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The Legend of the Four Soldiers, Book 4
Inhalt:
Als ein verwahrloster, augenscheinlich wahnsinniger Mann die Teeparty im Haus ihres Onkels sprengt, weiß Beatrice Corning nach einem Blick in seine Augen: Es handelt sich um den totgeglaubten Reynaud St. Aubyn, der vor sieben Jahren von Indianern massakriert worden sein soll – um den Mann, in dessen Portrait sie sich vor Jahren verliebt hat. Doch hat dieser Wilde nach seinen schrecklichen Erlebnissen in Gefangenschaft irgendetwas mit dem attraktiven, charismatischen Viscount zu tun, den das Gemälde zeigt?
Kommentar:
Als ich in der Leseprobe am Ende von »To Beguile a Beast« gelesen habe, dass der totgeglaubte St. Aubyn in Band 4 auftauchen würde, war meine Neugierde geweckt. Schließlich hat Viscout Vale, der Protagonist aus Band 2, mit eigenen Augen gesehen, dass sein alter Freund von den Indianern gekreuzigt und verbrannt worden ist.
Die Auflösung dieses Irrtums ist zwar einigermaßen akzeptabel, aber nicht hundertprozentig glaubwürdig – was übrigens auf die meisten Aspekte der Geschichte zutrifft. Tatsache ist: St. Aubyn lebt und kehrt nach sieben Jahren als Sklave bei den Indianern zurück nach England. Weil er sich auf dem Schiff ein Fieber eingefangen hat, ist sein Geisteszustand zunächst ziemlich desolat, doch auch wieder genesen leidet er unter den traumatischen Erfahrungen der letzten Jahre. Er ist dementsprechend unberechenbar und aus Gründen des Selbstschutzes extrem aggressiv: Er hat sich geschworen, sich nie wieder freiwillig in die Hände eines anderen zu begeben und trägt deshalb stets ein langes Messer bei sich, das einzusetzen er nicht scheut – gegen andere, notfalls aber auch gegen sich selbst. Dennoch: Die wenigen Situationen, in denen er – angestachelt von Dritten – austickt, zeigen zwar, dass er auf teilweise auf schmalem Grat wandelt, für einen Mann mit seiner Vergangenheit ist St. Aubyn jedoch zwar interessant, aber viel zu normal und wenig traumatisiert – immerhin hat er jahrelang in Gefangenschaft gelebt, ist unterjocht, gequält und mehrfach fast getötet worden.
Beatrice Corning liebt St. Aubyn so oder so – und zwar schon von dem Moment an, als sie erstmals das Portrait von ihm gesehen hat. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon als tot galt und sie ihm nie persönlich begegnet ist, hat sie sich niemals ernsthaft für einen anderen Mann interessiert, denn kein anderer hat eine solch lebensfrohe Ausstrahlung wie der Junge auf dem Gemälde – starker Tobak! Weil sie das Portait über Jahre immer und immer wieder studiert, erkennt sie den verwahrlosten St. Aubyn bei seiner Rückkehr sofort an seinen Augen, die zwar nicht mehr so fröhlich leuchten wie früher, aber immer noch genauso ausdrucksstark sind. Puh. Zu alledem passt, dass ihre Liebe zu ihm so groß und ihr Vertrauen in ihn so stark ist, dass sie als einzige keine Angst vor diesem wilden, unberechenbaren Mann hat, sondern ihm vollkommen unerschrocken und aufopferungsvoll begegnet und ihm stets Liebe und Trost spendet. Komischerweise ist Beatrice trotzdem eine sympathische Heldin, auch wenn sie vollkommen überzogen dargestellt ist.
Im Zentrum der Handlung steht natürlich das Zusammenfinden von der wundervollen Beatrice und dem wilden St. Aubyn – und die beiden eiern trotz ausgiebiger sexueller Freuden ganz schön herum, bis sie sich selbst und einander in einem überdramatischen Finale endlich ihre Gefühle gestehen. Davon abgesehen muss nun endlich der Verräter von Spinner Falls zu Fall gebracht werden, wegen dem das Regiment niedergemetzelt und viele Soldaten in Gefangenschaft geraten sind. Deshalb tun sich die »Four Soldiers« aus den vier Teilen der Serie in diesem Buch zusammen und machen sich gemeinsam auf die Jagd nach dem Verräter – die aber deshalb nicht planvoller oder spannender verläuft als vorher. Darüber hinaus ziehen diverse Nebenkriegsschauplätze, die vollkommen überflüssig sind, die Geschichte unnötig in die Länge.
Fazit:
8/15 – Der Abschlussband passt zur alles in allem durchschnittlichen Serie und erzählt eine leidlich spannende, wenig glaubwürdige Geschichte mit immerhin relativ sympathischen Figuren.
