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2016 Reading Challenge

2016 Reading Challenge
Irina has read 10 books toward her goal of 40 books.
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Was ist das mit den Frauen?

Wie ich mitgekriegt habe, erfreuen sich neuerdings offenbar Motorradgang-Liebesromane einiger Beliebtheit. Ihr wisst schon, solche Typen wie die Hells Angels und die Bandidos, die Prostitution, Drogen- und Waffengeschäfte kontrollieren und sich gegenseitig bekriegen. Wenn man sich die Jungs anschaut, die im Zuge der Berichterstattung so abgebildet sind, sind das schon rein optisch nicht gerade Kerle, wie herkömmliche Frauen sie sich wünschen, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Jedenfalls bin ich über die Amazon-Empfehlungen über die „Hell’s Horsemen“-Serie von Madeline Sheehan gestolpert, die in Deutschland vom Sieben Verlag veröffentlicht wird, und hab mir Band 1 zugelegt.

Was soll ich sagen. Nach kurzfristiger anfänglicher Begeisterung musste ich feststellen, dass sich die Geschichte zunehmend zu einer ziemlich kranken Missbrauchs- und Gewaltorgie entwickelt, in der ausnahmslos komplett durchgeknallte Menschen interagieren. Eine gewisse Spannung kann ich dem Buch dennoch definitiv nicht absprechen, ich war durchaus gefesselt und habe mit verstörender Faszination Seite um Seite weitergeblättert. Um mal das Standardbeispiel für solche Dinge zu bemühen: Es war ein bisschen so, wie einen Unfall mitzuerleben und nicht wegschauen zu können. Am Ende bleibt aber doch ein sehr schales Gefühl zurück, zumal irgendwann der Verstand wieder normal zu arbeiten beginnt und man sich zwangsläufig die Frage stellen muss:

Was zum Teufel ist das mit den Frauen?

Sie kämpfen für Emanzipation, Gleichberechtigung und Freiheit und verurteilen Kulturen, in denen Frauen bis heute unterdrückt und zum Objekt degradiert werden. Sie wollen einen verlässlichen Mann an ihrer Seite, der sie liebt, wertschätzt und achtet und der sie weder betrügt noch schlägt noch vergewaltigt. Das alles wird in diesem Buch komplett auf den Kopf gestellt. Sämtliche Frauen werden (zumindest phasenweise) psychisch und physisch benutzt und misshandelt, teils mit ihrer Einwilligung. Gerechtfertigt wird das offenbar durch eine Form von unsterblicher angeblicher Liebe, die – nüchtern und mit Verstand betrachtet – von nichts als pathologischer Obsession, Frauen- bzw. Selbstverachtung und dem Drang nach Selbstzerstörung zeugt. Trotz alledem findet ein Großteil der Leserinnen diese Geschichte richtig gut (Goodreads-Rating: 4,09; Amazon.com-Rating: 4,4).

Warum ist das so? Warum werden mit solcher Begeisterung sogenannten „Liebesromane“ gelesen, die alles in den Dreck treten, was eine moderne normale Frau vom Leben und der Liebe erwartet? Ich kann nur hoffen, dass es nichts mit heimlichen Wunschträumen zu tun hat, denn dann hätte die ganze Emanzipations- und Feminismusbewegung in ihren jahrelangen Kämpfen verdammt wenig erreicht und man müsste konstatieren, dass die Urinstinkte schwer bis gar nicht auszulöschen sind.

 

 

Nebenbemerkung: Ja, ich weiß schon, Bücher sind Fiktion und haben nicht zwingend was mit dem echten Leben zu tun. Die ganzen Frauen, die SM-Erotikromane lesen, wollen die Sexpraktiken auch nicht unbedingt zu Hause nachspielen. Aber der Unterschied ist, dass die Frauen in den SM-Romanen üblicherweise Lust und Liebe erleben; das ist im vorliegenden Buch eher weniger nicht der Fall. Möglicherweise ist das bei anderen MC-Liebesromanen anders.

 

 

________________________

Das dazugehörige Buch:

Madeline Sheehan: Undeniable – Eva und Deuce (Hell’s Horsemen, #1)

Eine Liebe gegen jede Chance.

Eva Fox ist die Tochter des Silver Demons Motorcycle Club Präsidenten und wächst wie eine Prinzessin in der rauen Umgebung des Clubs auf. Als sie den sexy Hell’s Horsemen Biker Deuce West trifft, ist sie noch ein kleines Mädchen. Doch vom ersten Augenblick an weiß sie: Er ist der Sinn ihres Daseins. Deuce ist ebenfalls im Club seines Vaters aufgewachsen. Während Eva langsam zur Frau heranwächst, entwickeln sich ihre zufälligen Begegnungen immer intensiver. Das Schicksal führt sie stets erneut zusammen und so beginnt eine Reise auf gewundenen Schicksalspfaden, gepflastert mit Schmerz, Betrug und Blutvergießen. Eva sieht in Deuce von Anfang an, was er in sich selbst nicht sieht – einen Mann, der es wert ist, geliebt zu werden, doch wird sie stark genug sein, ihm das zu beweisen?

Dies ist die Geschichte von Eva und Deuce.
Es ist nicht einfach.
Aber nichts, was sich wirklich lohnt, ist das.

Und die Liebe ist alles wert.

März 2016

Nach einem guten Jahresstart ging es im März so weiter, wie das letzte Jahr aufhörte. Ich hab nur zwei Bücher gelesen, was allerdings nicht mit Unlust, sondern schlicht mit meinem Arbeitsaufkommen zusammenhing. Es bleibt dabei: Wenn sich auf meinem Schreibtisch die Arbeit stapelt (was ja für eine Selbstständige durchaus wünschenswert ist!) und ich den ganzen Tag beruflich lese, hab ich abends definitiv keine Lust mehr auf private Lektüre. (Und wenn doch, muss sie unbedingt deutschsprachig sein!)

