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[Rezension] Chris Priestley: Onkel Montagues Schauergeschichten

Originaltitel: Uncle Montague’s Tales of Terror

Inhalt:
Onkel Montague lebt allein mit seinem mysteriösen Diener Franz in einem düsteren alten Haus. Obwohl der Weg zu ihm durch einen unheimlichen Wald führt, besucht Edgar ihn sehr gerne, denn Onkel Montague scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an Schauergeschichten zu verfügen. Doch je mehr von diesen Geschichten Edgar hört, desto unbehaglicher ist ihm zumute. Draußen wird der Nebel immer dichter, im Haus wird es immer kälter, und seltsame Geräusche sind zu hören. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Woher kennt Onkel Montague sie und warum bewahrt er Gegenstände, die in den Geschichten vor kommen, in seinem Haus auf?

Kommentar:

»Ich bin ein Sammler des nicht Gewollten, Edgar; des Verwunschenen, des Verfluchten – des Verdammten.« (S. 126)

»Onkel Montagues Schauergeschichten« ist das erste übersetzte Schauergeschichten-Buch aus der Feder des Engländers Chris Priestley; im englischen Original gibt es darüber hinaus noch »Tales of Terror from the Black Ship« und »Tales of Terror from the Tunnel’s Mouth«.

Die Rahmenhandlung des Buches für Kinder ab 10 Jahren bildet Edgars Besuch bei seinem eigenartigen Onkel Montague, der ihm immer so faszinierende Geschichten erzählt. Allerdings lehren die Erzählungen den Jungen an diesem bestimmten Tag, von dem erzählt wird, auch zunehmend das Fürchten, obwohl der Junge natürlich steif und fest behauptet, völlig unbeeindruckt zu sein und nicht an die Geschichten zu glauben, die ihm da aufgetischt werden. Die unheimliche, beklemmende Atmosphäre des Hauses trägt ein Übriges dazu bei, Edgar und den Lesern Schauer über den Rücken zu jagen – es wird alles geboten, was klassischen Grusel ausmacht: dichte Nebelschwaden, klappernde Fensterläden, Kerzenlicht, ominöse Gegenstände, schlurfende Schritte unbekannten Ursprungs sowie ein »unsichtbarer« Diener.

Eingebettet in die Haupthandlung sind insgesamt neun jeweils abgeschlossene Kurzgeschichten, deren Aufhänger jeweils ein Gegenstand ist, der sich in Onkel Montagues Besitz befindet. Die dazugehörigen Erzählungen sind schauerlich bis grausam, in allen spielen Kinder die Hauptrolle, und sie handeln alle von Besessenheit, Mord und Tod. Sie sind prinzipiell gut und spannend aufgebaut, aus unerfindlichen Gründen fehlt aber bei mindestens der Hälfte »die Moral von der Geschicht«: Die einzelnen Storys enden teils irritierend abrupt, offen und sind deshalb ziemlich unbefriedigend.

Die sonderbaren Erzählungen machen aber nicht nur Edgar, sondern auch dem Leser nach und nach klar, dass mit Onkel Montague irgendwas ganz und gar nicht stimmt – und am Ende liefert eine letzte Geschichte, die von Onkel Montague selbst, eine ebenso gruselige wie einleuchtende Erklärung, die mindestens so unheimlich ist wie alle Kurzgeschichten zusammen.

Bemerkenswert sind die Zeichnungen von David Roberts, der u.a. auch die Bücher von Philip Ardagh illustriert hat: Sie zeigen Szenen aus den Kurzgeschichten und unterstreichen die gespenstische Atmosphäre vortrefflich.

Fazit:
9/15 – Das Buch besticht durch seine schaurig-schöne Gruselatmosphäre, hat aber bei den Geschichten, die Montague erzählt, einige Schwächen, die das Vergnügen trüben.

