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[Kurzkommentar] Régis de Sá Moreira: Das geheime Leben der Bücher

Originaltitel: Le Libraire

Klappentext:
Auch Bücher brauchen Liebe!

Viele wünschen sich, sie könnten von Luft und Liebe leben. Er, der Buchhändler, lebt vom Lesen, denn nur dann hat er das Gefühl, geliebt zu werden. Seine Buchhandlung ist sein Universum, die Bücher sind seine Schützlinge. Und bei jedem Klingeln seiner Türglocke ist er immer wieder bereit, seine frohe Botschaft zu verkünden: Lesen hilft und macht glücklich …

Kommentar:
Auf besonderen Wunsch von Natira hab ich mir zeitnah »Das geheime Leben der Bücher« geschnappt, das ganz frisch bei mir eingezogen ist und dessen Beschreibung toll klingt. Entscheidend zu meinem Interesse an diesem Buch hat die Rezension von Kulturnews.de bei Amazon beigetragen, die prominent bei der Produktbeschreibung zu lesen ist und die mit dem Satz startet: »›Le libraire‹ – so der Originaltitel – skizziert den Tagesablauf eines skurrilen Buchhändlers und seinen Blick auf die nicht minder merkwürdige Kundschaft.«

Schon der Prolog von drei Frauen auf einem Schiff, die sich umbringen/sterben wollen, ist befremdlich, und auch das Lesen der eigentlichen Geschichte hat leider schnell die Erkenntnis erbracht, dass nicht nur der erste Satz aus der o.g. Rezension von Kulturnews.de, sondern die komplette Besprechung einen vollkommen falschen Eindruck vom Buch erweckt – zumindest bei mir. Es geht nämlich mitnichten um irrwitzige Kundengespräche, sondern um einen vollkommen verschrobenen Buchhändler, der offenbar am liebsten allein in seiner rund um die Uhr geöffneten Buchhandlung ist und sich als Zoowärter seines Zoos mit lebenden Büchern sieht. Er liest am liebsten den ganzen Tag, trinkt unglaubliche Kräuterteesorten und reißt Seiten aus den Büchern, die er kommentarlos an seine Verwandtschaft schickt. (Das scheint ja eine ganz besondere Art der Liebesbezeugung zu sein – gegenüber Verwandten und Büchern.)

Zugegebenermaßen gibt es vereinzelte schöne Gedanken und Sätze, die können die anekdotische Erzählung ohne rechten (offensichtlichen) Sinn und Zusammenhang aber auch nicht retten. Ob die tiefere Botschaft des Buches nun ist, dass Bücher einsam und merkwürdig machen, oder dass es Leute gibt, die für ihre Bücher leben und sie lieben, hätte ich vielleicht im Laufe des Buches noch herausgefunden. Vor die Wahl gestellt, dieses Geheimnis noch zu ergründen oder unwissend zu sterben, wähle ich letzteres, weil ich nämlich keine Lust habe, noch mehr Zeit mit diesem Büchlein zu verbringen, obwohl es so dünn ist. Ich bin einfach nicht mehr bereit, mich auf einer tieferen Bedeutungsebene mit derlei Geschichten auseinandersetzen – nicht mal, wenn sie von Büchern handeln.

Kommentar:
Kein Buch für mich.

Will Elliott: Hölle

Originaltitel: The Pilo Family Circus

Inhalt:
Als Jamie eines Nachts einen Clown überfährt, der urplötzlich vor seiner Motorhaube auftaucht, ist ab sofort nichts mehr wie es war. Jamie erhält unheimliche Drohungen, und eine Horde mordgieriger Geschöpfe in Clownskostümen macht Jagd auf ihn. Die Clowns entführen Jamie in den Pilo-Zirkus, eine bizarre, jenseitige Welt, beherrscht von unheimlichen Akrobaten, Zwergen, Freaks und Wahrsagern. Ein geheimnisvolles Pulver erfüllt jeden Wunsch, und auch Jamie verfällt ihm. Doch wer es einnimmt, wird zum eiskalten Killer. Wenn Jamie dieser Hölle entkommen will, muss er nicht nur den Zirkus zerstören, sondern auch seinen größten Feind besiegen – die eigene dunkle Seite …