 

Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen (Cormoran Strike #3)

Klappentext: Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist.
Während die Polizei sich auf den einen Verdächtigen konzentriert, der für Strike immer weniger als Täter infrage kommt, nehmen er und Robin die Dinge selbst in die Hand und wagen sich vor in die düsteren und verstörenden Welten der drei anderen Männer. Doch als weitere erschreckende Vorfälle London erschüttern, gerät das Ermittlerduo selbst mehr und mehr in Bedrängnis …

Kommentar: Trotz großer anfänglicher Skepsis hat mir der dritte Band der Cormoran-Strike-Serie letztendlich sehr gut gefallen. Die Story ist spannend, und obwohl Teile der Auflösung ziemlich überraschen, ist sie nicht hanebüchen konstruiert oder völlig abwegig. Die privaten Schicksale der Ermittler fesseln einen fast ebenso sehr wie die Krimihandlung, und man darf gespannt sein, was da noch passiert. Rowling ist einfach eine hervorragende Erzählerin mit einem Händchen für interessante Figuren – auch in den Nebenrollen.


13/15

 

Alissa Johnson: Ein Erzfeind zum Verlieben (Providence #2)

Klappentext: Der reiche und gut aussehende Whittaker Cole, Earl of Thurston, ist der Traum jeder Frau Englands. Nur Miss Mirabelle Browning scheint seinem Charme gegenüber immun zu sein. Die beiden liegen seit ihrer Kindheit im ständigen Streit miteinander, doch dann entwickelt Whit unerwartete Gefühle für die heißblütige Mirabelle.

Kommentar: Obwohl ich Band 1 im letzten Jahr ziemlich schnell entnervt abgebrochen habe (aufgesetzter Humor + Spionageplot = unerträglich), habe ich, als ich auf der Suche nach einem deutschen Historical war, aufgrund der hervorragenden Bewertungen bei Amazon mein Glück mit Band 2 versucht. Und der hat mir tatsächlich gefallen. Obwohl der Plot eher durchschnittlich ist und – wie so oft in Liebesromanen – mal wieder nur funktioniert, weil die Protagonisten vollkommen blind für ihre Gefühle sind, und obwohl gegen Ende des Romans auch noch das mir so verhasste Spionageelement zum Einsatz kommt, fühlte ich mich insgesamt gut unterhalten. Die sympathischen Hauptfiguren und deren amüsante Wortgefechte haben aufgefangen, woran es dem Plot mangelte.


10/15

[Leckeres aus Büchern] Parmesanhuhn, inspiriert von Mutter Plum

Seit Jahren läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn Mutter Plum ihre Tochter Stephanie mit Parmesanhuhn in den Schoß der skurrilen Familie lockt. Aktuell auch wieder. Im Unterschied zu sonst hab ich allerdings diesmal Nägel mit Köpfen gemacht, mir ein schönes Rezept gesucht und dieses (leicht verändert) nachgekocht. Zwar gehe ich davon aus, dass Mutter Plum ein ganzes Parmesanhuhn zubereitet (oder auch was völlig anderes, z. B. so was), mir hat diese Version aber sehr gut gefallen. Sie ist nach dem Essen direkt in mein Kochbuch überführt worden – ich kann sie den Nicht-Vegetariern unter euch wärmstens ans Herz legen.

IMG_2467PARMESANHUHN

Zutaten:
2–3 Hühnerbrüste
3 EL Semmelbrösel
3 EL frisch geriebener Parmesan
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Thymian oder Estragon (nach Belieben)
1–2 Eier
2–3 EL Butter

Zubereitung:
Die Hühnerbrüste in Streifen schneiden. Semmelbrösel und Parmesan in einem tiefen Teller mischen, mit Salz und Pfeffer würzen, nach Belieben etwas Thymian oder Estragon hinzufügen.

Die Eier in einen Teller schlagen, verquirlen. Die Hühnerstreifen darin wenden, dann durch die Panade ziehen und diese gut andrücken. Auf einen Teller geben und mindestens eine Viertelstunde kalt stellen.

In der Zwischenzeit den Ofen auf 175 °C (Umluft) vorheizen und die Butter in einem kleinen Topf zerlassen. Die Hähnchenstreifen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, mit der flüssigen Butter bestreichen und ca. 15–20 Minuten backen, bis das Fleisch gar und die Panade goldbraun und knusprig ist.

Bei uns gabs gebratene Kartoffelwürfel und einen Kräuter-Knoblauch-Dip dazu. Ich kann mir die Streifen auch gut als Party-Fingerfood vorstellen, allerdings müssen sie wenigstens lauwarm sein; kalt schmecken sie (uns zumindest) nicht.

[Rezension] Jamie Oliver: Jamies 30-Minuten-Menüs

Ich bin euch ja schon seit über einem Jahr (Anm.: diese Formulierung stammt von März 2013: Inzwischen sind es dann wohl eher vier Jahre) eine Bewertung zu Jamie Oliver’s Kochbuch »30-Minuten-Menüs« schuldig – und endlich ist die Zeit reif! ;)

Was die Rezepte angeht, ist alles wie immer bei Jamie: Es gibt tolle Gerichte, die man normalerweise problemlos nachkochen kann, weil Jamie auf allzu viel Schnickschnack verzichtet; teilweise sind Gerichte aber tatsächlich recht britisch und die Zutaten daher nicht ganz so einfach im Supermarkt um die Ecke zu beschaffen. Wenn mich nicht alles täuscht, sind einige Rezepte bereits in anderen Jamie-Kochbüchern erschienen (möglicherweise auch alle, und sie wurden nur neu zusammengestellt), aber das tut der Sache keinen Abbruch und muss im Zuge eines solchen Konzepts erlaubt sein.

