszufinden – und aus der Frage, ob Adam ein Werwolf ist oder nicht, bezieht die Handlung einen Großteil ihrer Spannung. Das mag vielleicht ein wenig langweilig klingen, ist aber wirklich toll gemacht, denn selbst mit dem Hintergrundwissen aus den Vorgängerbänden ist bis zum Schluss offen, wer oder was Ruelle ist. Die Autorin versteht es einfach richtig gut, den Leser auf die falsche Fährte zu schicken und mit Erwartungen zu spielen, um sie später zu torpedieren.
Gegen Ende des Buches tauchen kurz die Werwolfjäger in Gestalt von Mandenauer und Elise auf; dass die Truppe diesmal nur eine untergeordnete Rolle spielt, macht überhaupt nichts – ganz im Gegenteil, ein bisschen Erholung von Jessie und Leigh, die mir mit ihrer aggressiven Art im letzten Band der Serie gehörig auf die Nerven gefallen sind, konnte nicht schaden. Die Ereignisse um Mandenauer, Elise und das Monster sind etwas nebulös, überhaupt wirkt der gesamte Schlussteil des Buches ein wenig überstürzt. Am Ende gibt es ein paar Ungereimtheiten, zudem bleiben einige Handlungsstränge, -motive und Fragen offen, die aber vermutlich wenigstens zum Teil in den nächsten Büchern aufgegriffen werden.
Fazit:
14/15 – Nach einem etwas schwächeren Band 3 ist Handeland wieder da und liefert ein gutes, richtig spannendes Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen will.
Originaltitel: The Awakening
3. Teil der Immortal-Reihe
 
Inhalt:
Er sieht sie im Traum: ihre schimmernde Haut, das seidene Haar und die ozeanblauen Augen, in denen sich ihre Leidenschaft spiegelt. Sie hat all das, was Kalen verzweifelt versucht, in seinen Bildern einzufangen – und in seinem Bett zu bekommen. In Wirklichkeit jedoch schleicht sich die Hexe Christine in seine Gedanken, um ihn, den Unsterblichkeitskrieger, davon zu überzeugen, mit ihr gegen das Böse zu kämpfen, das die Welt verdunkelt …
Kommentar:
Der dritte Teil der Immortal-Reihe spielt fast parallel zu Band 2, und so wirklich voran bringt er die fantastische Rahmenhandlung, die sich über mindestens 7 Bände erstrecken wird, nicht. Die ist aber ohnehin nur Alibi für (mehr oder weniger) herzzereißende Liebesgeschichten und eine Menge Sex. Wie schon in den Vorgängerbänden hat man es mit jeder Menge Magie und paranormalen Gestalten wie Hexen, Göttern, Halbgöttern, Dämonen, Elfen, Sidhen, Meerjungfrauen, Heinzelmännchen, Selkies usw. zu tun, doch irgendwas neues oder eigenes findet sich eigentlich nicht – es sind, mit dem Hauptaugenmerk auf dem keltischen Kulturkreis, einfach nur unterschiedlichste Mythologien wild zusammengemixt. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Handlung spannend und die fantastischen Elemente originell verarbeitet wären. Sind sie aber leider nicht, auch deshalb versumpft die Geschichte und bleibt im Mittelmaß stecken. Gleiches gilt für die romantische Handlung bzw. den Versuch eine solche aufzuziehen: Wie schon in den Vorgängerbänden spielen Sexszenen eine wesentliche Rolle, mit denen schnell gegenseitigen Liebesbeteuerungen einhergehen. Wie es zu diesen Gefühlsaufwallungen kommt, kann man leider von Außen überhaupt nicht nachvollziehen; auf jeden Fall sind sich die Protagonisten ihrer ewig währenden Liebe sicher und jeder würde für den anderen alles tun, notfalls auch sein Leben geben. Was bleibt dem Leser, als das so hinzunehmen.
Wie auch die Handlung sind die beiden Hauptfiguren mittelmäßig bis langweilig. Die Hexe Christine ist wieder eine der ganz perfekten Helden ohne Ecken und Kanten: nett, sexy, hingebungs- und aufopferungsvoll – und natürlich viel mächtiger, als ihr selbst klar ist. Kalen ist weniger perfekt, aber trotzdem langweilig. Er ist, wie die Vielzahl der männlichen Liebesromanhelden sind: schön, stark und mächtig; daneben verfügt er über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, eine gewisse Arroganz (die aber natürlich nicht ausgeprägt genug ist, um die moderne weibliche Leserin abzustoßen) und eine schmerzliche Vergangenheit.
Beide Protagonisten sind absolut austauschbar, besser gelungen sind da schon die Nebenfiguren: v.a. der Halbgott Mac, der in Gestalt eines schnoddrigen 16-Jährigen ein wenig Humor ins Buch bringt, sowie dessen Schwester Leanna, ihres Zeichens eine Musen-Sidhe – die allerdings als Bösewicht in der Geschichte als Sympathieträger ausfällt. Dennoch, beide sind interessanter als die Hauptpersonen – und diese Tatsache allein sagt ja schon einiges über das Buch aus.
Wertung:
7/15 – Total durchschnittlich. Die Reihe muss man wirklich nicht lesen, und ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, warum ich’s trotzdem immer noch tue, denn ich kann noch nicht mal sagen, dass mich besonders interessieren würde, wie die Rahmenhandlung weitergeht.
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