Kommentar:
Nomen est omen, sag ich nur – selten hat ein Titel meine Einschätzung eines Buches besser wiedergegeben: Dieses Buch war für mich tatsächlich die reinste Hölle. Leider nicht im positiven Sinn, weil es höllisch spannend oder höllisch angsteinflößend gewesen wäre (wie es sich für ein Buch aus dem Horrorgenre gehören würde), sondern weil es für meine Begriffe einfach höllisch unerträglich und höllisch hohl war. Deshalb hab ich nach 211 Seiten beschlossen, meine Zeit nicht länger mit dieser konfusen Freakzirkus-Geschichte zu verschwenden; dafür hab ich einfach zu viele Bücher im Regal, die mich weniger nerven.

Warum ich das Buch denn überhaupt gekauft habe, wird sich der eine oder andere fragen, wenn ich doch Horrorgeschichten nicht mag. Dafür gibts eine einfache Erklärung: Ich habe für Hollys »Ich bilde mich weiter«-Challenge ein Buch aus dem Horrorsektor gesucht und bin aufgrund der vielen positiven Rezensionen auf »Hölle« aufmerksam geworden. Ob das Buch möglicherweise als Vertreter seines Genres taugt, wage ich ehrlich gesagt nicht final zu beurteilen – meine Erfahrungen mit Horrorstoffen beschränkt sich auf einige wenige Erfahrungen mit älteren Büchern von Stephen King (Friedhof der Kuscheltiere, Es, Christine, Shining, Cujo), die ich in meiner Jugend gelesen habe und damals tatsächlich faszinierend und beängstigend fand. Mit meinem beschränkten Horrorhintergrund kann ich einfach nur feststellen, dass ich Elliotts Buch als albern, überzogen und nervig empfand – und als überhaupt kein bisschen gruselig; das mag aber auch daran liegen, dass der auf dem Klappentext angepriesene »schockierend gute Humor« vollkommen unbemerkt an mir vorübergegangen ist, der mit der Fantasy-Horror-Geschichte gepaart sein soll. Irgendwas muss ja wohl dran sein an diesem Buch, immerhin hat es einen der wichtigsten Literaturpreise Australiens gewonnen und war außerdem für den Horror Guild Award nominiert.

Fazit:
Ich habs wirklich versucht, aber die Challenge hat gezeigt: Das Horrorgenre ist wohl nicht meins!

[Rezension] Sarah Nikolai: Schattenreiter

Inhalt:
Die junge Berlinerin Jorani kommt nach South Dakota, um den Sommer bei ihrer Tante zu verbringen. Als sie eines Abends von einer Jugendgang attackiert wird, taucht der gutaussehende Rin auf und schlägt die Angreifer in die Flucht. Jorani fühlt sich zu ihm hingezogen, doch obwohl Rin ihre Gefühle offenbar erwidert, weist er sie zurück. Dann entdeckt Jorani Rins Geheimnis: Er ist ein Kentaur – und darf sich nicht ohne weiteres mit einer Menschenfrau einlassen.

Kommentar:
Ein Kentaur als Liebesromanheld – diese Idee hat sofort mein Interesse geweckt. Prinzipiell ist die Geschichte auch nett umgesetzt, nur leider fühle ich mich der Zielgruppe längst entwachsen, denn das Buch ist m.E. keineswegs ein paranormaler Liebesroman für Erwachsene. Die Autorin hat mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass »Schattenreiter« für junge Erwachsene gedacht ist; meinem Empfinden nach handelt es sich sogar um ein Buch für jüngere Jugendliche. Entsprechend naiv wirkt die Protagonistin bisweilen auf mich, und auch Handlung und Sprache machen einen eher schlichten Eindruck – was ja für die Zielgruppe völlig in Ordnung ist, mir »ollen Hippe« aber halt nicht reicht. Sehr gut gelungen sind der Mythos, der hinter Rins Kentaurendasein steckt, sowie Geschichte, Glaube und Riten seines Volkes.