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Serieninfo:
01 To Taste Temptation
02 To Seduce a Sinner
03 To Beguile a Beast
04 To Desire a Devil
The Legend of the Four Soldiers, Book 3
Inhalt:
Da Helen Fitzwilliam beschlossen hat, sich nicht länger vom Duke of Lister aushalten zu lassen, begibt sie sich mit ihren zwei Kindern Abigail und Jamie Richtung Schottland, um auf die Empfehlung einer gemeinsamen Bekannten Alistair Munroes Haushälterin zu werden. Der Biologe ist von dieser Idee allerdings wenig begeistert: Er hat sich aufgrund seiner schweren Gesichtsverletzungen vollkommen von der Außenwelt abgeschottet und will einfach nur seine Ruhe, um an seiner nächsten naturwissenschaftlichen Veröffentlichung zu arbeiten. Helen ist jedoch verzweifelt genug, um alle seine Einwände einfach zu ignorieren und sich nicht abwimmeln zu lassen, und es dauert nicht lange, bis sich die beiden unwiderstehlich zueinander hingezogen fühlen. Eine Beziehung zwischen den beiden scheint dennoch ausgeschlossen …
Kommentar:
Trotz der eher enttäuschenden ersten beiden Teile der Serie, hab ich mir direkt im Anschluss an »To Seduce a Sinner« den dritten Band gegriffen – ich hatte einfach richtig Lust auf einen »Die Schöne und das Biest«-Plot.
Dankenswerterweise tritt die ziemlich planlose Jagd nach dem Verräter von Spinner Falls, der für die Kriegsgefangenschaft der »Four Soldiers« verantwortlich ist, in diesem Buch fast völlig in den Hintergrund und wird nur am Rande erwähnt. So bleibt Zeit, sich uneingeschränkt mit der Beziehung zwischen Alistair und Helen zu beschäftigen. Schon die Grundsituation gibt einiges her: Eine verzweifelte Ex-Mätresse stellt sich selbst bei einem eigenbrödlerischen Naturwissenschaftler, der gar keine Haushälterin will, als eben solche ein und lässt sich einfach nicht davon abbringen, ihm zu beweisen, dass er sie braucht. Das ist insofern ziemlich absurd, weil Helen als Mätresse zuvor ihre eigene Dienerschaft hatte und weder haushalten noch kochen kann. Deshalb heuert sie ziemlich schnell weitere Bedienstete an, die die Arbeit erledigen, während sie eher in die Rolle von Alistairs Gesellschafterin hineinwächst und schließlich seine Geliebte wird. Wie sehr sich die beiden brauchen und wie gut sie sich gegenseitig tun, ist überdeutlich und spiegelt sich in ihrem teils sehr humorvollen Umgang miteinander. Dennoch ist ihre Beziehung eine Beziehung auf Zeit, was beiden bewusst ist und womit sie sich einigermaßen arrangieren – bis einige unvorhergesehene Dinge passieren, Helens Vergangenheit ans Licht kommt und sie eine Entscheidung treffen muss.
Helens Entscheidung ist so konsequent und entschlossen wie ihr ganzes Auftreten. Sie kämpft um Freiheit und ein besseres Leben für sich und vor allem ihre Kinder und tut alles, was nötig ist, um das beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Sie ist sich auch nicht zu schade, für ihr Wohl den Putzlappen zu schwingen und sich die Hände schmutzig zu machen – und sie jammert nicht mal darüber. Im Umgang mit Alistair erweist sie sich als ebenso unerschrocken wie verständnisvoll, aber auch ein bisschen bläuigig in Anbetracht der Tatsache, dass sie eine Mätresse auf der Flucht ist.
Alistair ist ein klassischer »tortured hero«, der in Kriegsgefangenschaft gefoltert wurde und aus dieser Zeit schreckenserregende Narben im Gesicht zurückbehalten hat; außerdem fehlt ihm ein Auge, weshalb er meist eine Augenklappe trägt. Er lebt zurückgezogen in seinem verwahrlosten Schloss, allerdings weniger aus Scham wegen der Entstellung an sich, sondern im Wesentlichen wegen der schockierten Reaktion anderer Menschen auf ihn. Wie einsam er ist, fällt ihm erst auf, als Helen mit ihren Kindern Leben in sein Haus bringt; das ändert jedoch nichts daran, dass er sich zunächst verständlicherweise gegen das Eindringen einer fremden Familie in sein Rückzugsgebiet wehrt. Obwohl Alistair äußert knurrig, mürrisch und zynisch ist, erweist er sich in den entscheidenden Momenten als unkonventionell, warmherzig, verständnisvoll und sensibel – das zeigt sich nicht nur im Umgang mit seinem steinalten Hund, sondern auch mit Helens Kindern, die er (fast) immer zu trösten und ermutigen weiß. Einzig Alistairs Entsetzen über Helens Vergangenheit erschien nicht ganz schlüssig, ebenso der Grund für seine Annahme, eine über eine Affäre hinausgehende Beziehung zwischen ihm und Helen sei nicht möglich. Aber sei’s drum, es tut dem Buch keinen echten Abbruch; das Happy-End musste wohl um der Dramatik willen ein wenig hinausgezögert werden, denn allzu glatt darfs ja nicht mal in einem Liebesroman ausgehen!