Das Konzept ist es, das mich bei diesem Buch nicht wirklich überzeugt hat – was aber vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich gar nicht so richtig darüber nachgedacht habe, was ich da kaufe – und dass ich demzufolge natürlich auch nicht reingeblättert habe. (»Ooooooooh, ein Jamie-Kochbuch für 15 Euro!!!! Ein Schnäppchen! Das muss ich haben! Sofort!!!«) Serviert werden dem Leser hier – wie der Name eigentlich schon sagt – Menüs, die in 30 Minuten fertig sein sollen. Das Problem für mich ist, dass auch die Aufbereitungsform auf Geschwindigkeit ausgelegt ist.

Man hat auf einer Doppelseite ein Foto vom kompletten Menü (wobei Menü mitnichten Vorspeise – Hauptspeise – Dessert bedeutet) mit Gerichttiteln, bei denen man zum Teil schon nicht so recht weiß, ob und wie sie zusammengehören. Dann folgt eine Doppelseite mit den Rezepten (links) und weiteren Fotos der Rezepte, zum Teil Stepfotos. Die Zutaten sind erfreulicherweise nach Gerichten sortiert, bei der Zubereitung spiegelt sich dann aber der gesamte Zeitdruck, das Essen in 30 Minuten hinzukriegen, denn man arbeitet ständig an einem anderen Gericht: Beim Menü »Kalbsleber mit Speck – Zwiebelsauce – Stampfkartoffeln – Gedämpfter Mangold – Beerengrütze & Vanille-Joghurt« (S. 226–228) arbeitet man nach der Vorbereitung abwechselnd an: Karoffeln – Beerengrütze – Zwiebelsauce – Leber – Beerengrütze – Mangold – Zwiebelsauce – Beerengrütze – Leber – Kartoffeln – Leber – Mangold.

Für Leute, die wirklich exakt die Zusammenstellungen aus dem Buch nachkochen wollen, und das in schnellstmöglicher Geschwindigkeit, ist das vermutlich wunderbar und praktisch. Ehrlich gesagt hab ich aber kein einziges Menü gefunden, das ich in seiner Gänze so essen wollte – eher ist es immer ein Gericht aus der Kombination, das mir gefällt. Und dafür ist das Kochbuch wirklich nicht gut brauchbar, weil man immer suchen muss, wie es denn nun mit der (z.B.) Leber weitergeht.

Wie gesagt, ich hab mich bei diesem Kochbuch einfach vergriffen, weil mir nicht bewusst war, was ich kaufe. Ich hab auch andere Menü-Kochbücher, die machen meist nur Vorschläge, die man relativ beliebig selbst zusammenstellen kann; sowas hatte ich erwartet. Wäre mir bewusst gewesen, dass dieses Kochbuch so sehr auf Tempo ausgelegt ist, hätte ich die Finger davon gelassen und eher ein anderes Jamie-Kochbuch gekauft, denn Kochen ist für mich Spaß und Entspannung, da soll nicht jeder Handgriff sitzen müssen, weil ich unter völligem Zeitdruck stehe. Des Weiteren kann man die 30-Minuten-Zeitspanne auch nur einhalten, wenn man vorher seine Küche optimiert, den Wasserkocher befüllt, den Food Processor aufgebaut sowie sämtliche Pfannen, Töpfe etc. bereitgestellt hat (dafür wäre in meiner Küche gar kein Platz). Zudem gehe ich davon aus, dass man diese Menüs in dieser Form der Aufbereitung nicht mal gut nachkochen würde, wenn man sich Zeit nähme, denn dann passen die exakt aufeinander abgestimmten Garzeiten ja nicht mehr. Wenn ich zu Beginn enes Menüs die Kartoffeln aufsetzen muss und für alle folgenden Handgriffe länger als die ursprünglich veranschlagten 25 Minuten brauche, zerkochen über kurz oder lang die Kartoffeln. Ich muss die Kartoffeln also später aufsetzen, als im Buch angegeben, und dann wird die oben beschriebene Aufbereitungsform noch unbrauchbarer, als wenn man ein einzelnes Gericht rauszieht.

Bleibt als Fazit: Das Buch bietet eine ansehnliche Menge guter und brauchbarer (Einzel-)Rezepte, aber die Aufbereitung der Menüs im Buch liegt mir überhaupt nicht.

 

Ursprünglich rezensiert im Jahr 2013. Vor allem für Holly.

[Angelesen] Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen

Meeeee! Ich hatte ja im letzten Posting meine Vorfreude auf den dritten Cormoran-Strike-Band kundgetan. Inzwischen hab ich ihn auch angelesen, knapp 100 Seiten, und musste leider feststellen, dass das Buch mal wieder alles hat, was ich an den modernen Krimis nicht leiden kann (und weshalb ich nur noch selten welche finde, die mir gefallen): eine Täterperspektive und – am allerallerallerschlimmsten – Ermittler, die persönlich in den Fall involviert sind und deren Leib und Leben bedroht ist.

(Okay, ich gebe zu, da hätte man schon angesichts des Klappentextes drauf kommen können, aber ich hatte ihn nicht gelesen, weil für mich eh feststand, dass ich das Buch unbedingt lesen will. Und jetzt ist die Enttäuschung erst mal groß. Aber ich werde dranbleiben und berichten, ob ich mich trotzdem mit dem Buch arrangieren konnte.)

 

 

Klappentext:

Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist.

Während die Polizei sich auf den einen Verdächtigen konzentriert, der für Strike immer weniger als Täter infrage kommt, nehmen er und Robin die Dinge selbst in die Hand und wagen sich vor in die düsteren und verstörenden Welten der drei anderen Männer. Doch als weitere erschreckende Vorfälle London erschüttern, gerät das Ermittlerduo selbst mehr und mehr in Bedrängnis …

Februar 2016

Da ich Anfang Februar krank war und erkältet im Bett lag, habe ich innerhalb ziemlich kurzer Zeit jede Menge Bücher gelesen. Von Mitte bis Ende des Monats hab ich dann nur noch Evanovich geschafft, weil ein anspruchsvoller Auftrag meine gesamte Konzentration erforderte, sodass ich abends keine Lust mehr auf Lesen hatte und meine Augen eh »geblutet« haben. Der Auftrag dauert jetzt noch ein bis eineinhalb Wochen, für danach liegt der dritte Cormoran-Strike-Band bereit. Auf den freu ich mich vielleicht!