Obwohl wie gesagt die Erwähnung des Kentaurs mein Interesse an diesem Buch geweckt hat, finde ich es andererseits doch auch ein wenig schade, dass Rins Identität als Kentaur schon im Klappentext verraten wird. Die Aufdeckung seines Geheimnisses hätte dem Buch in der ersten Hälfte nämlich ein Stück mehr Spannung verleihen können – und Spannung hätte wirklich nicht geschadet, denn die Geschichte läuft letztendlich schon sehr glatt und relativ stringent ab.

Fazit:
Ich glaube, dass das Buch Jugendlichen und vielleicht auch jungen Erwachsenen gut gefallen könnte, verzichte aber auf eine Wertung, weil ich mich einfach nicht wirklich in der Lage fühle, ein Buch für diese Zielgruppe zu beurteilen. Ärgerlich finde ich aber einmal mehr, dass nicht klar ersichtlich ist, dass man es hier mit einem Buch für jüngere Leser zu tun hat – zumal man ein solches Buch im Ullstein Verlag, der ja nicht gerade für sein Jugendprogramm bekannt ist, auch nicht erwartet. Ich verstehe nach wie vor nicht, wieso die Verlage billigend schlechte Kritiken von verärgerten Lesern in Kauf nehmen, die aufgrund unpassender Klappentexte und Einordnung etwas Falsches erwartet haben.

[Rezension] Claudia Toman: Jagdzeit

Band 2 der Olivia-Kenning-Serie

Inhalt:
Wünschen kostet nichts? Je weiter Olivia in den Wald vordringt — immer auf der Suche nach jener geheimnisvollen Quelle, die angeblich jeden Wunsch erfüllt — desto größer wird ihre Angst. Denn der Wald ist voll von bösen Überraschungen: Jäger verfolgen ihre Spur, Hexen vollziehen dunkle Rituale, und ein hungriger Wolf nimmt ihre Fährte auf. Doch ein Zurück gibt es nicht. Denn Magie hat nicht nur ihren Preis — sie ist auch unwiderstehlich!

Kommentar:
Nach dem großen Erfolg von »Hexendreimaldrei« legt Claudia Toman nun ihren zweiten Roman mit der Heldin Olivia Kenning vor. »Jagdzeit« ist allerdings ein völlig eigenständiges Buch, das problemlos ohne die Kenntnis von »Hexendreimaldrei« gelesen werden kann.

Diesmal ist Olivia auf der Suche nach Inspiration. Weil die Deadline für ihr neues Buch näher rückt, nimmt sie sich eine Auszeit, um in einem abgelegenen Bergdorf zur Ruhe zu kommen und sich aufs Schreiben zu konzentrieren. Dass sie außerdem ein Blind Date dort hat, hängt auch nicht unwesentlich mit ihrem Aufenthalt in W. zusammen – allerdings trifft sie den potentiellen Beziehungskandidaten nicht ein einziges Mal. Stattdessen geht ihr ein Privatdetektiv, der im gleichen Gasthaus übernachtet, auf die Nerven, und sie wird unversehens in äußerst seltsame Vorgänge verwickelt. Bald ist sie dem Dorfgeheimnis auf der Spur und befindet sich – irgendwie typisch Olivia – in großer Gefahr.