Druckfrisch 8./9.3.2010

Da ich gestern keine Zeit hatte, kommt heute wieder ein Doppelschlag »Druckfrisch«, der es in sich hat. Also nicht lange gequatscht, sondern an die Arbeit! :)


Nalini Singh: Psy-Changelings-Serie 5 – Gefangener der Sinne (OT: Hostage to pleasure)

Nach außen hin ist Ashaya Aleine die perfekte Mediale: kühl, gelassen und emotionslos. Doch innerlich sind ihre Gefühle in Aufruhr. Sie wurde von ihrem Sohn getrennt und soll nun ein Hirnimplantat entwickeln, mit dem die Medialen versklavt werden können. Fieberhaft sucht sie nach einer Möglichkeit zu entkommen. Als ihr schließlich die Flucht gelingt, läuft sie dem Werleoparden Dorian direkt in die Arme. Dessen Schwester wurde einst von einem Medialen getötet, und seither hat er Rache geschworen. Doch seine aufkeimenden Gefühle für Ashaya bringen seinen Entschluss ins Wanken.

Katie MacAlister: The Dark Ones 8 – Vampire lieben gefährlich (OT: Crouching Vampire, Hidden Fang)
Für Pia Thomason ist der Traum einer romantischen Hochzeit in Erfüllung gegangen wenn auch nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Außerdem fangen damit ihre Probleme nun erst richtig an. Sie fühlt sich zwischen zwei Vampiren hin und her gerissen: ihrem Angetrauten Kristoff und seinem besten Freund Alec. Auch als Pia in ihre Heimatstadt Seattle zurückkehrt, verläuft ihr Leben keineswegs in ruhigeren Bahnen. Die Gemeinschaft der Vampire verfolgt Kristoff und Pia wegen eines Verbrechens, das sie angeblich begangen haben.

Lynsay Sands: Argenau 7 – Ein Vampir und Gentleman (OT: The Accidental Vampire)
Seit sie durch ein Versehen in eine Vampirin verwandelt wurde, schläft Elvi Black in einem Sarg, meidet die Sonne und verzichtet auf Knoblauch. Sonst hat sie allerdings keine Ahnung, was es eigentlich heißt, eine Vampirin zu sein. Als ihre Nachbarn für sie eine Anzeige in die Zeitung setzen, trifft sie den umwerfenden Victor Argeneau. Victor ist reich, mächtig und gut aussehend, und jede Frau würde sich ihm mit Freuden zu Füßen werfen egal, ob lebendig oder untot. Victor erklärt sich bereit, Elvi in das Dasein als Vampirin einzuführen. Doch da verübt ein Unbekannter ein Attentat auf Elvi, dem sie nur knapp entgeht. Irgendjemand scheint es auf ihr Leben abgesehen zu haben, und nur Victor kann sie retten.

Victoria Laurie: M.J. Holliday, Geisterjägerin 1 – Rendezvous um Mitternacht (OT: What`s a Ghoul to do?)
M. J. Holliday betreibt zusammen mit ihrem besten Freund, dem Computerspezialisten Gilley, und ihrem geschwätzigen Papagei Doc eine Geisterjägeragentur. Dabei nutzt sie ihre besonderen Fähigkeiten als Medium, um in den Häusern ihrer Klienten Geister aufzuspüren und diese ins Jenseits zu befördern. Eines Tages betritt der gut aussehende Dr. Steven Sable die Agentur, um M. J. für einen Job anzuheuern. Ihm ist vor Kurzem der Geist seines verstorbenen Großvaters erschienen, und Sable ist überzeugt, dass dieser ihm etwas über die Umstände seines Todes mitteilen will. M. J. nimmt die Ermittlungen auf …

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[Buch der Stunde] Sophie Kinsella: Charleston Girl

Weil ich nach der Beendigung des neuen Briggs immer noch keine Lust habe, mich weiter mit dem »Dark Viscount« zu beschäftigen, hab ich mir endlich »Charleston Girl« geschnappt. Nicht nur hab ich nach der Diskussion zum »Göttin in Gummistiefeln«-Beitrag Lust auf ein Buch der Autorin bekommen, sondern ein lila Buch fürs RegenbogenLesen schadet auch nicht! :)

Erster Satz:

Mit dem Elternbelügen ist es doch so: Man muss es tun, um sie zu schützen.

[Buch der Stunde] Patricia Briggs: Zeit der Jäger

Ich schlag mich zwar eigentlich immer noch mit dem (unspannenden) »Dark Viscount« herum, aber: der neue Mercy ist raus und kann keinesfalls liegen bleiben. (Es sagt wohl einiges über meine Begeisterung für die Serie aus, dass ich ein Buch sofort nach Eintreffen anfange!)