 

Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne oder: Rätsel um Arlena (Hercule Poirot #22)

Klappentext: War dunkle Magie Schuld an Arlenas Tod? Hercule Poirot ahnt: Es war etwas anderes – und es beginnt ebenfalls mit »M …«. Schon ganz andere Leute als Linda haben an Magie geglaubt. Da sie ihre Stiefmutter Arlena auf den Tod hasst, versucht sie’s mit einem Wachspüppchen, in das sie eine Nadel sticht … Als Arlena am gleichen Tag erwürgt aufgefunden wird, erleidet Linda einen Schock.

Kommentar: Gehört als ungekürztes Audiobook, wie immer hervorragend gelesen von Martin Maria Schwarz. Ein sehr guter Poirot-Roman, unvorhersehbar und stellenweise höchst amüsant. (Bei dem ich die ganze Zeit Sir Peter Ustinov im Badeanzug vor mir gesehen habe.)

 


14/15

 

Elizabeth George: Glaube der Lüge (Lynley #17)

Klappentext: Bernard Fairclough ist das Oberhaupt einer wohlhabenden und einflussreichen Familie, die ihren Sitz im Lake District hat. Nichts ist ihm wichtiger, als jeden Makel, der die schöne Fassade beschädigen könnte, zu vermeiden. Als sein Neffe eines Tages tot im See aufgefunden wird, erklärt die örtliche Polizei schnell, dass es sich um einen Unfall handelt. Fairclough, der dennoch jeden Verdacht ausräumen will, engagiert Inspector Thomas Lynley von New Scotland Yard. Und wie dieser schon bald entdeckt, gibt es einige Familienmitglieder, die einen Grund gehabt hätten, Ian Cresswell Böses zu wollen. Zusammen mit seiner Kollegin Barbara Havers in London kommt er den Geheimnissen der Faircloughs Schritt für Schritt näher – und entdeckt dabei hinter der Fassade das Trümmerfeld …

Kommentar: Na ja, ein halbwegs spannender Roman, obwohl es streng genommen gar keinen Fall gibt. Das Buch entpuppt sich letztendlich eher als ein Familiendrama, in dem Deborah St. James mal wieder eine nervige bis fragwürdige Rolle einnimmt. Gut ist, dass Lynley so langsam wieder der Alte ist; Barbara Havers stiehlt ihm aber trotzdem die Show und ist für mich inzwischen die beeindruckendste Figur im Lynley-Universum. Interessant ist im Prinzip der Ausblick auf den nächsten Band, allerdings bin ich ja kein großer Freund von persönlichen Verwicklungen der Ermittler, also mal schauen …


9/15

 

Stephanie Bond: Liebe ist kein Beinbruch (Southern Roads #1)

Klappentext: »Gesucht: Frauen mit Pioniergeist, die in Sweetness ein neues Leben starten wollen!«

Frauen bezaubern mit ihrem Lachen. Frauen machen, dass Männer gern nach Hause kommen. Und ohne Frauen keine Babys! Nur leider gibt es in Sweetness, Georgia, kaum weibliche Einwohner. Was die drei Armstrong-Brüder mit ihrer Anzeige ändern wollen. Und nun steht Porter Armstrong auf dem Wasserturm, späht in die Ferne und traut seinen Augen nicht: Staub am Horizont – eine Autokolonne nähert sich der Stadt. Da kommen sie! Doch in seiner Begeisterung stürzt Porter vom Wasserturm. Glück im Unglück: Unter den Ankömmlingen befindet sich die kompetente und sehr hübsche Dr. Nikki Salinger. Erst wirft sie einen Blick auf seine Verletzung – Diagnose: gebrochenes Bein –, dann auf Porter …

Kommentar: Es bleibt schwierig mit mir und zeitgenössischen Liebesromanen – ich tu mich wirklich schwer, Bücher aus diesem Genre zu finden, die mir wirklich gefallen. Bei diesem Buch hab ich mich ziemlich schnell gefragt, ob ich es weiterlesen oder abbrechen soll; am Ende hab ich aber durchgehalten. Eigentlich ist der Roman auch nicht schlecht, aber er ist von vorn bis hinten so durchschnittlich, dass er einem trotzdem wie Zeitverschwendung vorkommt. Schließlich könnte man in der Zeit viele, viele bessere Bücher lesen. (Man muss sie nur finden.)


7/15

 

Maya Rodale: Lady meines Herzens (The Writing Girls #1)

Klappentext: Die Hochzeit des Duke of Hamilton steht kurz bevor, und als Gesellschaftsreporterin darf Miss Sophie Harlow bei dem glanzvollsten Ereignis der Saison natürlich nicht fehlen. Dass sie sich dabei in den Bräutigam verliebt, war nicht geplant. Allerdings ist sie nicht die Einzige, die ihren verbotenen glühenden Kuss nicht vergessen kann. Aber wird der perfekte Duke den Skandal der Saison riskieren, um die Frau seines Herzens zu gewinnen?

Kommentar: s. HIER!


3/15

 
 
 

 

Teresa Medeiros: The Temptation of Your Touch (Burke Brothers #2)

Klappentext: Maximillian Burke has always prided himself on being the man every mother would want her daughter to marry. But after his scoundrel of a brother makes off with Max’s bride, Max discovers it’s more satisfying to be a rogue than the perfect gentleman. Forced to flee London after a duel gone wrong, he seeks refuge at Cadgwyck Manor on the lonely coast of Cornwall, a place as wild and savage as his current temper. The tumbledown manor comes complete with its own ghost, but oddly enough, it’s not the White Lady of Cadgwyck who haunts Max’s heated dreams—but his no-nonsense housekeeper.