Ich will es kurz machen: So leid es mir tut, »Jagdzeit« hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich würde nicht behaupten, dass es ein schlechtes Buch ist, es ist nur einfach kein Buch für mich, obwohl ich einen Genremix aus Fantasy, Krimi und ein bisschen Chick-Lit grundsätzlich sehr interessant finde. Das Problem ist: Mir ist »Jagdzeit« einfach zu surreal – und zwar bei Weitem. Was sich in diesem Dorf und vor allem im Wald abspielt, wo Olivia höchst sonderbare Gespräche mit einäugigen Wölfen und sprechenden Käuzen führt, befremdet mich einfach nur. Und über ihre Sorge, dass der Wolf sie aufspüren könne, weil sie ihre Tage und kein Tampon hat, will ich ebenso wenig detailliert informiert werden wie über ihre Problemlösungsstrategie. Außerdem gibt es für meinen Geschmack entschieden zu viele zu viele Erzähler, Erzählebenen und Erzählzeiten, die extrem verschachtelt sind und die eigentliche Handlung ständig unterbrechen.

Hinzu kommt: Ich konnte mich mit der weltfremden, naiven Olivia schon im ersten Buch nicht recht anfreunden, diesmal ist sie aber noch viel unerträglicher. Mir kommt sie vor wie eine dieser TSTL-Heldinnen, die oft so typisch für Chick-Lit-Bücher sind. Sie wirkt auf mich extrem selbstmitleidig, peinlich, verfügt über keinen Funken Vernunft und ist einfach nur anstrengend. Damit reiht sie sich im Grunde in die Riege aller anderen Figuren ein, die ebenfalls seltsam bis skurril daherkommen. Die einzige einigermaßen normale Person in diesem Buch ist besagter Privatdetektiv Adrian Alt, der den Handlungsfaden einigermaßen am Laufen hält und am Ende auch Licht ins Dunkel bringen und die Geschichte auflösen darf.

Fazit:
Noch viel abgedrehter als »Hexendreimaldrei« und deshalb einfach gar nicht meins (weshalb ich diesmal keine Punktwertung vergebe).

Raven Cross: Bat People (Sammelband)

Sammelband; besteht aus den Geschichten: »Bat People«, »Bat City« und »Bat Woman«, erstmals erschienen in der Reihe »Cora Mystery«.

Inhalt:
BAT People (Titel der Cora-Erstausgabe: »Blutnacht«). – Als Natassjas Bruder nach einem Fledermausbiss ins Koma fällt, wird er von den BAT People verschleppt. Natassja muss ihn unbedingt befreien, bevor er in der schrecklichen Blutnacht geopfert wird. Tatsächlich kann sie ihn aus den Klauen der Vampirmenschen retten, doch dabei verliert sie ihre eigene Freiheit und ihr Herz. Sie verliebt sich unsterblich in Anwar, den Anführer der BAT People.

BAT City (Titel der Cora-Erstausgabe: »Blutmond«). – Nachdem Anwar Natassja auf ihr Drängen hin zu einer”BAT Woman gebissen hat, steht ihrer Liebe nichts mehr im Wege. Doch dann geraten die Vampirmenschen in einen Hinterhalt der verfeindeten Coyoteros, die sie mit vergifteten Pfeilen ausrotten wollen. Anwar bricht schwer verletzt zusammen und unaufhaltsam entfaltet das Gift seine entsetzliche Wirkung.

BAT Woman (Titel der Cora-Erstausgabe: »Blutkuss«). – Natassja und Anwar leben glücklich mit den BAT People in der goldenen Stadt Cibola. Aber dann bewahrheitet sich die dunkle Prophezeiung: die Coyoteros brechen ihr Ehrenwort und machen erneut Jagd auf die Fledermausmenschen.