Ebenso gut gelungen wie die Protagonisten sind die Nebenfiguren – selbst die Kinder. In Liebesromanen auftretende Kinder haben normalerweise die Tendenz, fürchterlich zu nerven, weil sie sich vollkommen unnatürlich benehmen: entweder agieren sie viel zu erwachsen und altklug oder sie sind alternativ viel zu kindlich, wobei ihnen in letzterem Fall gerne auch eine durchgehend schwachsinnige Sprache in den Mund gelegt wird. Nicht so hier: Helens Kinder Jamie und Abigail sind wirklich eine rühmliche Ausnahme. Sie verhalten sich alles in allem wie Kinder, und sie sind manchmal etwas schwierig und daher anstrengend, aber wirklich nett! Zugegeben, Abigails als partielle Erzählerin der Handlung wirkt nicht immer wie eine Neunjährige, aber ihre Denk- und Betrachtungsweise sind jederzeit akzeptabel. Eine echte Bereicherung und Garant für einige kurzweilige Szenen ist das Auftauchen von Alistairs Schwester Sophia und ihrer Gesellschafterin, die sich leider viel zu schnell wieder verabschieden. Die Wortgefechte zwischen Alistair und Sophia sind erfrischend, zumal sie es auf eine einmalig liebevoll-deutliche Weise versteht, ihren Bruder auf den Boden der Tatsachen zu holen.
Dem Buch werden von einigen Kritikern massive sachliche und historische Mängel sowie mangelndes Gefühl für die damalige Zeit (1765) vorgeworfen. Zugegeben: Man kann einige Fehler und Ungenauigkeiten nicht wegreden. Andererseits kann man aber auch nach solchen Dingen suchen und sich an ihnen aufhängen, wenn man das unbedingt will. Um ehrlich zu sein kann ich persönlich über solche Dinge – sofern sie keine signifikante Bedeutung für die Handlung haben – hinwegsehen, wenn die Geschichte – wie in diesem Fall – so viel mehr bietet. Wer aber auf exakte historische und sachliche Korrektheit Wert legt, sollte vielleicht lieber zu einem anderen Buch greifen.
Vom implizierten parabloischen Märchen – diesmal über den »Truth Teller« – war ich erneut nicht so begeistert, weil mir die Handlung zu vorhersehbar und die Geschichte viel zu ausgebreitet war für deren Gehalt. Wenn schon eine solche Geschichte so sehr ins Zentrum gestellt wird, sollte sie m. E. etwas ganz Besonderes sein – und das ist sie nicht. Aber das nur am Rande; es hat keinen Einfluss auf die Bewertung.
Fazit:
13/15 – Trotz einiger kleiner Abstriche ein wundervolles, herzerwärmendes Buch – Elizabeth Hoyt in alter Form!
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Serieninfo:
01 To Taste Temptation
02 To Seduce a Sinner
03 To Beguile a Beast
04 To Desire a Devil
The Legend of the Four Soldiers, Book 2
Inhalt:
Seit vielen Jahren ist Melisande Fleming heimlich in Jasper Renshaw, Lord Vale verliebt. Als er am Tag seiner Hochzeit von seiner Braut sitzengelassen wird, beschließt sie, dass ihre Zeit gekommen ist: Sie macht ihm einen Heiratsantrag und überzeugt ihn davon, dass eine Ehe nur vernünftig wäre; dass sie ihn liebt, bleibt ihr Geheimnis. Doch auch Lord Vale hat seine Geheimnisse: Er ist seit seiner Zeit als Kriegsgefangener schwer traumatisiert und besessen davon aufzuklären, wer das Regiment damals verraten hat. Eine Vernunftehe ist genau das, was er will – doch dann kommt alles anders als gedacht. Melisande ist nämlich mitnichten die verklemmte Ehefrau, die er erwartet hat, sondern erweist sich als verführerisch, scharfsinnig und verständnisvoll …
Kommentar:
Elizabeth Hoyts erste Serie, die Princes-Trilogy, hat damals eingeschlagen wie eine Bombe und Liebesromanleser und Rezensenten gleichermaßen begeistert. Entsprechend hoch waren auch die Erwartungen an ihre neue Four-Soldiers-Serie – die Hoyt mit dem ersten Band »To Taste Temptation« jedoch nicht erfüllen konnte. Ich hab dem Buch zwar immerhin acht von 15 Punkten gegeben, war aber angesichts des hohen Niveaus der vorherigen Bücher enttäuscht (wobei ich mich interessanterweise überhaupt nicht mehr an das Buch erinnern kann erinnern kann). In der Hoffnung auf einen einmaligen Ausrutscher hab ich nach längerer Pause jetzt zu Band 2 gegriffen, musste aber leider feststellen, dass er nicht besser ist, eher im Gegenteil.