The last thing housekeeper Anne Spencer needs is a new master, especially one as brooding and gorgeous as the Earl of Dravenwood. Even as she schemes to be rid of her new employer, she finds herself irresistibly drawn into his strong, muscular arms. When Max vows to solve the mystery of Cadgwyck’s ghost, he doesn’t realize it will put both of their hearts at risk and tempt them to surrender to a pleasure as delicious as it is dangerous.

Kommentar: Der „Clou“ um das Gespenst war zwar ziemlich offensichtlich, dennoch ein netter, humorvoller Historical ohne besonderen Tiefgang, aber mit liebenswerten, teils schrulligen Personen – auch in den Nebenrollen. Bewährte Medeiros-Qualität.


12/15

 

Samantha Young: India Place – Wilde Träume (On Dublin Street #4)

Klappentext: In nur einer einzigen Nacht erlebte Hannah Nichols den Himmel auf Erden – mit Marco, ihrer großen Jugendliebe. Doch am nächsten Morgen war er verschwunden und ihr Herz gebrochen. Fünf Jahre sind seitdem vergangen. Trotzdem ist sie nicht darüber hinweggekommen. Hannah weiß nur eins: Sie wird ihm niemals verzeihen.
Hannah und Edinburgh zu verlassen, war der größte Fehler seines Lebens. Marco D’Alessandro bereut ihn jeden Tag. Endlich bietet sich eine Chance, Hannah zu zurückzugewinnen. Aber die Fehler aus der Vergangenheit wiegen schwerer als gedacht, und für eine gemeinsame Zukunft muss er alles riskieren …

Kommentar: Samantha Young kann es einfach. Zwar ist das Buch nicht das absolute Highlight der Serie, weil die Geschichte ein paar Schwächen hatte und vor allem Hannahs Verhalten und Gedanken nicht immer unbedingt nachvollziehbar waren, aber trotzdem machte es Spaß zu verfolgen, wie die beiden sympathischen Protagonisten mit schwierigem Hintergrund ihre Ängste über Bord werfen und sich zusammenraufen. Wie immer gab es auch hier ein paar sehr emotionale und ein paar wirklich niedliche Momente sowie ein Wiedersehen mit ehemaligen (und künftigen) Protagonisten (nebst ihrer rasant wachsenden Schar von Kindern).


12/15

 

Julia Quinn: The Secrets of Sir Richard Kenworthy (Smythe-Smith Quartet #4)

Klappentext: Sir Richard Kenworthy has less than a month to find a bride. He knows he can’t be too picky, but when he sees Iris Smythe-Smith hiding behind her cello at her family’s infamous musicale, he thinks he might have struck gold. She’s the type of girl you don’t notice until the second—or third—look, but there’s something about her, something simmering under the surface, and he knows she’s the one.

Iris Smythe–Smith is used to being underestimated. With her pale hair and quiet, sly wit she tends to blend into the background, and she likes it that way. So when Richard Kenworthy demands an introduction, she is suspicious. He flirts, he charms, he gives every impression of a man falling in love, but she can’t quite believe it’s all true. When his proposal of marriage turns into a compromising position that forces the issue, she can’t help thinking that he’s hiding something . . . even as her heart tells her to say yes.

Kommentar: Ein unfreiwilliger Re-Read, weil ich nirgends vermerkt hatte, dass ich das Buch schon gelesen habe (kommt davon, wenn man seinen Blog nicht pflegt!), und mich beim besten Willen nicht daran erinnern konnte; das dämmerte mir erst so nach und nach. Hm … Was sagt es über ein Buch, wenn sich der Leser nicht dran erinnern kann?! Wahrscheinlich nichts. Oder doch, nämlich dass es weder besonders gut noch besonders schlecht war. Vermutlich sagt es aber noch mehr über die geistige Zurechnungsfähigkeit des Lesers. :D

Letztendlich ist es wirklich so, dass das Buch nett, aber nicht in irgendeiner Form herausragend oder besonders ist. Die Geschichte macht es einem nicht ganz so einfach, Sir Richard zu mögen, aber man muss ihm wohl zu Gute halten, dass er mit seinem abstrusen Plan das Beste für seine Schwestern will und wenigstens ein fürchterlich schlechtes Gewissen seiner Frau Iris gegenüber hat. Außerdem macht die wundervolle Iris alles wett, was Richard verbockt; sie ist eine intelligente und liebenswerte Heldin, die man einfach mögen muss. Der amüsante Schreibstil der Autorin, der mir in einigen vorherigen Büchern etwas übertrieben und aufgesetzt vorkam, hat mir diesmal auch wieder gut gefallen und so hat mich das Buch richtig gut unterhalten.


12/15

 

Janet Evanovich: Küsse sich, wer kann (Stephanie Plum #17)

Klappentext: Nachdem das Kautionsbüro von einer Rakete getroffen wurde, müssen Stephanie Plum und Kollegen aus einem Wohnwagen heraus ermitteln. Der steht auf einem leeren Baugrundstück. Na ja, fast leer, denn plötzlich ragt ein Arm aus dem Morast. Weitere Leichen folgen, und aus einem Mord wird eine ganze Serie. Genau das Richtige für Steph – wenn sie nur Zeit hätte: Sie muss schon einen Pseudo-Vampir stellen, einen Fluch abwehren, und ihre Mutter versucht, sie mit dem Ex-Footballstar der Schule zu verkuppeln, der immerhin etwas vom Kochen versteht. Doch dann tauchen bei den Toten persönliche Grußbotschaften an Stephanie auf, und da kann selbst einer erfahrenen Kopfgeldjägerin der Appetit vergehen …

Kommentar: Na ja. Der Plot an sich ist ziemlich dürftig und belanglos (um nicht zu sagen: hanebüchen), aber das kennt man ja seit Langem von den Stephanie-Plum-Büchern. Die leben einfach von der Situationskomik, den skurrilen Gestalten und dem Liebesdreieck Stephanie – Morelli – Ranger. Auch diese Faktoren haben sich im Laufe der Jahre und von siebzehn Bänden abgenutzt, aber man kann die Bücher immer noch ganz gut so zwischendurch lesen. Muss man aber nicht.