Kommentar:
Was soll ich sagen – ich hab Band 1 nach etwas über 50 Seiten abgebrochen und das Buch weitervertauscht. Ich bin gerade ohnehin in einer schwierigen Lesephase, da hatte ich wirklich keine Lust, mich mit sprachlich wie inhaltlich so naiven Büchern abzutun. »Was erwarteste denn von Cora-Mystery-Heftchen in aufgemotzter Verpackung und warum kaufste die überhaupt?«, wird der eine oder andere jetzt fragen – und das prinzipiell zu Recht! Zu meiner Verteidigung habe ich allerdings vorzubringen, dass ich es nicht wusste und erst gerade eben, beim Studium des Impressums zur Angabe des (vermeintlich englischen) Originaltitels, darauf aufmerksam geworden bin. Hätte ich es gewusst, hätte ich nämlich in der Tat die Finger davon gelassen. Ich mag Liebesromane ohne Anspruch lesen, aber bei Jugendmystery ohne Anspruch hörts dann wirklich auf. ;)

Fazit:
Abgebrochen, weil mir das Buch wegen der sehr einfachen Strickart zu wenig unterhaltsam war und mich eher genervt hat. Es bleibt die Erkenntnis, dass man beim Mira-Verlag wirklich ganz genau hinschauen muss, was man kauft, denn Neuauflagen des Cora-Programms sind eine der Spezialitäten des Hauses.

Kate Langdon: Abgeblitzt

Originaltitel: Famous

Inhalt:
Samantha Steele ist 33, angehende Teilhaberin einer Werbeagentur und tummelt sich auf jeder angesagten Party. Statt Beziehungsprobleme zu wälzen, genießt sie das großstädtische Singleleben in vollen Zügen. Doch als Sam eines Morgens das Haus verlässt, prasseltein Blitzlichtgewitter auf sie nieder: Der schöne Unbekannte der letzten Nacht entpuppt sich als glücklich verheirateter Ehemann. Und außerdem ist er Kapitän der nationalen Fußballmannschaft. Da die Paparazzi sich einfach nicht abschütteln lassen, immer neue Fotos und Schlagzeilen die Zeitungen füllen, bleibt Sam nur die Flucht in die neuseeländische Wildnis. Und dort nimmt ihr Leben eine ganz unerwartete Wendung …

Kommentar:
Klang ja eigentlich ganz lustig, ist es aber nicht – zumindest trifft es überhaupt nicht meinen Humor. Die Heldin ist eine neurotische, arrogante Yuppie-Zicke, der es so sehr auf Äußerlichkeiten ankommt, dass sie ihre Möbel bzw. das Design ihrer Wohnung über ihre Beziehung bzw. die Bedürfnisse ihres Partners stellt. Bücher über solche Leute will ich nicht lesen – auch dann nicht, wenn sie sich vielleicht im Laufe des Buches wandeln. Die Notwendigkeit, die direkten Gedanken der Protagonistin kursiv zu drucken, passt zum grauenvollen Eindruck, den ich nach 150 Seiten von dem Buch hatte.

Fazit:
Abgebrochen, unerträglich! Gut, dass ich das Buch ertauscht habe, statt Geld dafür auszugeben.

Jennifer Rardin: Ein Vampir ist nicht genug

Originaltitel: Once Bitten, Twice Shy
1. Teil der Jaz-Parks-Serie

Inhalt:
»Hi, ich bin Jaz Parks. Mein Boss ist Vayl. Er wurde 1744 in Rumänien geboren. Dort ist er auch gestorben – umgebracht von seiner Vampirbraut Liliana. Doch das alles ist finstere Vergangenheit. Jetzt arbeitet Vayl für die CIA und macht das, was er am besten kann: Er legt Vampire um. Und ich helfe ihm dabei. Man könnte sagen, ich bin ein Hilfskiller. Aber sagen Sie das ja nicht zu laut …«