Das Buch startet vielversprechend – mit der Szene, in der Jasper am Tag seiner Hochzeit von seiner Verlobten verlassen wird, die statt des Viscounts lieber einen Kurator heiraten will. Jasper nimmt die Trennung relativ gefasst auf, da er ohnehin nichts für das Mädchen empfunden hat; außerdem hat er eine gewisse Erfahrung mit solchen Situationen, denn sie ist bereits die zweite Verlobte, die ihn verlässt (Ex-Verlobte Nr. 1 ist die Protagonistin in Band 1 der Serie). Zeit, sich zu grämen, bliebe ihm ohnehin nicht, denn nicht viel später tritt auch schon Melisande auf den Plan und macht ihm ihrerseits einen Antrag. Da ihr Vorschlag recht vernünftig klingt und Jasper außerdem einen Erben braucht, nimmt er an. Nicht viel später sind die beiden verheiratet, haben unerwartet guten Sex und versuchen, ihr Zusammenleben zu arrangieren, ihre Geheimnisse voreinander zu wahren und den anderen gleichzeitig zu durchschauen sowie Melisandes eifersüchtigen Hund zu erziehen. Darüber hinaus lebt Jasper sein Kriegsgefangenschaftstrauma aus und jagt den Verräter, der dafür verantwortlich ist.
Eigentlich mag ich ja die sog. »character driven novels« und brauche keine große Action, aber was hier geboten wird, ist einfach langweilig. Es passiert eigentlich überhaupt nichts von Bedeutung, stattdessen hält sich die Autorin mit der Erzählung von kleinen Episoden – etwa Hundeerziehungsmaßnahmen oder einem Kutschenüberfall auf –, die die Handlung in keinster Weise voranbringen. Es findet auch keine nachvollziehbare Entwicklung der Personen und ihrer Beziehung zueinander statt, und Gefühl kommt auch kaum rüber. Melisande mit ihrer überhöhten Liebe, ihrem ewigen Verständnis und ihrer stetigen Sanftheit war mir viel nett und zu eindimensional, wobei der Grund, warum Jasper partout nicht wissen darf, dass sie ihn liebt, nicht nachvollziehbar ist. Jasper ist aufgrund seiner grausamen Kriegserlebnisse ein klassischer »tortured hero«; seine Besessenheit ist einigermaßen plausibel. Dennoch ist er in vielen Situationen unverständlich kopflos und sein Verhalten überzeichnet. Was er in der Hochzeitsnacht abliefert und dass er jedesmal nach dem (fantastischen!) Sex fluchtartig den Raum verlässt, ist unsympathisch, unbegründet und extrem rücksichtslos gegenüber seiner Frau – die aber natürlich zwar ein bisschen enttäuscht ist, ihm sein Verhalten jedoch nicht übel nimmt.
Eine kleine Enttäuschung ist auch das parabolische Märchen vom »Laughing Jack«, von dem immer zu Anfang eines Kapitels ein Stück erzählt wird und das eine eigene kleine Geschichte bildet. Ich will eigentlich nicht ständig auf der Prinzen-Trilogie herumreiten, aber ich muss einfach: Die dort implizierten Märchen vom Raven Prince, Lepoard Prince bzw. Serpent Prince, die den Büchern ihre Namen gegeben haben, waren etwas ganz besonderes und so klasse, dass ich sie vorweg am Stück gelesen habe. »Lauging Jack« ist langweilig und wirkt wie ein Mix aus verschiedenen klassischen Volksmärchen; die Geschichte bietet keinerlei Überraschungen.
Es sei noch erwähnt, dass die Four-Soldier-Serie nicht durchgehend schlechter als die Princes-Trilogy bewertet wird, sondern durchaus auch eine Vielzahl guter Kritiken erhalten hat, etwa bei den von mir sehr geschätzten Kritikern von AAR (A-, A-, A, B+). Ich für meinen Teil setze in die beiden noch ausstehenden Teile, die natürlich beide bereits hier im Regal ihr Dasein fristen, keine großen Hoffnungen mehr – wobei Elizabeth Hoyt es aber trotzdem geschafft hat, auf den letzten Seiten des Buches ein so großes Interesse am folgenden Band zu wecken, dass ich ernsthaft überlege, diesen direkt im Anschluss zu lesen.