9/15

[Marginalie] Ich trage einen großen Namen.

Heute hab ich vom Berlin Verlag eine Werbung zum Roman Mein Jahr mit Mr. Mac erhalten. Die Mail beginnt wie folgt:

Sehr geehrte Frau XYZ,

Esther Freud, Tochter des Malers Lucian Freud und Urenkelin Sigmund Freuds, legt mit »Mein Jahr mit Mr Mac« einen neuen Roman vor und erweist sich als meisterliche Erzählerin: […]

Es folgt die Inhaltsbeschreibung des angeblich meisterhaft erzählten Buches. Ich frage mich allerdings: Wenn an allererster Stelle der Information über das tolle neue Buch erst mal die Verwandtschaftsverhältnisse der Autorin aufgedröselt werden müssen, was sagt das über die Autorin? Dass sie bestimmt irgendwann in die Fußstapfen der berühmten Herren treten wird?

Für mich schmälert das augenblicklich den Glauben in die Autorin. Der dahinterstehende Gedanke ist (auch wenn er sicher nicht wirklich gerechtfertigt ist): Wenn sie was könnte, müsste dann die renommierte Verwandtschaft zur Bewerbung ihres neuen Buches dienen, und auch noch an so exponierter Stelle? Für mich hat so was immer ein gewisses »G’schmäckle«. Ob die Autorin selbst wohl dieses Vorgehen gutheißt oder es lieber »allein« schaffen würde?

Wie auch immer. Es war mir ein Bedürfnis, es loszuwerden.

[Keine Rezension] Maya Rodale: Lady meines Herzens

Originaltitel: A Groom of One’s Own
Serie: The Writing Girls #1

Klappentext:

Die Hochzeit des Duke of Hamilton steht kurz bevor, und als Gesellschaftsreporterin darf Miss Sophie Harlow bei dem glanzvollsten Ereignis der Saison natürlich nicht fehlen. Dass sie sich dabei in den Bräutigam verliebt, war nicht geplant. Allerdings ist sie nicht die Einzige, die ihren verbotenen glühenden Kuss nicht vergessen kann. Aber wird der perfekte Duke den Skandal der Saison riskieren, um die Frau seines Herzens zu gewinnen?

 

Kommentar:

Für schreibende Mädels in Regency- bzw. Viktorianischen Zeiten kann ich mich ja per se begeistern, aber … oh Mann! Was hat man nur aus dieser netten Idee gemacht? Dabei klang die Beschreibung so vielversprechend! Am Ende gings aber nur um die unwiderstehliche Anziehung zwischen Sophie und dem Duke, heimlichen Treffen und Betrug.

Die Unverfrorenheit, mit der ausgerechnet die vor dem Altar stehen gelassene Sophie und der vermeintlich ach so ehrenwerte Duke in Anwesenheit der schüchternen Verlobten des Dukes und der versammelten Verwandtschaft flirten, tanzen und sich ziemlich offensichtlich zu kurzen Stelldicheins treffen, ist wirklich bemerkenswert. Und nicht gerade sympathisch, schon gar nicht vonseiten des Dukes, der nicht nur durch sein doppeltes Herzogtum, sondern auch durch seine Doppelmoral auffällt. Er düpert seine Verlobte öffentlich durch sein ungeniertes Geflirte mit Sophie, findet es aber moralisch nicht vertretbar, die Verlobung zu lösen, denn im Gegensatz zu Sophie ist die Braut ja die perfekte Duchess. Das nenn ich mal rücksichtsvoll!

Zum Glück taucht aus dem Nichts ein verwegener bayerischer Prinz auf, in den sich die verschmähte Clarissa verlieben kann und der bei ihr eine Wesensveränderung von 180 Grad herbeiführt. Und noch viel glücklicher ist der Umstand, dass der Bayer nicht nur im Rang höher steht, sondern auch mehr Geld hat, sodass er für die Schulden der Eltern (die nicht gerade begeistert von ihrem nicht englischen Schwiegersohn in spe sind) seiner Angebteten problemlos tilgen kann. Somit ist er für Clarissa keinesfalls eine Notlösung, sondern quasi ein Aufstieg. Also alles gut!

Ein lächerliches Hochzeitsverwechslungsspielchen, das beinahe schiefgeht, ist der »Höhepunkt« dieses Machwerks, von dem ich froh war, es zuschlagen zu dürfen.

Ich hab das Buch übrigens tatsächlich auf Deutsch gelesen (ich glaub, ich habs mal auf dem Flohmarkt eingesackt) und würde sagen: An der Übersetzung lag es nicht, dass mir der Roman so wenig gefallen hat. Die ist nämlich insgesamt ganz gut gelungen, abgesehen davon, dass die Sprache stellenweise recht modern ist. Das ist aber auch im englischen Original so und wird der Autorin von vielen Leserinnen angekreidet.

Keine Ahnung, ob ich noch mal zu einem Buch dieser Autorin greifen würde; im Moment würd ich in Anbetracht meines wachsenden Entsetzens beim Lesen sagen: eher nicht.