Erster Satz:

Ich starrte mein Spiegelbild an.

[Unsinn lesen mit Irina] Im Schatten des Windes, Vol. 5

[Früherer Unsinn: Vol. 1 | Vol. 2 | Vol. 3 | Vol. 4]

Wir spulen erst mal ein Stück zurück und erleben die Sache noch mal aus Serafinas Sicht. Die Visionärin freut sich wie verrückt darauf, das Gelöbnis abzulegen, das sie in längst vergangener Zeit an einem fernen Ort schon mal abgegeben hat. In Erinnerungen schwelgend, gilt ihr vordringliches Interesse aus unerfindlichen Gründen erst mal dem Bischof. Der ist enttäuschenderweise ein anderer ist als in ihrem Traum, also konzentriert sie sich anschließend lieber auf den Bräutigam. Der lässt ihr Herz nicht gerade schneller schlagen.

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Marginalie #15: Schnäppchen. Oder auch nicht

Gestern ist der Doppelband der beiden Glattauer-Erfolgsbücher »Gut gegen Nordwind (11/2006)« und »Alle sieben Wellen 2/2009« erschienen – mit einem dicken Störer auf dem Cover, der verkündet: »2 zum Preis von 1«. Wobei »1« gleichbedeutend ist mit »1 (teures) Hardcover« ist, denn der Verlag bringt lieber erst noch mal einen Doppelband für 17,90 Euro auf den Markt, statt einfach den zweiten Band, den es bislang nur als festgebundenes Buch gibt, als Taschenbuchausgabe! Die Leute, die das Taschenbuch von »Gut gegen Nordwind« bereits haben und das Hardcover von »Alle sieben Wellen« aus Kostengründen bislang nicht gekauft haben (sowas soll ja vorkommen), werden sich sicher ganz besonders über diese »Geschenkausgabe« freuen!

Mir ist schon klar, dass es harte Zeiten für Verlage sind, und ich will diese Veröffentlichungspolitik an sich auch gar nicht verurteilen (auch wenn sie natürlich nicht in meinem Sinne als Käufer ist). Wenn dieses Vorgehen allerdings verlagsseitig so hingestellt wird, als würde hier das Superschnäppchen angeboten – dann fühle ich mich ganz schön veräppelt!

Druckfrisch 4./5.3.2010

Da ich gestern nicht dazu gekommen bin, gibts heute eine Doppelausgabe von »Druckfrisch«. War aber ohnehin nicht viel! ;)

Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind/Alle sieben Wellen (Doppelband)
Kennen Sie Emmi und Leo? In “Gut gegen Nordwind” verlieben sich die beiden rettungslos – per E-Mail. Doch Emmi ist glücklich verheiratet und Leo verdaut gerade eine gescheiterte Beziehung. Und können die gesendeten und empfangenen Liebesgefühle einer persönlichen Begegnung überhaupt standhalten? Emmi und Leo sind so aufgewühlt, dass sie ein Treffen lieber hinauszögern… In “Alle sieben Wellen” bekommen sie ihre zweite Chance. Denn zumindest eine wirkliche Begegnung haben die beiden verdient! Daniel Glattauer trifft mit seinen Bestseller-Romanen mitten ins Herz der Leser. Die limitierte Geschenkausgabe umfasst beide Bücher in einem Band und führt zwei zusammen, die zusammengehören.

Sarah Lark: Das Gold der Maori
Kathleen und Michael wollen Irland verlassen. Das heimlich verlobte Paar schmiedet Pläne von einem besseren Leben in der neuen Welt. Aber all ihre Träume finden ein jähes Ende: Michael wird als Rebell verurteilt und nach Australien verbannt. Die schwangere Kathleen muss gegen ihren Willen einen Viehhändler heiraten und mit ihm nach Neuseeland auswandern … Michael gelingt schließlich mit Hilfe der einfallsreichen Lizzie die Flucht aus der Strafkolonie, und das Schicksal verschlägt die beiden ebenfalls nach Neuseeland. Seine große Liebe Kathleen kann er allerdings nicht vergessen …