Fazit:
7/15 – Eine sehr durchschnittliche, handlungsarme Geschichte über das Zusammenfinden zweier wenig mitreißender Helden.
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Serieninfo:
01 To Taste Temptation
02 To Seduce a Sinner
03 To Beguile a Beast
04 To Desire a Devil
Originaltitel: Rose
3. Band der Flower-Trilogie
Inhalt:
England, 1677. Rose Ashcroft ist betörend schön – und mit 21 Jahren leider auf dem besten Weg, eine alte Jungfer zu werden! Entschlossen macht sie sich daran, einen Ehemann aus adliger Familie zu finden. Vorsichtshalber verbirgt sie dabei, dass ihre große Leidenschaft der Wissenschaft und der Welt der Bücher gehört. Nur ein Mann weiß, wie brillant Rose ist: der gut aussehende Christopher Martyn, aufstrebender Architekt am Hof des Königs. Er liebt Rose insgeheim und will sie unbedingt für sich erobern. Aber kann er sie von der Leidenschaft überzeugen, die in seinem Herzen für sie brennt – obwohl er keinen Titel besitzt?
Kommentar:
Da ich gerade in einer Phase bin, in der ich mich nicht mit schlechten Büchern herumschlagen will, hab ich »Verführung im Mondschein« nach etwas über 100 Seiten abgebrochen. Selten hab ich so viele blöde Figuren auf einem Haufen erlebt. Da wären: Eine schreckliche Mutter, die sich auf äußerst plumpe Weise als Kupplerin versucht, weil nur sie allein weiß, was gut für ihre Tochter ist. Der Auserwählte, ein bürgerlicher Held, der in Windsor Castle architektonische Wunderdinge verbringt und dessen vordringliches Ziel im Leben es ist, einen Adelstitel verliehen zu bekommen – unter anderem, um Rose zu erobern. Und dann noch eine 21-jährige alte Jungfer als Heldin, die verbittert und missgünstig, unerträglich hochmütig und trotz ihrer sagenhaften Bildung unfassbar naiv ist und ungefragt in den unpassendsten Momente mit jedem Unsinn rausplatzt, der ihr so in den hübschen Schädel schießt. Ob sie damit ihre Verehrer, Geschwister oder den König beleidigt, spielt keine Rolle; das ist offenbar ihre Vorstellung von Emanzipation. Eventuell fehlt mir auch mal wieder einfach der Humor, um die Handlungsweisen der Figuren liebenswert zu finden, aber das ist dann halt so.
Wertung:
Abgebrochen und die komplette Serie – drei Bücher! – aussortiert. Obwohl das keines der ganz finsteren Machwerke ist, ist mir meine Zeit dafür einfach zu schade.
Originaltitel: Royal Captive

Inhalt:
Die bildschöne unschuldige Elizabeth Stafford wird von ihrem verarmten Vater skrupellos als Lockvogel für einen reichen Höfling eingesetzt. Sie muss sich bei Hofe den Verführungskünsten adliger Herren erwehren. Dabei gilt ihre heimlich Liebe dem Iren Kieran O’Neill. Als der König selbst sein Interesse an Elizabeth bekundet, sie zu seiner Mätresse machen will, scheint ihr Schicksal besiegelt…
Kommentar:
Was für eine hanebüchene Geschichte! Diese 80er-Liebesromane sind wirklich bis auf wenige Ausnahmen (wobei mir gerade keine einfällt) unerträglich. Diesmal haben wir es mit einem fiesen irischen Rebellen zu tun, der eine junge englische Adlige nach einem Kutschenunfall rettet, die sich bietende Gelegenheit aber auch gleich nutzt, um sie dann zunächst mal auf seinem Anwesen festzuhalten und erst gegen eine Lösegeldforderung wieder freizulassen. Kieran entpuppt sich als verkommener, patriotischer, rachsüchtiger, widerwärtiger Säufer, der Elizabeth zwar schon deshalb hasst, weil sie Engländerin ist, sie aber ungeachtet dessen dennoch unwiderstehlich findet. Deshalb macht er sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit an sie heran und zwingt ihr seine Küsse und »Zärtlichkeiten« auf, denen sich die schöne Naive in einer Situation gar nur mit einem treffsicheren Faustschlag entziehen kann – der deshalb Wirkung zeigt, weil Kieran zum Glück mal wieder sturztrunken ist.