Jaz Parks, CIA-Agentin, hat bei einer Mission ihr gesamtes Team verloren. Seitdem arbeitet sie allein – und ist nicht besonders begeistert, als ihr ein neuer Partner zugewiesen wird. Vor allem da dieser Partner dreihundert Jahre alt ist.
Vayl alias Vasil Nicu Brancoveanu, geboren 1713 in Rumänien, ist ein Vampir. Allerdings einer, der sich auf die Seite der Guten geschlagen hat. Zusammen mit Jaz soll er den Schönheitschirurgen Dr. Assan, Geldgeber der Extremistengruppe »Söhne des Paradieses« aus dem Verkehr ziehen. Doch hinter Dr. Assan steht der mächtige Vampir Raptor, der dem Kult um Tor-al-Degan, die Göttin des Chaos, huldigt und auch einen Senator auf der Lohnliste hat.
Der Versuch, an den Strippenzieher heranzukommen, läuft aus dem Ruder. Vayl und Jaz müssen entdecken, dass der Vampirzirkel um Raptor ein tödliches Virus entwickelt hat, das den Jüngern des Kults das Tor zu weltweitem Terror öffnet. Und Jaz soll der Göttin in einer makabren Zeremonie geopfert werden …

Kommentar:
Inhalt klingt verworren? Ist er auch! Und als wär das Geschehen nicht schon schlimm genug, nervt die Ich-Erzählerin auch noch mit doofen Sprüchen am laufenden Band. Beim Epilog dachte ich noch, das sei mal ein Humor, der meinen Geschmack trifft, aber bereits in Kapitel 1 wurde es mir zu viel: Eine blödsinniger bildhafter Vergleich jagt den nächsten, ein dummer Witz den anderen, und es muss immer noch eine weitere schnoddrige Bemerkung draufgesetzt werden. In dieser Intensität ist das einfach nur unerträglich. Und in Kombination mit den inhaltlichen Schwächen hat dieser höchst holzhammerhumorige Stil schließlich dazu geführt, dass ich auf S. 150 endgültig beschlossen habe, nicht weiter meine Zeit zu verschwenden und das Buch abzubrechen. Kommt ja auch dem Bücherberg-Abbau zugute!

Fazit:
Einmal mehr muss ich feststellen, dass »amüsante« Vampirbücher mit Kick-Ass-Heldinnen nicht mein Ding sind. Ich sollte die Finger davon lassen!

Bill Napier: Der 77. Grad

Originaltitel: Shattered Icon

Inhalt:
Der britische Buchhändler Harry Blake wird von einem reichen Lord gebeten, ein verschlüsseltes, 400 Jahre altes Manuskript zu enträtseln. Es scheint sich um ein Tagebuch zu handeln, verfasst von einem Schiffsjungen. 1585 begleitete dieser den Abenteurer Sir Walter Raleigh auf einer Expedition in die Karibik. Ihr Ziel: der 77. Grad, der Längengrad Gottes. Als sein Auftraggeber ermordet wird, begreift Blake, dass in dem mysteriösen Journal aus der Zeit von Königin Elisabeth I. ein dunkles Geheimnis verborgen sein muss. Gemeinsam mit der Historikerin Zola Khan deckt Blake eine unglaubliche Verschwörung auf …

Kommentar:
»Pageturner« bezeichnet ja eigentlich ein Buch, das so super und spannend ist, dass man gar nicht aufhören kann weiterzublättern resp. -lesen. Bei »Der 77. Grad« allerdings, von der Edinburgh Times angepriesen als »Ein Pageturner, bei dem man sich die Finger wundblättert« bekommt das Wort eine neue Bedeutungsebene. Das Problem mit den wunden Fingern kommt nämlich eher daher, dass man die langweiligen, sich stetig wiederholenden und zu allem Übel zum Teil auch noch völlig zusammenhanglos aneinandergereihten Ausführungen möglichst schnell hinter sich bringen will.

Fazit:
Abgebrochen wegen Unerträglichkeit. Will man sich gähnende Langeweile und wunde Finger vom Pageturnen ersparen, feuert man das Buch am besten gleich in die Ecke und nicht erst – wie ich – nach 100 Seiten quälender Langeweile.