Jo Barrett: Eine Frau geht selten allein (OT: The Men’s Guide to the Women’s Bathroom)
Eine einzige Email zerstört Claires gesamtes Leben: Sie kommt von ihrem Mann Charles. Und ist an seine Geliebte gerichtet. Am Boden zerstört trennt sich Claire von Charles, hängt ihren hochdotierten Job als Anwältin an den Nagel und kehrt New York den Rücken, um in ihrer völlig uncoolen Heimat Texas ein Leben als Autorin zu führen. Gut, als unerfahrene und mittellose Autorin, die noch weit vom ersten Buch entfernt ist. Aber das wird schon werden. Ihre nervige Mutter und ihr verrückter Freund Aaron halten sie auch so genug auf Trab. Und dann ist da auch noch Jake. Obwohl Claire von Männern eigentlich die Nase gestrichen voll hat, schafft sie es nicht, sich seinem bezauberndem Charme zu entziehen …

Kinsellas »Göttin in Gummistiefeln« wird verfilmt

Wie ich heute morgen zufällig bei Cinefacts gelesen habe, wird Sophie Kinsellas »Göttin in Gummistiefeln« von Universal verfilmt und soll schon 2011 in die Kinos kommen.

Als Produzenten werden Robert De Niro und Jane Rosenthal genannt, Regie wird Andy Fickman führen. Für das Drehbuch ist Aline Brosh McKenna verantwortlich. Bezüglich der Cast gibt es noch keine Meldungen – man darf gespannt sein, welche Schauspieler in die Rollen von Samantha und Co. schlüpfen! Wenn die Besetzung passt, kann das eigentlich nur ein toller Film werden!

Februar-Sünden

Zum Vergrößern klicken!

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Ich reich gerade mal noch meine Februar-Neuzugänge nach (von denen ich immerhin drei direkt gelesen habe)! Zu meiner Verteidigung möchte erwähnen, dass ich die Bücher fast ausnahmslos ertauscht habe – und was soll man machen, wenn man bei den Tauschbörsen nicht gleich zuschlägt, sind die Objekte der Begierde ruckzuck weg und jemand anders erfreut sich daran. Außerdem hab ich auch ein paar Sachen vertauscht, der SuB ist maximal um 10 Bücher gewachsen. Oder so. *schönred*

[Rezension] Nalini Singh: Engelskuss

Originaltitel: Angel’s Blood
Gilde der Jäger, Teil 1

Inhalt:
Die Vampirjägerin Elena Deveraux wird von dem ebenso charismatischen wie gefährlichen Erzengel Raphael angeheuert. Diesmal ist es jedoch kein entflohener Vampir, den sie aufspüren soll, sondern ein abtrünniger Erzengel. Um den Auftrag erfüllen zu können, muss Elena bis an die Grenzen ihrer Fähigkeiten gehen und darüber hinaus! Zugleich weckt der übermenschliche Raphael eine ungeahnte Leidenschaft in ihr. Doch seine Berührung könnte für Elena den Tod bedeuten, denn im Spiel der Erzengel zahlen die Sterblichen den Preis!

Kommentar:
Mit ihrer neuen Serie schickt Nalini Singh ihre Leser in ganz neue Gefilde: in eine von Erzengeln beherrschte Welt. Gott spielt dabei keine Rolle, und Singhs Engel haben auch herzlich wenig mit den liebenswerten, pausbäckigen und auf Wolken musizierenden himmlischen Wesen zu tun, sondern sind intrigante, teils brutale Herrscher, denen es einerseits um ihre persönliche Macht geht, die andererseits aber auch die Welt im Gleichgewicht halten. Den Menschen ist ihre Existenz bekannt, nicht wenige streben danach, sich von den Engeln in Vampire verwandeln zu lassen, um unsterblich zu sein; als Gegenleistung dienen sie ihren Erschaffern einhundert Jahre lang. Es gibt jedoch immer wieder Vampire, die abtrünnig werden und versuchen zu fliehen – dann kommt die Gilde der Jäger ins Spiel, um die Ausreißer zu ihren Herren zurückzubringen. Bezüglich des Settingsb beschreitet Nalini Singh wie schon mit ihrer Psy-Changeling-Serie neue Wege und überzeugt mit einer innovativen, stimmigen Fantasiewelt, die nicht allzu komplex ist, auf deren Beschreibung bzw. Ausarbeitung die Autorin allerdings dennoch ein bisschen mehr Augenmerk hätte legen können.