Als der Ire Elizabeth schließlich freilässt, kommt sie vom Regen in die Traufe, sie landet nämlich bei Hofe, wo Zügellosigkeit und Ausschweifung herrschen. Während alle Männer ihr nachsteigen und die Frauen entsprechend eifersüchtig auf sie sind, wird ihr aus unerfindlichen Gründen schlagartig klar, wie toll und großartig Kieran eigentlich war. Doch um sich den Avancen des Königs zu entziehen, willigt Elizabeth schließlich ein, Simon Bagenal zu heiraten, obwohl – oder gerade weil – er sie an ihren geliebten Iren erinnert. Kein Wunder, denn wie sich herausstellt, ist Simon der Cousin des irischen Rebellen – wie Elizabeth schließlich von Kieran erfährt, der sich in Gestalt eines italienischen Adligen unter die höfische Gesellschaft gemischt hat und sie nun eindringlich vor seinem Verwandten warnt. Weil Kieran dennoch keine Anstalten macht, Elizabeth selbst zur Frau zu nehmen, heiratet sie Simon also ungeachtet Kierans Warnung, um den ihr nachsteigenden König loszuwerden.
Von der Traufe gerät sie allerdings daraufhin quasi in die Sinflut: Wie sich in der Hochzeitsnacht herausstellt, hat Simon sie nämlich nur geehelicht, um einen Adelstitel vom König zu erschleichen. Den erhält er dafür, dass der König höchstselbst Elizabeth in der Hochzeitsnacht entjungfern darf. Zu Elizabeths Erleichterung geht die Ränke im wahrsten Sinne des Wortes aber in die Hose: Der König macht sich zwar über sie her, zur Entjungferung kommt es aber nicht, denn er hat offenbar ein kleines Problem mit der Selbstbeherrschung und einem frühzeitigen Samenerguss. Wütend überlässt er das Feld daraufhin Elizabeths belustigtem Ehemann, der sie ihrem Zweck zuführt und die Ehe vollzieht – zu deren Glück es nur noch fehlt, dass ihr Göttergatte ihr ein künftiges Vergnügen mit ihm und dem König in Aussicht stellt.
Als Kieran erfährt, dass Simon Elizabeth verkauft hat, ist er außer sich vor Wut. Praktischerweise taucht Simon in diesem Moment auf, sodass Kieran seinen Zorn gut kanalisieren und den unliebsamen Cousin bei der Gelegenheit ermorden kann. Da aber auch Kieran in dem Duell verletzt wird, schafft die begabte Elizabeth ihn in ihre alte Gemächer, wo sie ihn heilkundlich versorgt. Blöd nur, dass sich nicht viel später herausstellt, dass ihr Mann Simon doch nicht tot ist, sondern nur schwer verletzt – und zu allem Unglück wacht er nach drei Tagen tatsächlich von den Toten auf. Aus Gründen, die wohl nur die Autorin selbst versteht, einigen sich die beiden darauf, dass Simon über die Vorfälle schweigt und Elizabeth zurück aufs Land muss – was ihr gar nicht so unrecht ist.
Doch während Elizabeth ihre neu gewonnene Freheit genießt, ringt Kieran auf irgendeinem verlassenen Gut mit dem Wundfieber und liegt im Sterben. Alarmiert von seinem Freund, eilt Elizabeth an seine Seite und wacht bei ihm. Gottlob erwacht er schließlich, denn nicht nur Elizabeth braucht ihn, sondern vor allem auch Irland, wie er erkärt. Sobald der Rebell wieder einigermaßen bei Kräften ist, führt er Elizabeth schnell in die Freuden der körperlichen Liebe ein und verschleppt sie dann gegen ihren Willen nach Irland. Dort lässt Kieran sie auf seinem Anwesen allein, wo sie sich permanent um sein Wohlbefinden ängstigt, während er raubend und brandschatzend durchs Land zieht und die von Schotten und Engländern okkupierten Häuser abfackelt. Nach dramatischen Verwicklungen, die ich ehrlich gesagt nur noch überflogen habe, weils mir wirklich zu blöd wurde, ist Kieran irgendwann geläutert und erkennt die Sinnlosigkeit seiner Rebellion. Er tut stattdessen endlich was Sinnvolles, er bringt nämlich Simon um (diesmal wirklich!) und macht Elizabeth zur Witwe. Damit steht einer Verbindung der Beiden über alle Grenzen und Rassen hinweg also nichts mehr im Wege, juchee.
Wertung:
1/15 – Wie die Zusammenfassung wohl deutlich macht: Total schwachsinnig! Man fragt sich, wie so eine Story unter dem Label »Ullstein Romantik« laufen kann; von Romantik war wirklich keine Spur zu entdecken! Einen Gnadenpunkt gibts für den irischen Rebellen, der immerhin nicht so n weichgespülter Bösewicht ist wie andere. Außerdem schätzt er guten Whisky, das spricht für ihn!