 


3/15

 

Serieninfo: The Writing Girls
01 A Groom of One’s Own | Lady meines Herzens
02 A Tale of Two Lovers | Rivalen der Liebe
03 The Tattooed Duke | Geheimes Spiel der Liebe
03.5 Three Schemes and a Scandal (Novella) | (nicht übersetzt)
04 Seducing Mr. Knightly | Von der Liebe verführt

[Rezension] Maggie Stiefvater: Forever

Deutscher Titel: In deinen Augen
The Wolves of Mercy Falls, Teil 3

Inhalt (goodreads):
In Maggie Stiefvater’s SHIVER, Grace and Sam found each other. In LINGER, they fought to be together. Now, in FOREVER, the stakes are even higher than before. Wolves are being hunted. Lives are being threatened. And love is harder and harder to hold on to as death comes closing in.

Kommentar (enthält Spoiler für die Bände 1 und 2):
Auf meine uneingeschränkten Begeisterung für »Shiver« folgte mit »Linger« die Ernüchterung. Jetzt ist Band 3 da – und damit verbunden hegte ich die Hoffnung, dass »Forever« an den grandiosen Einführungsband würde anknüpfen können und Band 2 nur die typischen Probleme eines Mittelbuchs einer Trilogie hatte.

Nachdem Grace am Ende von »Linger« dem Wolf in sich nachgeben musste, geht es in »Forever« im Wesentlichen darum, sie in einen Menschen zurückzuverwandeln und ihr und Sam ein gemeinsames Leben zu ermöglichen. Zu diesem Zweck forscht Neu-Wolf Cole unter Einsatz seines Lebens, um ein Mittel zu finden, den Virus einzudämmen. Sam hat aber noch andere Probleme: Man verdächtigt ihn nicht nur, mit Graces Verschwinden zu tun zu haben, sondern macht ihn außerdem für den Tod eines anderen Mädchens mitverantwortlich. Zu allem Übel wird zur Jagd auf die Wölfe von Mercy Falls geblasen, um diese vollständig auszurotten – und es ist an Sam und Cole, das Rudel einschließlich Grace zu retten.

Klingt dünn? Ist es auch. Die erste Hälfte des Buches dümpelt ziemlich ereignislos vor sich hin, und es passiert eigentlich überhaupt nichts, was einen fesseln oder die Handlung wirklich voranbringen würde. Später nimmt die Geschichte dann deutlich an Fahrt auf und wird sogar einigermaßen spannend, sodass ich das Buch in einem Rutsch zuende gelesen habe. Es gibt überdies in der zweiten Hälfte wieder einige sehr berührende Momente, die an »Shiver« erinnern und mir wieder vor Augen geführt haben, warum ich dieses Buch so sehr mochte.

Das ändert aber nichts daran, dass es eigentlich im Vergleich zu Band 2 keine echte Weiterentwicklung der Gesamtsituation gibt, keine neuen Erkenntnisse bzgl. des Wolfsdaseins und folglich auch keine Weiterentwicklung bzgl. der Heilungsmöglichkeiten. Richtig sauer hat mich aber das Ende der Geschichte gemacht – warum eigentlich heißt dieses Buch »Forever«?! Man mag mich für eingeschränkt, unflexibel und Happy-End-süchtig halten, aber ich kann nicht verstehen, wieso man ein so perfektes Buch wie »Shiver« zur Serie ausbaut, wenn man zwei (deutlich weniger überzeugende) Bände später eher zwei Schritte zurückgemacht hat und alles noch viel ungewisser ist als nach Band 1. Das kann eigentlich nur eins bedeuten: Man konnte sich nicht zu einem endgültigen Abschluss durchringen, sondern will sich offen halten, die Geschichte irgendwann weiterzuführen – das Ende schreit förmlich danach. Ärgerlich!

Fazit:
9/15 – Mäßiger Abschluss der so vielversprechend gestarteten Trilogie, deren Ende einfach nur ärgerlich ist.

 

 

(Dies ist eine alte Rezension, die seit Erscheinen des Buches – in meinem Dashboard rumfliegt. Gelesen hab ich »Forever« 2011.)

[Rezension] Mary Balogh: Simply Love

Verlagstext:
New York Times bestselling author Mary Balogh returns to the elegance and sensuality of Regency England as she continues the enthralling story of four remarkable women–friends and teachers at Miss Martin’s School for Girls. At the center of this spellbinding novel is Anne Jewell, a teacher haunted by a scandalous past…until she meets a man who teaches her the most important lesson of all: nothing is simple when it comes to love.…

She spies him in the deepening dusk of a Wales evening–a lone figure of breathtaking strength and masculinity, his handsome face branded by a secret pain. For single mother and teacher Anne Jewell, newly arrived with her son at a sprawling estate in Wales on the invitation of an influential friend, Sydnam Butler is a man whose sorrows–and passions–run deeper than she could have ever imagined.

As steward of a remote seaside manor, Sydnam lives a reclusive existence far from the pity and disdain of others. Yet almost from the moment Anne first appears on the cliffs, he senses in this lovely stranger a kindred soul, and between these two wary hearts, desire stirs. Unable to resist the passion that has rescued them both from loneliness, Anne and Sydnam share an afternoon of exquisite lovemaking. Now the unwed single mother and war-scarred veteran must make a decision that could forever alter their lives. For Sydnam, it is a chance to heal the pain of the past. For Anne, it is the glorious promise of a future with the man who will dare her to reveal her deepest secrets…before she can give him all her heart.

 

Kommentar:

Nachdem ich Baloghs Roman »A Summer to Remember« beendet hatte, konnte ich gar nicht anders, als nach »Simply Love« zu greifen, denn hier findet Sydnam, der Bruder des Helden aus »A Summer to Remember«, sein Glück.