Lauren Royal: Verführung im Mondschein

Originaltitel: Rose
3. Band der Flower-Trilogie

Inhalt:
England, 1677. Rose Ashcroft ist betörend schön – und mit 21 Jahren leider auf dem besten Weg, eine alte Jungfer zu werden! Entschlossen macht sie sich daran, einen Ehemann aus adliger Familie zu finden. Vorsichtshalber verbirgt sie dabei, dass ihre große Leidenschaft der Wissenschaft und der Welt der Bücher gehört. Nur ein Mann weiß, wie brillant Rose ist: der gut aussehende Christopher Martyn, aufstrebender Architekt am Hof des Königs. Er liebt Rose insgeheim und will sie unbedingt für sich erobern. Aber kann er sie von der Leidenschaft überzeugen, die in seinem Herzen für sie brennt – obwohl er keinen Titel besitzt?

Kommentar:
Da ich gerade in einer Phase bin, in der ich mich nicht mit schlechten Büchern herumschlagen will, hab ich »Verführung im Mondschein« nach etwas über 100 Seiten abgebrochen. Selten hab ich so viele blöde Figuren auf einem Haufen erlebt. Da wären: Eine schreckliche Mutter, die sich auf äußerst plumpe Weise als Kupplerin versucht, weil nur sie allein weiß, was gut für ihre Tochter ist. Der Auserwählte, ein bürgerlicher Held, der in Windsor Castle architektonische Wunderdinge verbringt und dessen vordringliches Ziel im Leben es ist, einen Adelstitel verliehen zu bekommen – unter anderem, um Rose zu erobern. Und dann noch eine 21-jährige alte Jungfer als Heldin, die verbittert und missgünstig, unerträglich hochmütig und trotz ihrer sagenhaften Bildung unfassbar naiv ist und ungefragt in den unpassendsten Momente mit jedem Unsinn rausplatzt, der ihr so in den hübschen Schädel schießt. Ob sie damit ihre Verehrer, Geschwister oder den König beleidigt, spielt keine Rolle; das ist offenbar ihre Vorstellung von Emanzipation. Eventuell fehlt mir auch mal wieder einfach der Humor, um die Handlungsweisen der Figuren liebenswert zu finden, aber das ist dann halt so.

Wertung:
Abgebrochen und die komplette Serie – drei Bücher! – aussortiert. Obwohl das keines der ganz finsteren Machwerke ist, ist mir meine Zeit dafür einfach zu schade.

[Angelesen] Martina Paura: love sheriffs

Inhalt:
Wenn die Kinder verrückt spielen, holt man sich die Supernanny ins Haus. Neurotischen Hunden und Katzen hilft der Tierpsychologe vor Ort wieder auf die Pfoten. Aber wer kommt zu Hilfe bei einem schwererziehbaren Mann? Pias Chefredakteur hat einen genialen Einfall: Leserinnen, die Ärger mit ihren Männern haben, rufen einfach den Love-Sheriff. Leider hat er auch den weniger genialen Einfall, Pia und ihre beste Feindin Beate für diesen Leserinnenservice abzustellen. Und als dann auch noch Pias Freund Max beschließt, selbst einen Love-Sheriff ins Haus zu holen, um seine Beziehung mit Pia zu retten, sind die Turbulenzen vorprogrammiert …

Kommentar:
Nur mal kurz reingelesen, weitergeblättert, nochmal reingelesen, weitergeblättert, wieder reingelesen – und befunden, dass das kein Buch für mich ist. Das ist nämlich genau dieser überzogen plump-witzige Stil, den ich schon vor 20 Jahren bei Hera Lind nicht leiden konnte. Im Ansatz sogar ganz lustig, aber wenn ein (mehr oder weniger) witziger Spruch und eine skurrile Situation die nächste jagt ohne Raum zur Entfaltung zu bekommen, dann wirds mir schnell zu viel. Das ist mir einfach zu holzhammermäßig-lustig nach dem Motto: Bläut man den Leuten nur genug Witze auf einmal ein, werden sie schon irgendwann lachen.

Wertung:
Keine, weil nur angelesen. Ab zu Buchticket damit!