Originaltitel: The Rival

Inhalt:
England, 1760. Mehr als zehn Jahre hat Garrick De Vere im Exil verbracht, als er nach England zurückkehrt – aber die Gerüchte um seine angebliche Schuld am Verschwinden seines Bruders Lionel sind noch immer nicht verstummt. Doch neben den Schatten der Vergangenheit verdunkelt auch Garricks Affäre mit der schönen Olivia Grey sein Geschick. Denn Olivia ist die Frau eines anderen – und ihr für seine Skrupellosigkeit bekannter Gatte Arlen, Earl of Ashburn, ein gefährlicher Rivale! Gegen ihren Willen verbannt er Olivia aufs Land, wo er sie gefangen hält. Wird es Garrick jemals gelingen, den verhassten Rivalen zu besiegen, seine Ehre zu retten und die Frau seines Herzens ganz für sich zu gewinnen?
Kommentar:
Oha! Mein erster Joyce, der nicht zur Francesca-Cahill-Serie gehört, war nicht gerade das, was ich unter einem guten Buch verstehe. Hier wurden mal wieder zahlreiche Zutaten (gerne auch eine doppelte Portion davon) wild zusammengemixt, als da wären: Betrug und Ehebruch, Erbschleicherei und sonstiges Erbenchaos, Mord, Selbstmord, ein Duell und versuchter Mord, Entführung, Inzest, psychische und physische Misshandlung (inklusive Vergewaltigung, totaler Unterdrückung und Gefangenschaft). Visionen, Vorhersehung und Schicksal dürfen ebenfalls nicht fehlen, und dazu passend wird natürlich auch die Irrenanstalt Bedlam nicht unerwähnt gelassen, wenngleich nur als Nebenschauplatz. Klingt spannend? Ist es aber nicht! Es ist einfach total überfrachtet, wirkt unglaubwürdig und genau aus diesem Grund ist es langweilig und enervierend.
Als wäre die Handlung nicht schon schlimm bzw. unglaubwürdig genug, setzen die Protagonisten dem Buch die Krone auf. Olivia, eigentlich als hilflose, misshandelte, aufopferungsvolle Mutter angelegt, ist in dieser Rolle nur bedingt glaubwürdig, denn sie hintergeht nicht nur ihre Freundin, sondern begeht auch noch Ehebruch – wodurch sie nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch ihre Tochter in Gefahr bringt, wegen der sie doch überhaupt nur alles erduldet. Alles in allem ist sie einfach nur ziemlich nervig und unsympathisch.
Der Retter in der Not, Garrick, selbst schicksalsgebeutelt, ist nicht wesentlich sympathischer als Lady Ashburn. Ungeachtet der Gefahr, die Olivia durch ihren Gatten droht, lässt er – selbst in der Öffentlichkeit – keine Gelegenheit aus, ihr Avancen zu machen, um seinen Wunsch nach einer Affäre mit ihr zu verwirklichen. Alles aus Liebe, versteht sich, wobei Garrick leider nicht weitsichtig genug ist zu erkennen, dass man einen Menschen, den man liebt, vielleicht besser nicht in Gefahr bringt!
Wertung:
0/15 – Ein Buch, von dem man besser die Finger lassen sollte!
Originaltitel: The Promise in a Kiss
1. Teil der Cynster-Serie (Prequel)

Inhalt:
An einem verschneiten Winterabend stößt die junge Helena im Garten ihrer Klosterschule plötzlich auf einen attraktiven Fremden, der ihr einen leidenschaftlichen, verbotenen Kuss raubt. Sieben Jahre vergehen, in denen sowohl Helena als auch Sebastian Cynster, der Herzog von St. Ives, diesen Kuss nicht vergessen haben. Als St. Ives, mittlerweile ein arrivierter Mann des Adels, bei einem Ball die atemberaubend schöne Comtesse d’Isle den Raum betreten sieht, erkennt er in ihr Helena. Feuriges Begehren lodert in ihm auf, doch Helena sträubt sich – obwohl sie sich magisch zu ihm hingezogen fühlt …
Kommentar:
Bei »Verheißungsvolle Küsse« von Stephanie Laurens handelt es sich um den chronologisch ersten Teil der vielgelobten Cynster-Serie, die – so sagt man zumindest – jeder Regency-Fan unbedingt im Regal haben muss. Ich kann allerdings nur dringend davon abraten, mit diesem Buch in die Reihe einzusteigen, Chronologie hin oder her, denn es besteht die Möglichkeit, dass man anschließend nie wieder ein Buch dieser Serie zur Hand nimmt. Andererseits vielleicht kein allzu großer Verlust …
Es liegt nicht an der eigentlichen Geschichte, dass dieses Buch so unerträglich ist, denn diese unterscheidet sich nur unwesentlich von den anderen »Er kam, sah und siegte«-Romanzen. Sebastian ist einfach ein typischer Cynster-Macho und Helena die Widerspenstige auf der Suche nach der wahren, echten, einzigen und ewigen Liebe. Das reicht für Laurens völlig, um ein Buch nach dem Geschmack ihrer Leser zu stricken.