Die Lehrerin Anne Jewell wird von ihrem adeligen Bekannten eingeladen, zusammen mit ihrem neunjährigen unehelichen Sohn David einen Monat der Sommerferien mit ihm und der Familie seiner Frau, den Bedwyns, in Wales zu verbringen. Damit David, der sonst fast nur Frauen und Mädchen um sich hat, auch mal unter Männer kommt und adäquate Spielgefährten hat, willigt sie zähneknirschend ein, obwohl ihr gar nicht wohl dabei ist, unter all den Adligen zu sein. Vor Ort entzieht sie sich den Bedwyns und ihrem Anhang, so gut sie kann, und freundet sich stattdessen mit dem Verwalter Sydnam an. Aus ihrer Freundschaft wird langsam mehr, doch als der Sommer vorbei ist, scheint auch ihre Beziehung beendet. Dann allerdings führt eine eine schicksalhafte Fügung sie erneut zusammen, und sie sind gezwungen, die Geister der Vergangenheit gemeinsam zu vertreiben …

Wie unschwer festzustellen ist, erzählt Balogh einmal mehr ihren Lieblingsplot: Ein Paar tut sich aus Vernunftgründen zusammen und verwandelt das Zweckbündnis in eine echte Liebesehe. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern der Autorin sind die Protagonisten zum Zeitpunkt der Hochzeit hier aber sehr wohl ineinander verliebt, nur haben sie ihren Gefühlen nicht getraut und sich deshalb zuvor gegen eine Beziehung entschieden. Dass sie am Ende des Sommers überhaupt auseinandergegangen sind, fand ich als Leser allerdings nicht wirklich nachvollziehbar und auch ein wenig ärgerlich. Schließlich hat Balogh vorher ein halbes Buch lang sehr eindringlich und gefühlvoll geschildert, wie die beiden sich näherkommen, ihre Beziehung Schritt für Schritt intensivieren und sich schließlich ineinander verlieben. Dass es hier um echte Gefühle geht und nicht um einen harmlosen Sommerflirt, der abgehakt ist, sobald man sich nicht mehr sieht, ist schon aufgrund der Charaktere der beiden klar; insofern passte für mich die Trennung bei allen Selbstzweifeln der Helden einfach nicht ganz. Zudem gibt es eine Reihe von Missverständnissen und falsch gedeuteten Gesten, die in ihrer Häufung ein wenig nervten, sowie ein paar Längen in der zweiten Hälfte, weil man sich doch sehr im Kreis dreht. Bei aller Kritik erzählt Balogh aber trotzdem eine wunderbar romantische Geschichte voller Lebensweisheit, in der sich zwei einsame Seelen finden und lieben lernen.

Vor allem Sydnam ist ein unwiderstehlicher Protagonist: Er ist ein »tortured hero«, wie er perfekter nicht sein könnte. Um zu beweisen, dass er ein echter Mann ist, der seinen älteren Brüdern das Wasser reichen kann, ist der begnadete Maler auf den Kontinent gegangen, um gegen Napoleon zu kämpfen. Dort allerdings ist er in Gefangenschaft geraten, wurde gefoltert und ist – mehr tot als lebendig nach Hause zurückgekehrt – mit Verbrennungen der gesamten rechten Körperhälte, ohne Arm und Auge und als seelisches Wrack. Im Laufe der Zeit hat er gelernt, mit seinen Kriegsverletzungen zu leben und das Beste daraus zu machen, allerdings trauert er immer noch der Malerei nach und meidet wegen seiner offensichtlichen Entstellungen den Kontakt zu Fremden. Bemerkenswert an ihm ist, dass er sich – bis auf wenige Momente – nicht in Selbstmitleid und Verbitterung suhlt, sondern versucht, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben, sich Herausforderungen zu stellen und optimistisch an die Dinge heranzugehen, auch wenn sie ohne Auge und Arm unmöglich erscheinen. Er ist eine Figur mit außergewöhnlicher Tiefe.

Gleiches gilt im Prinzip auch für Anne, allerdings ist sie zum Teil etwas anstrengend. Sie hat ein uneheliches Kind von einem Adligen geboren und wurde daraufhin von ihren Eltern mehr oder weniger verstoßen. Ihr Selbstwertgefühl hat schwer gelitten, was durchaus verständlich, in der extremen Ausprügung aber phasenweise höchst nervig ist, etwa wenn sie sich einredet, die Bedwyns würden sie trotz der Einladung und aller gegenteiligen Versicherungen verachten, weil sie im Rang unter ihnen steht und ein uneheliches Kind hat. Um Umgang mit Syndam ist sie hingegen wundervoll, auch wenn die beiden einen denkbar schlechten Start haben, weil sie sich nämlich vor dem »Monster« zu Tode erschreckt und panikartig wegläuft. Sie versteht aufgrund ihrer eigenen Geschichte vieles, was andere nicht verstehen, und man kann ihr sogar verzeihen, dass sie – absolut unbelehrbar! – immer wieder mit höchst indiskreten Fragen herausplatzt, für die sie sich dann peinlich betreten entschuldigen muss; aber man verzeiht sie ihr, weil Sydnam hart im Nehmen ist und seine Antworten zu tiefschürfenden, aufschlussreichen Gesprächen führen, durch die die beiden sich erst näherkommen.

Wieder einmal bindet Balogh auch Figuren ein, die man aus älteren Büchern bereits kennt – und zwar ganz besonders viele. Man trifft nicht nur die Protagonisten aus der dazugehörigen Simply-Reihe, sondern auch Kit und Lauren aus »A Summer to Remember« sowie sämtliche Bedwyns nebst ihren Partnern aus der Slightly-Reihe. Sowas gibt einem Roman immer einen besonderen Kick, denn es ist immer wie ein Wiedersehen mit alten Freunden und macht einfach Spaß.

 

Fazit:

14/15 – Toller historischer Liebesroman! Für Fans des Genres ein Muss.

 

Reiheninfo:
01 Simply Unforgettable – 9/15
02 Simply Love
03 Simply Magic
04 Simply Perfect

 

(Gelesen und rezensiert im Dezember 2012.)