Die Geschichte handelt von der Jagd nach Uram, einen wahnsinnig gewordenen Erzengel, den die Gildenjägerin Elena aufspüren soll. Er ist das personifizierte Böse und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung in New York. Die ekligen, detaillierten Beschreibungen seiner Opfer sind nichts für Zartbesaitete und zeigen sehr deutlich das Ausmaß seiner Brutalität und seines Irrsinns. Richtig spannend ist die Jagd nach dem Erzengel nicht, das fällt aber kaum ins Gewicht, denn sie bildet ohnehin nur den Handlungsrahmen für die Liebesgeschichte zwischen Elena und ihrem Auftraggeber, dem Erzengel Raphael. Zwischen den beiden herrscht vom ersten Aufeinandertreffen an eine große sexuelle Anziehungkraft, und es gibt eine Vielzahl prickelnder Szenen, die später zwangsläufig zum Sex führen. Die Entwicklung ihrer Gefühle füreinander bleibt dabei etwas auf der Strecke, und generell herrscht in dem Buch trotz der sexgeschwängerten Stimmung eine eher kühle Atmosphäre.

Elena ist eine überzeugende Heldin, die manchmal zwar eine Spur zu tough und aufmüpfig, aber trotzdem sympathisch ist. Sie erweist sich als geradlinig, loyal und unprätentiös, hat jedoch ein traumatisches Erlebnis hinter sich, das im Dunklen bleibt. Obwohl sie eine durchweg positive Figur ist, wirkt sie relativ kühl und weckt daher auch keine großen Emotionen beim Leser. Gleiches gilt für Raphael, dessen überirdische Schönheit immer wieder betont wird – insbesondere im Zusammenhang mit seinen wundervollen, mehrfach detailliert beschriebenen Flügeln. Er ist deutlich ambivalenter angelegt als Elena: einerseits besonnen, fürsorglich und rücksichtsvoll, andererseits gewalttätig, herrisch und arrogant; seine negativen Züge werden allerdings plausibel erklärt, sodass sie kein allzu schlechtes Licht auf ihn werfen. Zudem verändert sich Raphael, der – passenderweise – ziemlich unnahbar wirkt, im Laufe des Buches durch Elena zum Positiven und wird menschlicher, was überzeugend beschrieben ist, wenngleich der Konflikt in ihm besser hätte herausgearbeitet werden können. Trotzdem fehlt auch ihm der letzte Kick, um den Leser richtig mitzureißen.

Die Übersetzung scheint solide und liest sich ganz flüssig, wenn man davon absieht, dass einer der Vampire in der ersten Hälfte des Buches »Schlangengift« genannt wird und in der zweiten Hälfte »Venom« (=Schlangengift). Zudem ist die Sprache bei Dialogen, in denen es sich um Sex dreht, zum Teil relativ ordinär und passt nicht recht zum Rest des Buches sowie nur bedingt zu den Figuren; ob das auf die Kappe der Übersetzerin geht oder schon im Original schon so ist, wage ich nicht zu beurteilen.

Ich bin gespannt, wie sich die Serie weiter entwickeln wird: Da im zweiten Teil Raphael und Elena wieder die Protagonisten sind, gehe ich im Moment fast davon aus, dass die Bücher weg von der Romantasy- und hin in die Urban-Fantasy-Richtung
entwickeln. Ich bin in jedem Fall mit von der Partie!

Fazit:
12/15 – Ein guter Serienauftakt, der Lust auf mehr macht, dem allerdings die Spannung ein wenig abgeht und der bezüglich der Figuren und der Atmosphäre etwas zu kühl wirkt.

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Serieninfo:

01 Angel’s Blood | Engelskuss
02 Archangel’s Kiss

Außerdem zwei Novellas: »Angels’ Pawn« und »Angel’s Judgment« (in der Anthologie »Must Love Hellhounds«).