Die Krux liegt in der Sprache der Autorin, ganz besonders in Verbindung mit der vorliegenden Übersetzung von Dinka Mrkowatschki, die wirklich eine Zumutung ist. Über typografische Fehler (unsinnige Zeilenumbrüche, Buchstabenverdreher und zahllose Anführungszeichenfehler) könnte man ja mit viel, viel gutem Willen noch hinwegsehen, ebenso wie über die zahllosen Komma-Fehler. Es hört aber dann auf, wenn sich die Sprache anhört, wie frisch aus einem Übersetzungsprogramm und mal kurz drübergelesen. Laurens’ fragmentarische Sprache ist schon im Original recht eigentümlich und mutet nicht selten einigermaßen seltsam an; ins Deutsche übertragen sind sie – zumindest in dieser Form – einfach eine Zumutung, denn was in einer Sprache funktioniert, funktioniert in der anderen noch lange nicht. Und ein paar Grundkenntnisse in Tempus-Angelegenheiten könnten könnten den Übersetzern und Lektoren weiß Gott auch nicht schaden – oder sollte der Plusquamperfekt inzwischen abgeschafft worden sein, ohne dass ich es bemerkt hätte?! All diese sprachlichen Unzulänglichkeiten führen jedenfalls dazu, dass die Formulierungen den Lesefluss immens stören und bisweilen gar zu ziemlicher Verwirrung führen. Beispiel gefällt? Bitte sehr:
- »Helena kam der Gedanke, nachdem sie so viel Zeit mit ihm verbrachte, dass sein oft zu auffälliges Verständnis und seine gesammelte Erfahrung in allen Dingen gesellschaftlichen Umgangs nicht gerade dazu beitrugen, andere Männer … in günstigem Licht erscheinen zu lassen.« (S. 51)
- »Wenn jemand Gold gewohnt war, grenzte es an Unwahrscheinlichkeit, dass er auf die Blendung von Blech hereinfiel.« (S. 51)
- »Sein Mund verzog sich, halb Lächeln, halb Grimasse.« (S. 90)
- »Ihre Gedanken waren an ihren Augen ablesbar, die sich nun weiteten.« (S. 123)
- »Ihr Augen waren große grüne Teiche, leicht darin zu lesen oder zu ertrinken. Sie war gefangen, verlockte … faszinierte.« (S. 129)
- »Was ihr etliches Kopfzerbrechen bereitete …« (S. 142)
- »Lass uns gemütlich sein.« (S. 143)
- »Das Licht der Fackeln fing sich in dem goldenen Reif aus Lorbeerblättern. Tanzte über die Maske aus massivem Gold, in die ebenfalls Lorbeerblätter gehämmert waren …« (S. 147)
- »Das Juwel hatte dieselbe Farbe wie seine Augen. Ebenso hypnotisierend.« (S. 200)
- »Er brach in ein zynisches Lachen, kein humorvolles, aus.« (S. 236)
- »Das Aufeinanderprallen von Willen und Verlangen ließ seinen Zorn, nie ein einfacher Zeitgenosse, an den Zügeln zerren – auf der Lauer, bereit auszubrechen.« (S. 239)
- »Ariele war größer als Helena, aber nicht überdurchschnittlich. Ihr Haar lag wie ein Vorhang aus altem Brokat über ihrem Rücke. Er konnte ihr Profil sehen, es war so vollkommen wie Helenas. Bemerkte, wie sie gestikulierte, rasch und behutsam, Phillipe beschwichtigte und seine Entschuldigung abwehrte. (S. 315)
Noch irgendwelche Fragen? Vielleicht dazu, was sich Übersetzer und Verlag bei der Veröffentlichung dieses Machwerks gedacht haben – das ich übrigens in der dritten (!) Auflage gelesen habe!
Wertung:
3 Gnadenpunkte für die Geschichte – wobei diese unabhängig von der katastrophalen Sprache natürlich schwierig zu beurteilen ist. Mir fehlt zugegebermaßen auch der Ehrgeiz, mir die Geschichte um den selbstherrlichen Schurken und die dominante Dame noch mal auf Englisch anzutun; so sehr hat mich der Inhalt dann auch wieder nicht gefesselt. Allen Englischlesern würde ich jedenfalls dringend dazu raten, das Buch im Original zu lesen. Wenn überhaupt!
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